WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Die Wirtschaft hat sich durchgesetzt - von Esther Mitterstieler

Wolfgang Anzengruber ist die richtige Antwort

Wien (OTS) - Es ist vollbracht: Endlich hat es eine Entscheidung über die Verbund-Führung gegeben. Wochenlang wurde gezerrt, intrigiert, Wasser auf die diversen Mühlen gegossen. Bis schlussendlich die Kraft des Kapitalmarktes obsiegte. Zum Glück, kann man nur sagen. Schließlich ist der Verbund mit einer Marktkapitalisierung von gestern 17,8 Milliarden EUR derzeit das Schwergewicht im ATX. Der Staat hält 51 Prozent am heimischen Wasserriesen und hat damit das gewichtigste Wort bei der Bestellung von neuen (alten) Vorständen mitzureden. Das liegt in der Natur der Sache. Weit weniger natürlich war dagegen der Spießrutenlauf, dem sich Noch-Generaldirektor Michael Pistauer in den vergangenen Monaten unterziehen musste. Vor eineinhalb Jahren zum CEO bestellt, war sein Ticket eines mit Ablaufdatum. Allerdings schien sich zwischendurch herauszukristallisieren, dass er als CEO und Finanzvorstand in Personalunion auf eine Verlängerung zumindest für zwei Jahre hoffen durfte. Eine Lösung, die auch
unternehmensintern lange Zeit favorisiert wurde. Bis sich vor ein paar Monaten das politgesteuerte Personalkarussell zu drehen begann, dass den Beteiligten nur schwindlig davon werden konnte.

Und plötzlich hatte da die Parteipolitik wieder das Sagen. Dass Wirtschaftsminister Martin Bartenstein als oberster Vertreter des Bundes letztendlich seinen Favoriten durchsetzen konnte, ist ein gutes Zeichen. Denn Wolfgang Anzengruber ist die richtige Antwort für den Kapitalmarkt: Ein Mann, der als ehemaliger Vorstand bei den Salzburger Stadtwerken nicht nur Erfahrung im Strombereich mitbringt, sondern auch als Vorstandsvorsitzender des börsenotierten Kranherstellers Palfinger, das er als Weltmarktführer seit fünf Jahren begleitete. Es ist schade, dass Ulrike Baumgartner-Gabitzer noch nicht Verbund-Chefin wurde. Was nichts mit ihrer Qualifikation zu tun hat. Letztendlich konnten sich die Kapitalmarktverteter nicht auf sie einigen, weil die Achse Baumgartners zu VP-Klubchef Wolfgang Schüssel denn doch zu offensichtlich schien und ihre mangelnde Erfahrung in der Unternehmensführung beanstandet wurde.

Den Kapitalmarkt jedenfalls freute die Nachricht, die Aktie kletterte auf ein Allzeithoch. Ein Beweis, dass nicht nur der Entschluss für klare Verhältnisse sorgte, sondern den Investoren endlich wieder jene Ruhe gibt, die sie brauchen, wenn sie an ein Unternehmen glauben sollen. Das hat letztendlich die sich ansonsten gerne so wirtschaftsfreundlich gebende ÖVP einsehen müssen. Die neue Klarheit kann dem Unternehmen nur gut tun.

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