VP-Hoch: Schlechte Zeiten für die Wiener Architektenszene

Direktvergaben gefährden in Zukunft offene Architekturwettbewerbe

Wien (VP-Klub) - "Die letzten eineinhalb Jahre waren keine guten Zeiten für die Wiener Architekturszene", so ÖVP Wien Planungssprecher LAbg. Alfred Hoch in der Rechnungsabschlussdebatte zur Geschäftsgruppe Stadtentwicklung und Verkehr. Schuld sei, so Hoch, die Qualität der Verfahren zur Vergabe von Planungs- und Herstellungsleistungen bei Bauvorhaben. So seien die Auslobungsunterlagen sehr oft mangelhaft bzw. ungenau formuliert, sodass potentielle Teilnehmer nach genauerem Studium der Unterlagen schon von vorne herein das Handtuch werfen.

Ursache ist die seitens der Stadt oft fehlende Bereitschaft, offene und transparente Verfahren bei Architekturwettbewerben durchzuführen. "Die Ergebnisse sind ja bekannt", erinnert Hoch an das Vergabeverfahren zur Bahnhofscity beim neuen Hauptbahnhof, aber auch an die geladenen Verfahren wie zum Beispiel bei der Bildungseinrichtung Nordbahnhof, bei der drei von acht Architekturbüros nach Einsicht in die Unterlagen zur Überzeugung kamen, dass keine architektonische Qualität zu erwarten war. Auch beim Architekturwettbewerb für die WU Neu beim Messegelände nahmen 24 Teilnehmer teil. Aber da niemand überzeugen konnte, einigte man sich auf einen Masterplan. Man müsse seitens der Stadt vehement fordern, dass die Auslobungsunterlagen so gestaltet sind, dass diese auch erfüllt werden können.

Ein besonders schlechtes Beispiel einer Vergabe betrifft den ’Calatrava-Steg’ über die Triesterstraße in Wien Favoriten. Im Mittelpunkt stehe nach Auffassung der Stadtregierung dabei der Architekt und nicht der Steg. Hierbei soll der Architekturkünstler ohne Ausschreibung beauftragt werden, argumentiert wird mit dem künstlerischen Charakter des Projektes. "Ungeachtet unserer Zustimmung zum Projekt ´Calatrava-Steg´ stehen wir der Art der Vergabe kritisch gegenüber, da die Gefahr besteht, dass es in Zukunft nur mehr direkte Vergaben an Architekten gibt und Architekturverfahren unter fadenscheinigen Vorwänden gar nicht mehr abgehalten werden könnten", schloss Hoch.

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