- 06.06.2008, 12:17:30
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Grüne Wien zu U-Kommission: Mangel in Kinderpsychiatrie seit 1991 bekannt
Pilz: "Stadtregierung hat die Mangelversorgung der Kinder jahrzehntelang hingenommen"
Wien (OTS) - Die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wien sei weit
entfernt von einer "State of the Art"-Versorgung, alarmiert der
Kinder- und Jugendpsychiater Max Friedrich in seiner heutigen
Einvernahme in der Sitzung der U-Kommission "Psychiatrie". "Nach
Aussagen von Friedrich sei der Mangel seit dem Jahr 1991 allen
verantwortlichen PolitikerInnen bekannt", betont die
Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, Sigrid Pilz. Auch der
Bürgermeister hätte laut Friedrich der Therapieeinrichtung Boje
finanzielle Hilfe versprochen, "dieses Versprechen wurde seit sechs
Jahren vom Bürgermeister nicht eingelöst", so Pilz.
Die Unterbringung von rund 180 Kindern und Jugendlichen pro Jahr in
der Erwachsenenpsychiatrie kann bei den jungen PatientInnen
Schockzustände auslösen und bedingt schwere psychische Belastungen.
Auch die Nachbetreuung durch die MA 11 sei absolut mangelhaft: die
Akutspitäler Rosenhügel und AKH können ihre PatientInnen oft nicht
zur Weiterversorgung in den Einrichtungen der Jugendwohlfahrt
unterbringen, obwohl Kinder und Jugendlichen entlassungsfähig wären.
Es fehlen die nötigen sozialpädagogischen Einrichtungen und auch das
Personal. Die Folge ist, dass entlassungsfähige Jugendliche in teuren
und von Anderen dringend benötigten Spitalsbetten bis zu einem Jahr
liegen müssen. Da in Wien keine Plätze zur Verfügung stehen, müssen
mache sogar, getrennt von ihren Familien, in sozialpädagogische
Einrichtungen nach Oberösterreich geschickt werden. "Das ist ein
unhaltbarer Zustand: Den Preis für die Mangelversorgung und das
politische Desinteresse bezahlen die Kinder und Jugendlichen" betont
Pilz.
"Häupl, Rieder, Brauner und Wehsely sind für die Untätigkeit der
letzten Jahrzehnte zur Verantwortung zu ziehen", so Pilz
abschließend. Für die besonders krasse Unterversorgung in der Kinder-
und Jugendwohlfahrt ist Stadträtin Grete Laska verantwortlich, die
Grünen Wien werden Laska deshalb vor die Untersuchungskommission
laden.
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