• 06.06.2008, 09:58:29
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Grüne Wirtschaft schlägt Lösung im Wiener Plakatstreit vor

Fairen Markt, kulturelle Vielfalt und freie Meinungsäußerung gewährleisten

Wien (OTS) - Um im seit Monaten andauernden Streit um
Plakatwerbung im öffentlichen Raum in Wien endlich eine konstruktive
Diskussion zu ermöglichen, hat der Vorsitzende der Grünen Wirtschaft,
Dr. Peter Drössler - zugleich Sprecher der Organisation für den
Bereich Werbewirtschaft - heute, Freitag Eckpunkte für eine mögliche
Lösung präsentiert. "Es geht uns um ein Modell, mit der alle drei
Dimensionen der Problematik zufrieden stellend gelöst werden können:
ein fairer Zugang zum Markt auch für kleine Unternehmen, ausreichende
Chancen auf Öffentlichkeit für die freie Kulturszene und die Wahrung
des Rechts auf freie Meinungsäußerung - auch durch Plakat - für alle
BürgerInnen dieser Stadt", erläutert Drössler den Vorstoß.

Anstelle einer Rückkehr zur freien Plakatierung solle ein gerechtes
System für gewerbliche, kulturelle und freie Plakatierung treten:

1.Die transparente Vergabe von Plakatflächen für gewerbliche Nutzung
bei Anwendung vereinfachter Einreichmodalitäten. So müsse es
beispielsweise möglich sein, gewünschte Standorte auch über Angabe
der Postadresse anzumelden. Die derzeit übliche Festlegung auf
GPS-Daten sei eine einseitige Bevorzugung von Unternehmen, die diese
Daten als gewerbliches Produkt am Markt anbieten.
Bei der Vergabe der Flächen sei auf eine Vielfalt am Markt zu achten.
"Denkbar ist zum Beispiel eine Regelung, nach der ein Unternehmen ab
einem Marktanteil von 60% bei einer bestimmten Werbeform keine
weiteren Flächen mehr genehmigt erhält." Grundlage für die
Ermittlung der Marktanteile könne der Werbeflächenkataster der MA 19
sein, dessen Fertigstellung für Anfang Sommer 2008 angekündigt wurde.
"Diese Daten müssen öffentlich zugänglich sein," fordert Drössler.
Auszuschließen sei außerdem eine Ungleichbehandlung in der Bemessung
der Gebrauchsabgabe. "Es ist nicht einzusehen, warum die Stadt Wien
einerseits Freie Plakatierer verklagt, gleichzeitig aber dem
marktbeherrschenden Unternehmen mehr als großzügige Rabatte bei
dieser Abgabe gewährt." Künftig sollen alle gleich viel je Fläche
zahlen.

2.Für Kulturveranstalter schlägt die Grüne Wirtschaft einen
vergünstigten Tarif zur Ankündigung von Veranstaltungen vor. Dazu
solle die Stadt Wien Flächen gratis zur Verfügung stellen und auch
auf die Gebrauchsabgabe für diese Flächen verzichten. Als Kosten
müssten die Veranstalter nur die reinen Affichierungs- und
Verwaltungskosten übernehmen. Verwaltet könnten diese Flächen von
einer Gemeinnützigen GmbH werden, an der die Interessensvertretungen
der Kulturveranstalter direkt beteiligt sind und die mit der Stadt
Wien einen Vertrag abschließt.
Für diesen Zweck sollen hochwertige Flächen vorgesehen werden und
auch zumindest zwei verschiedenartige Systeme ermöglicht werden. Die
Grüne Wirtschaft schlägt vor, in unmittelbarer Nähe zu allen
Ausgängen der 83 Wiener U-Bahnstationen sowie auf den Stromkästen in
den innerstädtischen Bezirken Flächen für diesen Zweck zu widmen. In
Summe sollten so etwa 20.000 1-Bogen-Flächen für Kulturwerbung zur
Verfügung gestellt werden.

3.Alle Anbieter von Außenwerbung in Wien sollen nach dem Modell der
Grünen Wirtschaft verpflichtet werden, fünf Prozent ihrer Flächen für
kostenfreie Selbstplakatierung für zur Verfügung zu stellen. Auf
diesen Flächen muss eine gewerbliche Nutzung ausgeschlossen sein,
dafür sind diese Flächen auch entsprechend zu kennzeichnen. Um zu
verhindern, dass nur unattraktive Flächen für diesen Zweck
bereitgestellt werden, ist die Qualität der Flächen (Anzahl der
errechneten Sichtkontakte) in die Berechnung mit einzubeziehen.

"Unser Vorschlag ist eine Gesprächsgrundlage für die weitere
Diskussion", betont Drössler, "wir hoffen, dass man im Rathaus nun
endlich bereit ist, sich mit den Kritikern des bestehenden -
ungerechten und nicht ausreichenden - Systems an einen Tisch zu
setzen." Bei einem ersten Gespräch, das kommende Woche seitens der
Fachgruppe Werbung mit den Vertretern des Vereins "Freies Plakat"
geführt werde, wolle man dieses Modell im Detail erläutern. "Wir
erwarten uns, dass sich der seit letzter Woche für das Thema allein
zuständige Geschäftsführer der Fachgruppe, Dr. Manfred Pichelmayer,
für dieses Modell einsetzt - außer er legt einen noch bessere
Vorschlag konkret auf den Tisch," schließt Drössler.

Rückfragehinweis:
Pressereferat: 0664 52 16 831, [email protected]

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