• 25.05.2008, 09:00:00
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"trend": WKO-Präsident Leitl präferiert die Emirates als AUA-Partner

Während Leitl für die Emirates eintritt, schlägt Bautycoon Haselsteiner die Aeroflot vor. Deutschlands Wirtschaftsminister Glos plädiert für die Lufthansa.

Wien (OTS) - Wirtschaftskammer-Chef Christoph Leitl schlägt einen
konkreten Partner für die Austrian Airlines vor: "Von den bisher
genannten Unternehmen machen die Emirates als Partner am meisten
Sinn. Der Bezug zum arabischen Raum wäre nach der Expansion der AUA
in Osteuropa eine sinnvolle Erweiterung", sagt der WKO-Präsident und
ÖVP-Politiker in der am Montag erscheinenden Ausgabe des
Wirtschaftsmagazins "trend". Ganz hat Leitl die Hoffnung noch nicht
aufgegeben, dass die rot-weiß-rote Fluglinie eigenständig bleiben
kann, doch: "Es stellt sich die Frage, ob die Nische in absehbarer
Zeit noch da ist. Wenn der Trend zur Konzentration überwiegt, ist es
sinnvoll, einen Partner zu nehmen, so lange man selbst als Partner
noch attraktiv ist." Sein Ratschlag in Richtung ÖIAG-Verantwortliche:
"Als Aufsichtsrat würde ich fragen, wie das Unternehmen die Flugwelt
in fünf bis zehn Jahren sieht und welche Bedingungen es zum Überleben
braucht. Wenn es da keine befriedigende Antwort gibt, sollte man eher
früher als später auf Brautschau gehen." Die immer wieder ins Spiel
gebrachte Lufthansa als möglichen Käufer der AUA beurteilt Leitl
kritisch, vor allem weil sie Verkehr vom Flughafen Wien abziehen
könnte: "Ich sehe die AUA als Teil der österreichischen
Infrastruktur. Mit der Lufthansa als Partner würde sie das nicht
bleiben."

Dem widerspricht freilich der deutsche Wirtschaftsminister Michael
Glos, der im "trend" sagt: "Ich verweise auf die positiven
Erfahrungen, die die Swiss mit der Lufthansa macht. Die Lufthansa
muss im globalen Wettbewerb ihr Image stärken. Da wird man einem
Nachbarn doch keinen Ärger machen. Es täte der österreichischen Seele
doch wohl nicht besser, wenn die Air France der neue AUA-Partner
wäre." Sein Rezept heißt "total privat": "Die Lufthansa ist erst
richtig auf die Beine gekommen, als der Staat die letzten Anteile
verkauft hat."

Eine östliche Achse bevorzugt hingegen der Bauindustrielle Hans Peter
Haselsteiner: Er sieht die russische Aeroflot als idealen Brautwerber
für die AUA. In einem ausführlichen "trend"-Interview argumentiert
der Ex-Politiker und Strabag-Chef: "Die Aeroflot wäre mit Sicherheit
ein interessanter Partner. Unser geopolitischer Vorteil würde
nochmals enorm gestärkt werden. Wien könnte eine wirkliche
Drehscheibe werden. Berlin, in einer ähnlich günstigen Lage, muss
erst einen Flughafen bauen. Das dauert noch einige Jahre. Diese Zeit
zu nutzen, das wäre ideal."
Die "Emirates" seien für ihn denkbar, jedoch sei "eine russische
Allianz besser. Für die Russen ist ein westlicher Partner mit
Sicherheit hochwillkommen. Ein größerer Partner als die AUA kommt
für die Russen nicht infrage, weil Sie ihre Identität nicht ablegen
wollen. Hier, glaube ich, könnte die AUA eine tolle Rolle spielen. So
viel ich weiß haben die Russen schon vorgesprochen, wurden aber nicht
empfangen, oder, wie man sagt, abgescharlt. Vielleicht findet jetzt
ein Umdenken statt."

Rückfragehinweis:
trend Redaktion
Tel.: (01) 534 70/3402

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