• 08.06.2008, 21:18:54
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"Kleine Zeitung" Kommentar: "Rot-schwarzes Wahldebakel in Tirol schwächt Bundesregierung" (Von Claus Albertani)

Ausgabe vom 9. 6. 2008 Graz (OTS) - Schlimmer hätte es für Alfred Gusenbauer nicht kommen können. Konnte er mit Beginn der Euro noch hoffen, dass die Personaldiskussionen in seiner Partei abebben würden, steht er seit gestern wieder im Mittelpunkt der Kritik. In den Tagen vor der Tiroler Landtagswahl wurde spekuliert, ab welchem Ergebnis der schwarze Landeshauptmann Herwig van Staa gehen müsse. Auch drohte der ÖVP der Verlust des dritten Landeshauptmanns in kürzester Zeit - nach Salzburg und der Steiermark. Das ist zwar nicht vom Tisch, aber es ist unwahrscheinlicher geworden. Aber nicht durch die Stärke der ÖVP, sondern durch die Schwäche der SPÖ. Fritz Dinkhauser hat zwar auch die Landeshauptmannpartei Stimmen gekostet. Den Großteil der Proteststimmen hat er jedoch den Grünen und vor allem der SPÖ abspenstig gemacht. Der Umstand, das jene Parteien auf Landesebene verlieren, die auf Bundesebene regieren, ist nichts Neues. Dass aber die ohnehin brustschwache SPÖ noch mehr verliert als die von internen Machtkämpfen gebeutelte ÖVP, lässt die Roten in den Ländern erschaudern. Das wird bedrohlich. Salzburgs Gabi Burgstaller war die Erste, die die Konsequenzen zog: Sie verabschiedete sich demonstrativ von Gusenbauer, mit der Bundespartei, mit dieser Bundesregierung will sie nicht mehr zu tun haben als unbedingt notwendig. Andere rote Landesorganisationen werden folgen, je näher der Landtagswahltermin rückt. Und Gusenbauer wird innerparteilich schwächer, je näher der Tag der Wiederwahl am Parteitag im Oktober rückt. Für die Bundespopltik verheißt das nichts Gutes. Was kann ein geschwächter Kanzler noch durchsetzten? Mit einem nach Tirol ebenfalls geschwächten Vizekanzler Molterer an seiner Seite. In Tirol selbst stehen spannende Tage vor der Tür. Dinkhauser hat das Match um den Landeshauptmann bereits eröffnet, die bisherige Van Staa-Stellvertreterin Elisabeth Zanon hält den Ball im Spiel. Gemeinsam mit SPÖ und Grünen kann Dinkhauser nicht Landeshauptmann werden. Ein schwarzer Landeshauptmann dagegen ist sowohl mit Rot, Grün als auch Blau möglich. Der Preis, den die ÖVP dafür zahlen müsste, wäre entsprechend hoch. Was also spricht gegen ein schwarz-schwarze Hochzeit? Kühl gerechnet wenig: Dinkhauser verwirklicht seinen Lebenstraum und wird Landeshauptmann - für zwei Jahre. Dann übergibt er seiner Stellvertreterin Zanon und das heilige Land Tirol bleibt auf ewig schwarz. Oder? **** Rückfragehinweis: Kleine Zeitung Redaktionssekretariat Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035, 4047 mailto:redaktion@kleinezeitung.at http://www.kleinezeitung.at *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0073 2008-06-08/21:18 082118 Jun 08

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