Grüne Wien zu U-Kommission: Mangel in Kinderpsychiatrie seit 1991 bekannt

Pilz: "Stadtregierung hat die Mangelversorgung der Kinder jahrzehntelang hingenommen"

Wien (OTS) - Die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wien sei weit entfernt von einer "State of the Art"-Versorgung, alarmiert der Kinder- und Jugendpsychiater Max Friedrich in seiner heutigen Einvernahme in der Sitzung der U-Kommission "Psychiatrie". "Nach Aussagen von Friedrich sei der Mangel seit dem Jahr 1991 allen verantwortlichen PolitikerInnen bekannt", betont die Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, Sigrid Pilz. Auch der Bürgermeister hätte laut Friedrich der Therapieeinrichtung Boje finanzielle Hilfe versprochen, "dieses Versprechen wurde seit sechs Jahren vom Bürgermeister nicht eingelöst", so Pilz.

Die Unterbringung von rund 180 Kindern und Jugendlichen pro Jahr in der Erwachsenenpsychiatrie kann bei den jungen PatientInnen Schockzustände auslösen und bedingt schwere psychische Belastungen. Auch die Nachbetreuung durch die MA 11 sei absolut mangelhaft: die Akutspitäler Rosenhügel und AKH können ihre PatientInnen oft nicht zur Weiterversorgung in den Einrichtungen der Jugendwohlfahrt unterbringen, obwohl Kinder und Jugendlichen entlassungsfähig wären. Es fehlen die nötigen sozialpädagogischen Einrichtungen und auch das Personal. Die Folge ist, dass entlassungsfähige Jugendliche in teuren und von Anderen dringend benötigten Spitalsbetten bis zu einem Jahr liegen müssen. Da in Wien keine Plätze zur Verfügung stehen, müssen mache sogar, getrennt von ihren Familien, in sozialpädagogische Einrichtungen nach Oberösterreich geschickt werden. "Das ist ein unhaltbarer Zustand: Den Preis für die Mangelversorgung und das politische Desinteresse bezahlen die Kinder und Jugendlichen" betont Pilz.

"Häupl, Rieder, Brauner und Wehsely sind für die Untätigkeit der letzten Jahrzehnte zur Verantwortung zu ziehen", so Pilz abschließend. Für die besonders krasse Unterversorgung in der Kinder-und Jugendwohlfahrt ist Stadträtin Grete Laska verantwortlich, die Grünen Wien werden Laska deshalb vor die Untersuchungskommission laden.

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