Ein Leben im Dienst eines lebendigen Demokratiebewusstseins Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst für Mary Steinhauser

Wien (PK) - Mary Steinhauser gehöre zur Gruppe jener Frauen, die den Aufbau einer "neuen Gesellschaft" nach Nazidiktatur, Verfolgung und Krieg in Österreich mitgetragen hätten, ihr Engagement für Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit habe wesentlich zur Zivilisierung unserer Gesellschaft beigetragen. Das sagte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer heute Abend bei einer Feierstunde im Palais Epstein, in deren Rahmen sie Mary Steinhauser am Vorabend von deren 70. Geburtstag das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst überreichte. Mary Steinhauser sei eine jener herausragenden Persönlichkeiten, die das kulturelle und wissenschaftliche Leben Wiens seit Jahrzehnten nachhaltig prägten, sagte Prammer weiter. Steinhauser habe ihr Leben unermüdlich in den Dienst einer aufgeklärten und zukunftsorientierten Gesellschaft gestellt.

Ausführlich würdigte Prammer vor allem Mary Steinhausers Engagement in der historischen Aufarbeitung der Shoa. Die Präsidentin verwies in diesem Zusammenhang auf das "Totenbuch Theresienstadt", das Steinhauser gemeinsam mit dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands herausgegeben hat, und auf die Pflege der Shanghaier Ghetto-Listen. Bei ihrem Besuch in Israel im Vorjahr hatte Prammer die Originale der Gedenkstätte Yad Vashem übergeben. Die Präsidentin würdigte weiter Steinhausers Engagement als Mittlerin zwischen den Generationen und ihr unermüdliches politisches Engagement.

Daran knüpfte Mary Steinhauser in ihren Dankesworten an: "Politik hat mein Leben geprägt, sie lässt mich nicht gleichgültig", sagte sie, "ich empfinde es als Glück, ein politischer Mensch zu sein." Zwei "Säulen" gebe es in ihrem Leben, Judentum und Sozialismus; von beiden sei sie aber zunehmend enttäuscht, weil das soziale Engagement geringer werde. Auf die Wahl Kurt Waldheims zum Bundespräsidenten eingehend, zog Steinhauser eine Bilanz und stellte fest, dass es heute nicht mehr möglich sei, "so offen antisemitisch zu agieren wie gegen Bruno Kreisky".

Mary Steinhauser, am 21. Mai 1938 in Wien geboren, feierte ihren 1. Geburtstag auf einem Schiff, als ihre Familie vor den Nazis nach Shanghai flüchtete. Sie war sieben Jahre alt, als am Ende des Kriegs im Pazifik sich die Tore des Ghettos von Shanghai öffneten. In Wien bildet sie seit Mitte der 70er Jahren, wie Präsidentin Prammer in ihrer Laudatio sagte, das "Herz der Aktion kritische Wähler".

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