Steiermark: Baugesetz bedroht kleine und mittlere Höfe und Biobetriebe

Wlodkowski: Schweinsschnitzel wird künftig aus Ländern mit Agrarindustrie kommen

Graz/Wien (OTS) - Durch das geplante, neue Baugesetz könnten in
der Steiermark für bereits bestehende, bewilligte Ställe zusätzliche Auflagen vorgeschrieben werden - selbst dann, wenn die bescheidmäßigen Vorschriften mustergültig eingehalten werden. Dagegen protestierte Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski heute heftig. Er kündigte Protestaktionen an, "denn die Novelle bedroht insbesondere die kleinen und mittleren Betriebe sowie die Biobetriebe in ihrer Existenz".

Der in diesem Zusammenhang geforderte Einbau von Biofiltern sei für die kleinen und mittleren Betriebe sowie die Biobetriebe nahezu wirkungslos, unterstrich der Kammerpräsident. Das bestätigten Forschungsergebnisse des Lehr- und Forschungszentrums Raumberg-Gumpenstein. Biofilter erzielten ihre Wirkung erst ab 5.000 Mastplätzen. Einen derart großen Betrieb gebe es in der Steiermark nicht. Und: Biofilter seien selbst für Großbetriebe ab 5.000 Schweineplätze nicht Stand der Technik und würden europaweit nicht verwendet. Außerdem seien Biofilter unfinanzierbar. Eine Biofilteranlage für 500 Mastplätze würde EUR 390.000,- kosten. "Um dies zu finanzieren, müsste ein Betrieb 15 Jahre lang Schweine halten, ohne Arbeitslohn und ohne Berücksichtigung der Stallbaufixkosten", so Wlodkowski. Die Landwirtschaft verschließe sich allerdings einem effizienten Filtereinsatz nicht. Sie biete im Sinne einer guten Nachbarschaft die Möglichkeit an Filteranlagen zu testen.

"In keinem anderem Bundesland sowie keinem anderem EU-Land gibt es derart bauernfeindliche Bestimmungen in einem Baugesetz. Gegen diese Ungleichbehandlung wehren sich die Bauern", kritisierte Wlodkowski weiter und warnte: "Das geplante Baugesetz bedeutet das Aus für die Tier haltenden Betriebe in der Steiermark. Es richtet sich gegen die Zukunft der Höfe. Die traurige Folge ist, dass dann das beliebte Schnitzerl nach langen Transportwegen aus den Agrarindustrien Polens, Dänemarks, der Niederlande, Ungarns oder Rumäniens kommt. Für die Konsumenten ist die Produktion dann nicht mehr nachvollziehbar." (Schluss)

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