Industrie: Freie Emissionszertifikate für exponierte Unternehmen unabdingbar

IV-GS Beyrer: Ansonsten droht Verlust von Jobs und Schaden für Klima - Frühzeitige und klare Festlegung erforderlich - IV begrüßt koordiniertes Auftreten der Bundesregierung

Wien (OTS) - (PdI) Als "unabdingbar" bezeichnete es der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Freitag, "dass jene Unternehmen, die mit ihren Produkten im internationalen Wettbewerb stehen, auch weiterhin von einer Versteigerung der Emissionszertifikate ausgenommen werden. Diese Betriebe müssen die Zertifikate weiterhin frei zugeteilt bekommen. Zentral ist dabei aus Sicht der Industrie eine frühzeitige und klare Festlegung." Basis der Zuteilung an die Unternehmen sollen Effizienz-und Technologiekriterien sein, um Unternehmen, die schon sehr viel in emissionsmindernde Maßnahmen investiert haben und den modernsten Stand der Technik anwenden, weniger zu belasten, als jene mit Nachholbedarf, so der IV-Generalsekretär anlässlich des Berichts der Slowenischen EU-Präsidentschaft zum Energie- und Klimapaket im EU-Umweltministerrat. Insbesondere verwies Beyrer auf heimische Paradeunternehmen und Leitbetriebe, wie die voestalpine, die dringend eine "lebbare" Lösung brauchen, um weiter am Standort Österreich wettbewerbsfähig tätig zu sein. Dies insbesondere, weil die voestalpine schon heute ein Vorbildunternehmen für Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit sei.

"Eine Verschiebung der Entscheidung auf 2010 oder später ist angesichts anstehender Investitionen keinesfalls akzeptabel", betonte Beyrer. Die Reduktion der Gesamtemissionen und damit der Klimaschutzbeitrag der Industrie hänge in keiner Weise von einer kompletten oder teilweisen Versteigerung der Zertifikate ab - auch bei einer Gratiszuteilung stehe nur eine gewisse, von Jahr zu Jahr geringer werdende, Menge an Zertifikaten zur Verfügung. "Das Klimaschutzziel wird hierbei genauso erreicht, nur die Wettbewerbsverzerrung und damit das Risiko von Arbeitsplatzverlusten wäre dabei aber geringer", sagte der IV-Generalsekretär. Vor diesem Hintergrund werde der Bericht der Slowenischen Präsidentschaft von der Industrie mit Sorge zur Kenntnis genommen.

Die EU bewege sich "auf einem schmalen Grat. Wenn es nicht gelingt, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die im internationalen Wettbewerb stehenden Unternehmen zu schaffen, wird sich das berechtige Klimaschutzanliegen der EU das Gegenteil bewirken. Effiziente europäische Standorte werden durch hohe Zertifikatskosten über Gebühr belastet und Produktion findet dann anderswo in der Welt statt. Damit gehen Arbeitsplätze und Wohlstand verloren und das Weltklima wird weiter belastet", so Beyrer. Vor dem Hintergrund begrüße die Industrie das bisherige koordinierte Auftreten der österreichischen Bundesregierung bei den laufenden Verhandlungen. "Die Regierung handelt im Sinne einer verantwortungsvollen Klimaschutzpolitik, die Standort und Klimaschutz im Auge behält", sagte der IV-Generalsekretär.

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