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Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Der Kanzler als Pokerspieler (von Ralf Mosser)
Ausgabe 23.Juni 2008
Klagenfurt (OTS) - Mit einem Überraschungscoup wollte
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer seinen Kopf retten. Die Doppelspitze
mit Werner Faymann als Parteichef und ihm als Kanzler sollte den
parteiinternen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen und ihm mehr
Spielraum und mehr Zeit lassen.
Der Schuss scheint allerdings schon nach wenigen Tagen nach hinten
losgegangen zu sein. Die Begeisterung der Parteifreunde über die
Doppellösung an der Spitze hielt sich von Anfang an in Grenzen, und
nun beginnen sich immer mehr um Faymann zu scharren. "Er ist der
kommende Mann, alles andere ist nicht mehr diskutabel", ließ gestern
der oberösterreichische SPÖ-Chef Erich Haider verlauten.
Gusenbauer hat sich auf ein gefährliches Pokerspiel eingelassen und
hat nun - wie es aussieht - die schlechteren Karten in der Hand. Wenn
ihm nicht in letzter Minute noch ein spektakulärer Spielzug gelingt,
wird er den Tisch verlassen müssen. Das sind die Regeln, wenn man
pokert.
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