• 24.06.2008, 12:06:10
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Marek: Frauen sind ungenütztes Potenzial an technischen Fachkräften

Wirtschafts- und Arbeitsstaatssekretärin Marek bei der Eröffnung der Informationsveranstaltung "YO!tech - Technik im Kopf"

Wien (BMWA-OTS) - "Wenn wir Österreich als Wirtschaftsstandort im
internationalen Wettbewerb weiter erfolgreich halten wollen, müssen
wir jene Anzahl an hochqualifizierten Fachkräften selbst ausbilden,
die das Potenzial an Wirtschaftskraft umsetzen kann", erklärte
Staatssekretärin Christine Marek am Dienstag im Rahmen der Eröffnung
der Informationsveranstaltung über technische Ausbildungen "YO!tech -
Technik im Kopf" in der Aula der Wissenschaften. Vor allem das Wecken
technischer Neugierde bei jungen Menschen und darauf aufbauend
massive Investitionen in eine technische Ausbildung seien dazu
erforderlich. Eine besondere Herausforderung sieht Marek darin, vor
allem Mädchen und Frauen an eine technische Ausbildung heranzuführen,
da immer noch die Hälfte der weiblichen Lehrlinge eine Ausbildung im
Einzelhandel, als Friseurin oder als Bürokauffrau anstrebt. "Frauen
sind ein ungenütztes Potenzial an technischen Fachkräften. Dabei ist
gerade im Bereich Forschung & Entwicklung Diversity - also das
gemeinsame Arbeiten von Frauen und Männern sowie Menschen
unterschiedlicher Herkunft - ein Erfolgsfaktor."

Marek erinnerte daran, dass laut einer Erhebung der
Wirtschaftskammer Österreich bis 2009 rund 50.000 Fachkräfte fehlen
werden, wobei der Mangel gerade im technischen Bereich immer
drängender werde. In weiterer Folge zeige die demographische
Entwicklung, dass in Österreich bis zum Jahr 2015 die Zahl der
15-Jährigen um rund 18.000 niedriger sein wird als heute. Das bedeute
neuerlich Fachkräftemangel, der Wirtschaftwachstum und im Endeffekt
auch Arbeitsplätze koste. Diese Lücke könne auch nicht leicht durch
Zuwanderer geschlossen werden, denn bei Spitzenkräften stehe
Österreich in unmittelbarer Konkurrenz mit anderen europäischen
Staaten und den USA.

Forcierung der Berufsorientierung

Marek sprach sich in ihrem Statement für eine forcierte
Unterstützung der jungen Menschen in ihrer Berufsorientierungsphase
aus und ortet in der Schule durchaus Verbesserungsbedarf, da derzeit
Berufsorientierung in der 7. und 8. Schulstufe nur als "verbindliche
Übung" und ohne klare und verbindliche Vorgaben angeboten werde: "Und
das für eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben eines Menschen,
von der Zufriedenheit, Einkommens- und Karrierechancen abhängen."
Eine Arbeitsgruppe, die gemeinsam mit dem Unterrichtsministerium
eingerichtet wurde, erarbeite derzeit Verbesserungsvorschläge, so die
Staatssekretärin.

Förderungen durch das Arbeitsmarktservice

Eine spezielle Förderung in Richtung technischer Berufe, so Marek
weiter, biete das AMS mit dem "FIT-Programm" (Frauen in Handwerk und
Technik), einer Qualifizierungsmöglichkeit, die mit einem
Lehrabschluss oder einem schulischen Abschluss endet. Zielgruppe
seien beim AMS vorgemerkte Frauen unabhängig von Qualifikationsniveau
und Alter, so dass auch Schülerinnen zu Ende des 9. Schuljahres
bereits als "nicht sofort Lehrstellen suchend" gemeldet werden
könnten.

Image der Lehre heben - "Tag der Lehre"

"Wenn wir selbst für unseren Fachkräftenachwuchs sorgen wollen,
müssen wir auch in das Image der Lehre investieren, denn die
Lehrlinge von heute sind die hoch nachgefragten Fachkräfte von
morgen", fuhr Marek fort. Derzeit sei es so, dass sich rund 40
Prozent der Jugendlichen eines Jahrganges für die Ausbildung in einem
Lehrberuf entscheiden, gleichzeitig der Trend zum Besuch von Höheren
Schulen aber immer noch anhalte. Eine vom Bundesministerium für
Wirtschaft und Arbeit bei Dr. Sophie Karmasin in Auftrag gegebene
Umfrage zum Thema "Image der Lehre" zeige aber klar, dass die duale
Ausbildung in Form einer Lehre hohes Potenzial habe und die "Lehre
mit Matura" eine optimale Weiterentwicklung sei. Die Bundesregierung
habe daher für diese Ausbildungsvariante eine österreichweite
Pilotphase beschlossen. Ab dem kommenden Schuljahr seien für die
Kosten der notwendigen Vorbereitungskurse Förderungen in Höhe von bis
zu 6.000 Euro pro Lehrling vorgesehen.

Marek wies in ihren Ausführungen auch darauf hin, dass sich die
Lehrstellenlücke seit der Einführung des "Blum-Bonus" - einer Prämie
für neu geschaffene betriebliche Ausbildungsplätze - im Mai 2005 von
1.953 um rund 81 Prozent auf derzeit 605 reduziert habe. In vier
Bundesländern - Oberösterreich, Tirol, Salzburg und Kärnten - gebe es
bereits eine Lehrlingslücke, also mehr offene Lehrstellen als
Lehrstellensuchende.

Verbesserungsbedarf sieht Marek bei der Wissensvermittlung zum
Thema Lehre, vor allem zur Bandbreite und Vielfalt der Lehrberufe.
"Noch immer finden sich 80 Prozent aller Lehrlinge in nur zehn
Lehrberufen, es gibt aber an die 280. Ich lade daher schon jetzt zum
'Tag der Lehre' unter dem Motto 'Job mit Zukunft? Zukunft mit Job!'
ein, der am 16. Oktober zum zweiten Mal im Wiener Semper Depot
stattfinden wird. Schüler, Eltern und Lehrer können sich an diesem
Tag direkt bei den größten Ausbildungsbetrieben und engagierten KMUs
über die vielfältigen Ausbildungsangebote und Karrierechancen durch
eine Lehre informieren", so Marek, die abschließend auf die Website
www.lehre-plus.at verwies.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Staatssekretariat: DI (FH) Lukas Pohl, Tel.: (01) 711 00-5838
Referat Presse: Dr. Harald Hoyer, Tel.: (01) 711 00-5130
mailto: [email protected]
Internet: http://www.bmwa.gv.at

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