Selen zur Therapie der Sepsis in der Intensivmedizin

Innsbruck (OTS) - Selen ist derzeit das interessanteste Spurenelement in der Intensivmedizin, wie Prof. Dr. Druml vom Wiener AKH auf der Tagung der österreichischen Gesellschaft für internistische und allgemeine Intensivmedizin (gemeinsam mit der Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin) in Innsbruck als Moderator einer wissenschaftlichen Sitzung über die Bedeutung von Spurenelementen, Mineralstoffen und Vitaminen in der Intensivmedizin bemerkte. Vor allem in der Therapie der Sepsis scheint laut jüngsten Studien (SIC-Selenium in Intensive Care)) die Zahl der Todesfälle durch die Infusionstherapie mit Natriumselenit (SelenaseR) um 10-15 % absenkbar zu sein, d.h. in Zahlen, man kann durch Selengaben verhindern, dass von ursprünglich 100 Patienten, die an einer Sepsis versterben würden 10-15 Patienten durch Selengaben die Sepsis überlebt haben.

Man hat in den erwähnten Studien mit Selendosen von um die 2000mcg als intravenöse Tagesdosis therapiert. In einer der Studien (Forceville) wurde zu Beginn der Sepsistherapie eine Tagesdosis von 4000 mcg eingesetzt. Die SISPCT Studie, die von SEPTNET (geleitet von Prof. Dr. Reinhardt, ena) durchgeführt werden wird sollen die Daten des Effektes von Selen in der Sepsistherapie multizentrisch um eine größere Fallzahl erweitert werden

Bei der Sepsis kann es durch die übermäßige Freisetzung von aggressiven und zerstörerisch wirksamen freien Radikalen aus neutrophilen Granulozyten und durch die Freisetzung von Entzündungsmediatoren zum Multiorganversagen kommen. Selen ist ein wichtiger Teil des antioxidativen Schutzsystems des menschlichen Körpers und gleichzeitig antiinflammatorisch wirksam. Diese Effekte können aber nur durch die Zufuhr höherer Dosen von Selen als man für die täglich notwendige Substitution zur Gesunderhaltung benötigt erreicht werden.

Auch in der Reperfusionstherapie spielt der Einsatz von Selen auf Grund seiner Radikalfängereigenschaften eine Rolle. Im Fall der Unterbrechung der Blutzufuhr zu einem Organ für einige Zeit kommt es nach der Wiederherstellung der Durchblutung über den Xanthin-Peroxidasemechanismus zur Freisetzung großer Mengen freier Radikale die das betroffene Organ schädigen können.

Die Selenversorgung der Bevölkerung ist in Österreich und in Deutschland, wie in zahlreiche Untersuchungen nachgewiesen wurde, suboptimal.

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