• 16.06.2008, 11:54:34
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Studie "Armut und Reichtum in NÖ" präsentiert

Heinisch-Hosek: 189.000 NiederösterreicherInnen armutsgefährdet

St. Pölten (NLK) - 189.000 Menschen oder 12,1 Prozent der
Bevölkerung waren 2006 in Niederösterreich armutsgefährdet (bei einer
Armutsgefährdungsschwelle von 60 Prozent des Medianeinkommens), das
sind die Eckdaten der Studie "Armut und Reichtum in NÖ" der
Österreichischen Gesellschaft für Politikberatung und
Politikentwicklung (ÖGPP), die heute, 16. Juni, in St. Pölten
gemeinsam von Landesrätin Gabriele Heinisch-Hosek und Dr. Andreas
Höferl, Generalsekretär der ÖGPP, präsentiert wurde.

Soziale Ausgewogenheit müsse sich auch im Budget niederschlagen,
sagte Heinisch-Hosek. Dabei gehe es um mehr Investitionen in soziale
Pflegedienste, mehr Geld für den Arbeitnehmerfonds angesichts der
hohen Zahl prekärer Beschäftigungsverhältnisse, eine Verwirklichung
der bedarfsorientierten Mindestsicherung bereits per 1. Juli 2009
sowie eine in den Kindergärten auch kostenlose Nachmittagsbetreuung.
Als weitere Punkte nannte die Landesrätin eine gemeinsame Schule der
10- bis 14-jährigen, die Vorsorge für ausreichend Pflegeplätze und
mehr interkulturelle MitarbeiterInnen.

Aus der Studie geht zudem hervor, dass 2006 etwa 75.000
Erwerbstätige trotz Berufstätigkeit armutsgefährdet und nur noch 59
Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse "Normalarbeitsplätze" waren;
3.400 Haushalte waren auf Grund von Arbeitslosigkeit armutsgefährdet.
Von den 41.500 armutsgefährdeten PensionistInnen in Niederösterreich
waren 68 Prozent Frauen, auch ein Viertel der MigrantInnen (über
39.400) waren armutsgefährdet. Rund 61.000 Erwachsene und Kinder
lebten in armutsgefährdeten Haushalten. Ohne Sozialleistungen und
Pensionen wären nicht 189.000, sondern 362.000
NiederösterreicherInnen - und damit 23 Prozent der Bevölkerung -
armutsgefährdet.

Im Gegenzug dazu hat laut der ÖGPP-Studie auch der Reichtum in
Niederösterreich zugenommen: Die Zahl der Menschen mit hohem
Einkommen (mehr als 200 Prozent des Medianeinkommens) ist in den
letzten Jahren um rund 30.000 auf über 120.000 gestiegen. 2006 gab es
in Niederösterreich in privaten Haushalten und Organisationen ohne
Erwerbszweck ein Geldvermögen von geschätzten 75,5 Milliarden Euro,
Wirtschaftsunternehmen verfügten über weitere 39,3 Milliarden Euro an
Geldvermögen.

Nähere Informationen: Büro LR Heinisch-Hosek unter
02742/9005-12120 und e-mail post.heinisch-hosek@noel.gv.at.

Rückfragehinweis:
Niederösterreichische Landesregierung
Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit und Pressedienst
Tel.: 02742/9005-12175
http://www.noe.gv.at/nlk

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