- 16.06.2008, 12:20:38
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LTP Halder: Vorarlberg in vielen Bereichen Vorreiter
Landtags-Enquete beleuchtete Grundlagen, Strategien und Chancen des Klimawandels
Bregenz (VLK) - Die Grenze von tolerablem zu gefährlichem
Klimawandel wird auf politischer Seite beispielsweise von der
Europäischen Union mit einer Erwärmung um höchstens zwei Grad Celsius
benannt. "Es ist also höchste Zeit, mit den längst bekannten
Lösungsansätzen ernst zu machen und deren Umsetzung voranzutreiben",
so Landtagspräsident Gebhard Halder kürzlich bei der "Klimaenquete"
des Vorarlberger Landtages.
Die Landtagsenquete "Klimawandel - Grundlagen, Chancen,
Strategien" spannte einen Bogen von Informationen zu Ursachen und
Folgen des Klimawandels über wirtschaftliche Chancen des Umstiegs auf
erneuerbare Energieträger und Bewältigungsstrategien des Landes, des
Bundes und der EU. Halder: "Vorarlberg ist in vielen Bereichen
Vorreiter. So etwa in der Wohnbauförderung, wo heute nurmehr Mittel
ausbezahlt werden, wenn mindestens Öko-1-Standard erfüllt ist." Auch
die Verankerung des Klimaschutzes in der Landesverfassung sei ein
deutliches Signal.
Georg Kaser vom Institut für Geographie an der Uni Innsbruck
wirkte als einziger österreichischer Wissenschafter bei der
Erstellung der "Physikalisch-wissenschaftlichen Grundlagen" des hoch
brisanten Klimareports des Weltklimarats (IPCC-Intergovernmental
Panel on Climate Change) mit. Zum ersten Mal war im Bericht ein
eigenes Kapitel dem Eis der Erde gewidmet, für das Georg Kaser als
Lead Author mitverantwortlich war. Er forscht schon seit Jahrzehnten
im Bereich Klima und Kryosphäre und ging in seinem Vortrag auf die
Ergebnisse des Berichts ein und beleuchtete die Hintergründe. "Der
Klimareport lässt keinen Zweifel daran, dass der Mensch für die
derzeitige Klimaänderung verantwortlich ist", so Kaser.
Der Einsatz erneuerbarer Energie führe auf Sicht zur Schaffung
neuer Arbeitsplätze, sagte Ulrike Lehr von der Gesellschaft für
Wirtschaftliche Strukturforschung in Osnabrück. Für Österreich liegen
noch keine Zahlen vor, in Deutschland werde der Arbeitsplatz-Effekt
in einem Zeitrahmen bis 2020 mit 80.000 beziffert.
Katja Bratrschovsky, Expertin aus dem Bundeskanzleramt, beleuchtet
die aktuelle Entwicklung in der Energie- und Klimaschutzpolitik auf
Bundes- und EU-Ebene. "Auch Brüssel ist drauf gekommen, dass es nicht
nur Papier braucht, sondern konkrete Ziele und Maßnahmen", so
Bratrschovsky. Das habe letztlich zu ambitionierten Vorgaben geführt,
die nicht nur zu einer deutlichen Reduktion der Treibhausgase führen
sollen. Bis 2020 soll es zu einer Energieeinsparung, CO2-Reduktion
bzw. Steigerung des Anteils erneuerbarer Energie um jeweils 20
Prozent kommen.
Adolf Groß, Landesenergiekoordinator und Leiter des
Energieinstituts Vorarlberg: "Vorarlberg ist derzeit noch zu über 70
Prozent auf Energieimporte angewiesen." Der Verbrauch sei leider nach
wie vor im Steigen begriffen. Es brauche dringend eine Trendumkehr.
Mit heutiger Technik seien allein beim Strom 40 Prozent und bei der
Wärmeenergie 70 Prozent Einsparpotential vorhanden. Vorarlberg habe
sich bis 2050 das Ziel gesetzt, den Anteil an erneuerbarer Energie
von derzeit 27 Prozent auf 54 Prozent zu steigern. Vorbildlich sei im
Land der ökologische Wohnbau und die diesbezügliche Wohnbauförderung
und immer mehr Bedeutung gewinne die Energieberatung.
Rückfragehinweis:
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