- 26.06.2008, 10:30:00
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Unfallversicherungen: Nur ein Anbieter glänzt
Wien (OTS) - Fast drei Viertel aller Unfälle in Österreich - jedes
Jahr rund 830.000 - passieren in der Freizeit. Vieles spricht daher
dafür, sich privat gegen Unfälle zu versichern. Denn für die
Unkosten, die infolge von bleibenden Schäden nach Freizeitunfällen
entstehen, reichen die Leistungen aus der sozialen Unfallversicherung
meist nicht aus.
Wie gut man im Fall des Falles mit seiner Unfallversicherung
versorgt ist, hat das Testmagazin "Konsument" untersucht. Im Test: 15
Unfallversicherungen, bewertet in den Leistungsbereichen Mann, Frau,
Kind und Familie.
"Unfallversicherungen zählen zu jenen Versicherungsprodukten, die
wir Konsumenten empfehlen", betont Franz Floss, Geschäftsführer des
Vereins für Konsumenteninformation (VKI). "Allerdings gilt auch hier:
Vergleichen lohnt sich. In unserem Test betragen die Unterschiede
zwischen günstigster und teuerster Jahresprämie bis zu 270 Prozent."
Wer sich privat gegen Unfälle versichern möchte, sollte auf jeden
Fall zu einer "echten" Unfallversicherung greifen. "Produkte, die als
Bestandteil eines Mitgliedsvertrages bei einem Sportverein oder bei
Autofahrerclubs angeboten werden, bieten meist nur einen trügerischen
Schutz", warnt "Konsument"-Versicherungsexperte Walter Hager.
Klarer Testsieger: Merkur. Die Versicherung schneidet bei Tarifen
für Männer, Frauen, Kinder und Familien als einzige mit "sehr gut"
ab. Die restlichen getesteten Versicherungen können maximal in einem
oder zwei Testszenarien punkten, der Großteil enttäuscht hier mit
"durchschnittlichen" oder "weniger zufriedenstellenden" Leistungen.
15 Versicherer im Test
Alle Versicherer, die Unfallversicherungsprodukte anbieten, nahmen
an der Untersuchung teil. Die Tester schickten einen Fragebogen zu
einem konkreten Modell sowie allgemeine Fragen zum Produkt. Das
Modell: "30 jährige/r Angestellte/r, Bürotätigkeit, Hobbysportler/in,
keine Vorerkrankungen oder besondere Risiken".
Versicherungsleistungen: 150.000 Euro für Dauerinvalidität, 15.000
Euro für Unfalltod, 3.000 Euro für Unfallkosten. Progression: 200
Prozent bzw. wenn nicht angeboten die nächstmögliche
Progressionsstufe. Abgefragt wurden auch die Gliedertaxenleistungen,
die Höhe der Progressionsleistungen sowie die Zusatzleistungen.
Die Bewertungen der Teilbereiche "Mann", "Frau", "Kind" bzw.
"Familie" setzen sich aus Prämie, Gliedertaxenfaktor und
Progressionsfaktor zusammen.
Erhebliche Prämienunterschiede
"Wer eine Unfallversicherung abschließen möchte, sollte sich genau
informieren und mehrere Angebote einholen. Denn die Prämien klaffen
auch bei weitgehend vergleichbaren Leistungen enorm auseinander",
weiß Hager. Bei Männern reicht die Bandbreite der Prämien von 188,08
Euro (Merkur) bis 340,79 Euro (Allianz), wobei letztere sogar noch in
einer geringeren Progressionsstufe liegt. Ebenso deutliche
Prämienunterschiede fanden die Tester bei Frauen. Prozentuell den
höchsten Unterschied gibt es bei Kindern: Während eine Jahresprämie
(400 Prozent Progression) bei Merkur auf 60,47 Euro kommt, zahlen
Eltern für ihr Kind bei der OÖ-Versicherung fast das Vierfache,
nämlich 226,61 Euro. Beim Familientarif mit 300 Prozent Progression
reicht die Spannbreite der Jahresprämien von 257,04 Euro (VAV) bis zu
747,55 Euro (Kärntner Landesversicherung).
Familienpakete sind günstiger als einzelne Verträge für jedes
Familienmitglied. Dabei ist jedoch wichtig, dass für jedes
Familienmitglied eine Leistung von 100 Prozent vorgesehen ist. Denn
manche Anbieter zahlen nur für den Erstversicherten die vereinbarte
Leistung.
