- 18.06.2008, 09:08:59
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Die Wirtschaft hat sich durchgesetzt - von Esther Mitterstieler
Wolfgang Anzengruber ist die richtige Antwort
Wien (OTS) - Es ist vollbracht: Endlich hat es eine Entscheidung
über die Verbund-Führung gegeben. Wochenlang wurde gezerrt,
intrigiert, Wasser auf die diversen Mühlen gegossen. Bis
schlussendlich die Kraft des Kapitalmarktes obsiegte. Zum Glück, kann
man nur sagen. Schließlich ist der Verbund mit einer
Marktkapitalisierung von gestern 17,8 Milliarden EUR derzeit das
Schwergewicht im ATX. Der Staat hält 51 Prozent am heimischen
Wasserriesen und hat damit das gewichtigste Wort bei der Bestellung
von neuen (alten) Vorständen mitzureden. Das liegt in der Natur der
Sache. Weit weniger natürlich war dagegen der Spießrutenlauf, dem
sich Noch-Generaldirektor Michael Pistauer in den vergangenen
Monaten unterziehen musste. Vor eineinhalb Jahren zum CEO bestellt,
war sein Ticket eines mit Ablaufdatum. Allerdings schien sich
zwischendurch herauszukristallisieren, dass er als CEO und
Finanzvorstand in Personalunion auf eine Verlängerung zumindest für
zwei Jahre hoffen durfte. Eine Lösung, die auch
unternehmensintern lange Zeit favorisiert wurde. Bis sich vor ein
paar Monaten das politgesteuerte Personalkarussell zu drehen begann,
dass den Beteiligten nur schwindlig davon werden konnte.
Und plötzlich hatte da die Parteipolitik wieder das Sagen. Dass
Wirtschaftsminister Martin Bartenstein als oberster Vertreter des
Bundes letztendlich seinen Favoriten durchsetzen konnte, ist ein
gutes Zeichen. Denn Wolfgang Anzengruber ist die richtige Antwort für
den Kapitalmarkt: Ein Mann, der als ehemaliger Vorstand bei den
Salzburger Stadtwerken nicht nur Erfahrung im Strombereich mitbringt,
sondern auch als Vorstandsvorsitzender des börsenotierten
Kranherstellers Palfinger, das er als Weltmarktführer seit fünf
Jahren begleitete. Es ist schade, dass Ulrike Baumgartner-Gabitzer
noch nicht Verbund-Chefin wurde. Was nichts mit ihrer Qualifikation
zu tun hat. Letztendlich konnten sich die Kapitalmarktverteter nicht
auf sie einigen, weil die Achse Baumgartners zu VP-Klubchef Wolfgang
Schüssel denn doch zu offensichtlich schien und ihre mangelnde
Erfahrung in der Unternehmensführung beanstandet wurde.
Den Kapitalmarkt jedenfalls freute die Nachricht, die Aktie kletterte
auf ein Allzeithoch. Ein Beweis, dass nicht nur der Entschluss für
klare Verhältnisse sorgte, sondern den Investoren endlich wieder jene
Ruhe gibt, die sie brauchen, wenn sie an ein Unternehmen glauben
sollen. Das hat letztendlich die sich ansonsten gerne so
wirtschaftsfreundlich gebende ÖVP einsehen müssen. Die neue Klarheit
kann dem Unternehmen nur gut tun.
Rückfragehinweis:
WirtschaftsBlatt
Redaktionstel.: (01) 60 117/300
http://www.wirtschaftsblatt.at
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