• 21.05.2008, 10:26:38
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Fusionen und Übernahmen im Abschwung zahlen sich in höheren Erträgen aus

München (OTS) - BCG-Studie zum weltweiten M&A-Markt: Trend zu
kleineren Deals und Rückkehr der strategischen Unternehmenskäufer -
Käufe von Desinvestitionsobjekten schaffen im Gegensatz zu
Komplettübernahmen börsennotierter Firmen mehrheitlich Wert

Die globale Finanzkrise hat bei Finanzinvestoren den
Akquisitionsappetit geschmälert. Auch viele Unternehmen ziehen sich
aus Furcht vor einer Rezession von den Verhandlungstischen für
Mergers & Acquisitions (M&A) zurück. Dabei ist gerade jetzt der
ideale Zeitpunkt, ein Unternehmen zu kaufen, stellt die aktuelle
Studie "The Return of the Strategist: Creating Value with M&A in
Downturns" der Boston Consulting Group (BCG) fest. Bei Transaktionen,
die in einer konjunkturell schwächeren Phase durchgeführt werden, ist
die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie Wert schaffen und
berechenbar höhere Renditen produzieren.

Die BCG-Studie basiert auf einer Analyse von mehr als 408.000
Fusionen und Übernahmen in den Jahren 1981 und 2007; ein besonderer
Schwerpunkt lag dabei auf über 5.100 Desinvestitionen von
Unternehmensteilen.Die Untersuchung belegt, dass Transaktionen bei
schwacher Konjunktur (d. h. einem Wirtschaftswachstum unter 3 Prozent
jährlich) mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit zu langfristigen
Renditen über 50 Prozent führen und im Durchschnitt 14,5 Prozent
mehr Wert für die Käuferseite schaffen. Die im Schnitt höhere
Wertschaffung im Abschwung erklärt sich nicht allein durch
vorteilhafte Kauf- und Verkaufspreise ("Buy low - sell high"),
sondern beispielsweise auch durch eine möglichst hohe
Renditedifferenz zwischen Käufer und gekauftem Unternehmen.

Veränderte Machtverhältnisse

Trotz der globalen Finanzkrise und der drohenden Rezession in den
USA hielt sich der weltweite M&A-Markt im vergangenen Jahr relativ
stabil. Zwar ging der Gesamtwert der Transaktionen im zweiten
Halbjahr 2007 gegenüber der ersten Jahreshälfte um 17,8 Prozent
zurück - auch wegen des Rückzugs von Private-Equity-Firmen.
Gleichwohl bleibt die Gesamtzahl der Transaktionen auf ähnlich hohem
Niveau wie in der Spitze der letzten M&A-Welle im Jahr 2000.
Allerdings fallen die Deals wieder etwas kleiner aus. Zudem treten
verstärkt Industrieunternehmen als strategische Käufer in den
Vordergrund. Der Anteil von Unternehmenskäufern am weltweiten
Transaktionsvolumen stieg im vergangenen Jahr von 73 Prozent auf 85
Prozent, während sich der Anteil der Private-Equity-Firmen von 27
Prozent auf 15 Prozent nahezu halbierte.

"Wir beobachten weniger einen grundlegenden Vertrauensverlust im
M&A-Markt als vielmehr ein verändertes Kräfteverhältnis. Die
Machtgewichte haben sich von den Finanzinvestoren zugunsten der
Unternehmenskäufer verschoben", sagt BCG-Partner und Studienautor
Alexander Roos. "Allerdings könnten sich die Finanzinvestoren mit
einem derzeit nach Anlagemöglichkeiten suchenden Kapital von über 300
Milliarden US-Dollar schnell wieder im M&A-Markt zurückmelden - auch
wenn der Fremdfinanzierungsanteil niedriger sein wird als noch vor
einem Jahr."

Der BCG-Experte sieht derzeit viele Unternehmen dank hoher
Liquidität und Profitabilität in einer Position der Stärke. So
verfügen die S&P-500-Unternehmen heute über Barreserven, die um 56
Prozent höher liegen als im Jahr 2000, als der M&A-Markt historische
Rekordwerte erreichte. Auch die durchschnittliche Profitabilität der
S&P-500-Unternehmen liegt doppelt so hoch wie in 2000.

Kleiner, aber fein

Insbesondere der Kauf von Konzernteilen, die im Zuge einer
Neuordnung des Geschäftsportfolios vom Mutterunternehmen abgespalten
werden, bringt für Unternehmenskäufer häufig eine
überdurchschnittliche Rendite. Im Schnitt, so die BCG-Berechnungen,
erzielen 57,5 Prozent der Käufer von Unternehmensteilen positive
Erträge; bei einer Übernahme ganzer börsennotierter Unternehmen sind
es dagegen nur 41,7 Prozent. Sie erwirtschaften dabei eine Rendite
(gemessen als marktbereinigte Rendite auf den bekanntgegebenen Preis)
in Höhe von 2,2 Prozent, gegenüber -1,2 Prozent bei der
Komplettübernahme von börsennotierten Unternehmen. "M&A gelten als
Wertvernichter. Diese vielfach belegte Einschätzung bestätigt sich
überraschenderweise nicht für das Segment der Teilverkäufe innerhalb
des M&A-Marktes. Die Käufer von desinvestierten Unternehmensteilen
profitieren mehrheitlich und schaffen Wert für ihre Shareholder -
und zwar auch in Abschwungphasen", erklärt Roos.

Unter Wert verkauft

Weniger erfreulich entwickeln sich Abtrennungen von Firmenteilen
dagegen für die Verkäufer selbst. Zwar belaufen sich die Renditen im
Schnitt auf 1,5 Prozent und steigen in einem schwachen
Konjunkturumfeld auf 1,7 Prozent. Allerdings verzichten die Verkäufer
nach BCG-Berechnungen auf bis zu 11 Prozent ihrer möglichen Rendite -
oder durchschnittlich auf 28 Millionen Dollar pro Transaktion, wenn
man die Skaleneffekte zwischen Teil- und Komplettverkauf zugrunde
legt. "Dies legt nahe, dass viele Unternehmen unnötig Geld auf dem
Tisch liegen lassen. Sie können die Wertschaffung optimieren, indem
sie dem Käufer konkretes Synergiepotenzial aufzeigen - und somit
einen entsprechend höheren Preis erzielen können. Auch mit einem
Börsengang (IPO) einer Tochtergesellschaft lassen sich aufgrund der
starken Signalwirkung deutliche höhere Erträge für den Verkäufer
erzielen als bei einem nichtöffentlichen Verkauf bzw. einem
Trade-Sale an Investoren", erläutert Jens Kengelbach, BCG-Principal
und Mitautor der Studie.

The Boston Consulting Group

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale
Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der
Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen
und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr
Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In
partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG
individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige
Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des
Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu
verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist
heute an 66 Standorten in 38 Ländern vertreten. Das Unternehmen
befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. In
Deutschland und Österreich erwirtschaftete BCG im Jahr 2007 mit 767
Beraterinnen und Beratern einen Umsatz von 361,5 Millionen Euro.
www.bcg.at.

Rückfragehinweis:

Katharina Sacken
   Marketing Manager
   THE BOSTON CONSULTING GROUP
   Am Hof 8, 1010 Vienna
   Tel.: +43 1 53756 8163
   Mobile: +43 676 5797311
   mailto:[email protected]

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