Entscheidungskriterien Gliedertaxen und Progression
Beachtliche Unterschiede gibt es auch bei den inkludierten
Leistungen. Während etwa die Funktionsunfähigkeit beider Arme, Beine
oder Augen von allen Versicherern als 100-prozentige Invalidität
eingestuft wird, werden andere Beeinträchtigungen sehr
unterschiedlich gehandhabt. "Vor allem Personen, die bei der Ausübung
ihres Berufes auf ein besonderes Körperteil angewiesen sind, sollten
die sogenannten Gliedertaxen als Entscheidungskriterium heranziehen",
empfiehlt Hager. Im Test punkten Merkur und Wiener Städtische mit den
besten Leistungen.
Bezüglich Progressionsleistung - hier beginnt die
Versicherungsleistung ab einem bestimmten Invaliditätsgrad
überproportional zu steigen - haben Merkur, Allianz und die
Oberösterreichische Versicherung die Nase vorn.
Extras meist Standard
Für Zusatzleistungen wie den Versicherungsschutz bei Schlaganfall
oder Herzinfarkt als Ursache für einen Unfall mussten Konsumenten
früher extra zahlen. Bis auf die "Grazer Wechselseitige" haben heute
alle Anbieter diese Leistungen bereits inkludiert. Auch das Angebot
etwa bei Bewusstseinsstörungen und bei kosmetischen Operationen ist
heute oft schon Teil der Standardprämie. Hager: "Bei der Auswahl der
Unfallversicherung sollte dennoch immer die Absicherung der
Folgekosten bei schweren Unfällen im Vordergrund stehen. Einzige
Ausnahme: Wer in seiner Freizeit risikoreiche Sportarten betreibt,
sollte sein jeweiliges Risiko speziell absichern lassen.
Billig-Polizzen: Unzureichend
Keinen ausreichenden Schutz bieten Unfallversicherungen als Zusatz
zu einer Mitgliedschaft bei einem Freizeitverein oder Autofahrerclub
bzw. im Rahmen einer Schülerversicherung. Die Leistungen dieser
Billig-Polizzen sind einerseits zu gering, um gravierende finanzielle
Unfallfolgen aufzufangen. Andererseits sind sie auch oft an bestimmte
Voraussetzungen, unter denen sich der Unfall ereignet haben muss,
gebunden. Preiswerte Unfallversicherungen für Kinder sind etwa durch
eine über den Elternverein organisierte Gruppenversicherung möglich.
Die richtige Wahl: Darauf kommt es an
Wer sich für eine Unfallversicherung interessiert, sollte folgende
Punkte beachten:
- Hoher Progressionsfaktor. Je höher der Progressionsfaktor, desto
besser. Auch bei den Gliedertaxen gibt es Unterschiede, ab wann wie
viel gezahlt wird. Daher auf den individuellen Bedarf achten.
- Ausreichend hohe Versicherungssumme festlegen. Faustregel für einen
Erwachsenen: mindestens das Dreifache eines Brutto-Jahreseinkommens.
- Versicherer informieren: Die Höhe der Unfallversicherung richtet
sich auch nach der Tätigkeit des Versicherten. Bei einer bereits
laufenden Polizze das Versicherungsunternehmen informieren, wenn sich
die Tätigkeit verändert.
SERVICE: Der "Konsument"-Test zeigt: Vergleichen lohnt sich. Mit
dem neuen "Konsument"-Unfallversicherungs-Vergleich ist der
Prämienvergleich jetzt noch einfacher geworden. Verbraucher geben im
Internet unter http://go.konsument.at/unfall ihre persönlichen Daten
ein und innerhalb weniger Minuten erhalten sie eine Liste mit den
besten Angeboten. Im Preis von zehn Euro (fünf Euro für
"Konsument"-Abonnenten) ist eine zweite Berechnung mit
unterschiedlichen Daten inbegriffen. Dieser Vergleich dient zur
Orientierung und kann ein umfassendes Beratungsgespräch beim
unabhängigen Berater nicht ersetzen.
Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/ Testmagazin "Konsument" Mag. Sabine Burghart Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 01/588 77 - 256 Email: [email protected] www.konsument.at
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