• 27.05.2008, 13:59:42
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Steiermark: Baugesetz bedroht kleine und mittlere Höfe und Biobetriebe

Wlodkowski: Schweinsschnitzel wird künftig aus Ländern mit Agrarindustrie kommen

Graz/Wien (OTS) - Durch das geplante, neue Baugesetz könnten in
der Steiermark für bereits bestehende, bewilligte Ställe zusätzliche
Auflagen vorgeschrieben werden - selbst dann, wenn die
bescheidmäßigen Vorschriften mustergültig eingehalten werden. Dagegen
protestierte Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski heute
heftig. Er kündigte Protestaktionen an, "denn die Novelle bedroht
insbesondere die kleinen und mittleren Betriebe sowie die Biobetriebe
in ihrer Existenz".

Der in diesem Zusammenhang geforderte Einbau von Biofiltern sei
für die kleinen und mittleren Betriebe sowie die Biobetriebe nahezu
wirkungslos, unterstrich der Kammerpräsident. Das bestätigten
Forschungsergebnisse des Lehr- und Forschungszentrums
Raumberg-Gumpenstein. Biofilter erzielten ihre Wirkung erst ab 5.000
Mastplätzen. Einen derart großen Betrieb gebe es in der Steiermark
nicht. Und: Biofilter seien selbst für Großbetriebe ab 5.000
Schweineplätze nicht Stand der Technik und würden europaweit nicht
verwendet. Außerdem seien Biofilter unfinanzierbar. Eine
Biofilteranlage für 500 Mastplätze würde EUR 390.000,- kosten. "Um
dies zu finanzieren, müsste ein Betrieb 15 Jahre lang Schweine
halten, ohne Arbeitslohn und ohne Berücksichtigung der
Stallbaufixkosten", so Wlodkowski. Die Landwirtschaft verschließe
sich allerdings einem effizienten Filtereinsatz nicht. Sie biete im
Sinne einer guten Nachbarschaft die Möglichkeit an Filteranlagen zu
testen.

"In keinem anderem Bundesland sowie keinem anderem EU-Land gibt es
derart bauernfeindliche Bestimmungen in einem Baugesetz. Gegen diese
Ungleichbehandlung wehren sich die Bauern", kritisierte Wlodkowski
weiter und warnte: "Das geplante Baugesetz bedeutet das Aus für die
Tier haltenden Betriebe in der Steiermark. Es richtet sich gegen die
Zukunft der Höfe. Die traurige Folge ist, dass dann das beliebte
Schnitzerl nach langen Transportwegen aus den Agrarindustrien Polens,
Dänemarks, der Niederlande, Ungarns oder Rumäniens kommt. Für die
Konsumenten ist die Produktion dann nicht mehr nachvollziehbar."
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Steiermark
Hamerlinggasse 3, 8011 Graz
Tel.: 0316/8050-0, Fax: 0316/8050-1510
mailto: [email protected]
http://www.agrarnet.info

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