• 24.06.2008, 16:50:33
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VP-Hoch: Schlechte Zeiten für die Wiener Architektenszene

Direktvergaben gefährden in Zukunft offene Architekturwettbewerbe

Wien (VP-Klub) - "Die letzten eineinhalb Jahre waren keine guten
Zeiten für die Wiener Architekturszene", so ÖVP Wien Planungssprecher
LAbg. Alfred Hoch in der Rechnungsabschlussdebatte zur
Geschäftsgruppe Stadtentwicklung und Verkehr. Schuld sei, so Hoch,
die Qualität der Verfahren zur Vergabe von Planungs- und
Herstellungsleistungen bei Bauvorhaben. So seien die
Auslobungsunterlagen sehr oft mangelhaft bzw. ungenau formuliert,
sodass potentielle Teilnehmer nach genauerem Studium der Unterlagen
schon von vorne herein das Handtuch werfen.

Ursache ist die seitens der Stadt oft fehlende Bereitschaft, offene
und transparente Verfahren bei Architekturwettbewerben durchzuführen.
"Die Ergebnisse sind ja bekannt", erinnert Hoch an das
Vergabeverfahren zur Bahnhofscity beim neuen Hauptbahnhof, aber auch
an die geladenen Verfahren wie zum Beispiel bei der
Bildungseinrichtung Nordbahnhof, bei der drei von acht
Architekturbüros nach Einsicht in die Unterlagen zur Überzeugung
kamen, dass keine architektonische Qualität zu erwarten war. Auch
beim Architekturwettbewerb für die WU Neu beim Messegelände nahmen 24
Teilnehmer teil. Aber da niemand überzeugen konnte, einigte man sich
auf einen Masterplan. Man müsse seitens der Stadt vehement fordern,
dass die Auslobungsunterlagen so gestaltet sind, dass diese auch
erfüllt werden können.

Ein besonders schlechtes Beispiel einer Vergabe betrifft den
’Calatrava-Steg’ über die Triesterstraße in Wien Favoriten. Im
Mittelpunkt stehe nach Auffassung der Stadtregierung dabei der
Architekt und nicht der Steg. Hierbei soll der Architekturkünstler
ohne Ausschreibung beauftragt werden, argumentiert wird mit dem
künstlerischen Charakter des Projektes. "Ungeachtet unserer
Zustimmung zum Projekt ´Calatrava-Steg´ stehen wir der Art der
Vergabe kritisch gegenüber, da die Gefahr besteht, dass es in Zukunft
nur mehr direkte Vergaben an Architekten gibt und
Architekturverfahren unter fadenscheinigen Vorwänden gar nicht mehr
abgehalten werden könnten", schloss Hoch.

Rückfragehinweis:
ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien
Tel.: (++43-1) 4000 / 81 913
Fax: (++43-1) 4000 / 99 819 60
mailto:presse.klub@oevp-wien.at

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