• 25.06.2008, 12:00:00
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BCG: Westliche Marktführer müssen von neuen Herausforderern lernen

Wien (OTS) - Im grenzenlosen Wettbewerb im Zeitalter der
"Globalität" streben Wirtschaftsriesen aus Schwellenländern mit
Kosteneffizienz und innovativen Geschäftsmodellen zu globalem Erfolg
- Erfolgreiche österreichische Unternehmen meistern diese neue
Epoche durch globale Partnerschaften

Der globale Wettbewerb steht vor einem grundlegenden Wandel:
Experten der Boston Consulting Group (BCG) erwarten ein Zeitalter der
"Globalität", welches das bisherige Globalisierungsmodell ablöst.
Diese beginnende Epoche der "Hyper-Globalisierung" ist durch eine
Konkurrenz von "jedem mit jedem überall und um alles" gekennzeichnet.
Treibende Kraft sind in Europa oft noch weithin unbekannte
Unternehmen aus Schwellenländern, die die Weltmärkte erobern. Diese
Herausforderer wenden neue Management- und Organisationspraktiken an
und entwickeln sich dabei mehr und mehr zu Vorbildern für etablierte
westliche Marktführer. Letztere sollten nicht nur die Wachstums-,
sondern auch die Lernmöglichkeiten in den Emerging Markets
entschiedener als bisher nutzen.

Bislang dominierten meist zentralistisch geführte westliche
Konzerne den weltweiten Wettbewerb. Im Zeitalter der "Globalität"
hingegen werden sich die Vorzeichen ändern: Kapitalflüsse bewegen
sich in alle Richtungen, Unternehmen haben keine klar lokalisierbare
Zentrale mehr und "Fremdheit" wird zu einem überholten Konzept.

"Die neue Globalität ist mit vielen Überraschungen verbunden. Nur
wer sich eingehend mit den schnell wachsenden Volkswirtschaften in
Asien, Lateinamerika oder Osteuropa befasst, kann sie meistern",
beschreibt James W. Hemerling, Senior Partner der BCG, diese neue Ära
in dem Buch "Globality: Competing with Everyone from Everywhere for
Everything", das am Montag im Haus der Industrie in Wien vorgestellt
wurde. "Unternehmen werden sich morgen mit Wettbewerbern konfrontiert
sehen, deren Namen sie heute noch nicht buchstabieren können", so
Hemerling.

Das Ausmaß der Veränderung ist aufgrund der Geschwindigkeit und
Unvorhersehbarkeit größer als jemals zuvor. "Diese Welle ist in
Wirklichkeit ein Tsunami, der frühere Umwälzungen nur als leichte
Turbulenzen erscheinen lässt", betont Hemerling. Für die etablierten
Konzerne aus den "alten" Industrieländern sei es jetzt genauso
wichtig, von ihren Herausforderern zu lernen, wie die traditionellen
Wettbewerber im Blick zu behalten.

Österreichische Unternehmen sind als Globalisierungsmeister gut
gerüstet

Österreich ist dank einer raschen Öffnung und Anpassung an die
globalisierte Neuordnung im "KOF Index of Globalization" in die Top
Ten aufgerückt. "Österreichische Unternehmen sind insgesamt sehr gut
auf die neue Welt der Globalität vorbereitet und können diese aktiv
zu ihrem Vorteil nutzen", sagt Dr. Antonella Mei-Pochtler, Senior
Partnerin von BCG Wien. Indische, russische und osteuropäische
Herausforderer sind in Österreich bereits seit Jahren aktiv - vor
allem im Hightech-, Automotive- und Energiesektor. Durch
Akquisitionen versuchen diese neuen Wettbewerber Innovationslücken zu
schließen, den Zugang zu neuen Märkten zu gewinnen und in neue
Geschäftsfelder zu diversifizieren. "Unsere Unternehmen werden sich
daher noch globaler ausrichten und sich an jenen Mitbewerbern
orientieren müssen, die auf Innovation und Weiterbildung gesetzt
haben", erklärt IV-Präsident Dr. Veit Sorger. "Dazu müssen sie aber
zu Hause die richtigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen
vorfinden. Im Zeitalter der Globalisierung muss ein
Hochlohn-Standort die Kosten im Griff behalten und die
Wertschöpfungstreiber am Standort stärken. Bildung und Ausbildung
müssen forciert, die Leistungsträger entlastet und die Innovation
gefördert werden. Und eines darf sich die Politik sicher nicht mehr
erlauben: ausländischen Investoren mit Misstrauen zu begegnen, wenn
sie bereit sind, bei uns zu investieren."

Aggressiv und erfolgshungrig: Die neuen Herausforderer

In dem Buch "Globality" wird anhand zahlreicher Beispiele das
Wesen der "Global Challengers" beschrieben. Ihre Stärken haben sie
unter besonderen Umständen entwickelt: Sie haben sich in Märkten
etabliert, die von hohem Kostendruck und heftigem Wettbewerb geprägt
sind. Dank moderner Kommunikationstechnologien, aber auch durch
gezielte Zukäufe haben sie Zugang zu Expertise, Technologie und
Management-Best-Practices aus der ganzen Welt. Sie begnügen sich
nicht mehr mit einer Rolle als Zulieferer an etablierte Marktführer
-ihre oftmals international ausgebildeten Manager streben nach
Spitzenpositionen im weltweiten Geschäft.

Ihren Wettbewerbsvorteil ziehen die neuen Herausforderer aus
ungewöhnlichen Geschäftsmodellen und Organisationsformen, die
westlichen Managementkonventionen widersprechen. "Die rasche
Expansion des weltweiten Handels droht jene etablierten Marktführer
zu überrollen, die die Veränderung des Wettbewerbs nicht begreifen
und nicht angemessen reagieren", warnt Hemerling. Um im Zeitalter der
"Hyper-Globalisierung" erfolgreich zu sein, müssen sich etablierte
Konzerne wie aufstrebende Wirtschaftsriesen in einem
unternehmerischen Siebenkampf bewähren, der in "Globality"
ausführlich beschrieben wird. Kernthemen sind:

- Autonomie und Entscheidungsprozesse von der Zentrale in die
     lokalen Einheiten verlagern, um deren potenziellen Beitrag für
     das Gesamtunternehmen zu steigern 

   - Das Geschäft innerhalb der Emerging Markets aufbauen und nicht
     nur Produkte in die Heimatmärkte reimportieren 

   - Sich stärker öffnen, um Erkenntnisse aus dem Ausland
     aufzunehmen, anzupassen und zu integrieren

Das Lernen von den Global Challengers geht über deren
Businessmodelle hinaus. Laut "Globality" sind Corporate Social
Responsibility und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen wesentlicher
Antrieb für Innovationen und neue Geschäftsmodelle, die nicht nur
Unternehmenswachstum ermöglichen, sondern auch Hilfe und Wohlstand
für eine neue Konsumentenschicht darstellen.

The Boston Consulting Group

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale
Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der
Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen
und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr
Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In
partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG
individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige
Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des
Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu
verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist
heute an 66 Standorten in 38 Ländern vertreten. Das Unternehmen
befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. In
Deutschland und Österreich erwirtschaftete BCG im Jahr 2007 mit 767
Beraterinnen und Beratern einen Umsatz von 361,5 Millionen Euro.
www.bcg.at

Rückfragehinweis:

Katharina Sacken
   Marketing Manager
   THE BOSTON CONSULTING GROUP
   Telefon:+43 (0)1 53756 8163
   Mobile: +43 (0)676 5797311
   mailto:[email protected]

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