• 19.05.2008, 10:05:25
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ÖAMTC-Test: Cabriofahrer bei Fahrzeugüberschlägen nicht ausreichend geschützt (+Grafik, +Foto)

Gravierende Sicherheitsmängel - Entwicklung ist quasi stehengeblieben

Wien (OTS) - Fahrtwind im Haar, Sonne im Gesicht und Tiger im Tank
- es ist ein cooles Gefühl, im Cabrio unterwegs zu sein. Wer denkt da
schon gerne an Risiken wie ein plötzliches Hindernis, einen
Überschlag des Autos und den fehlenden Schutz für die Insassen. "Der
neueste ÖAMTC-Test zeigt, dass man sich im Cabrio besser nicht in
falscher Sicherheit wiegen sollte", sagt ÖAMTC-Techniker Steffan
Kerbl. In einem "Rollover-Test" hat der Club den Insassenschutz bei
drei beliebten Cabrio-Modellen der Kleinwagenklasse untersucht:
Peugeot 207 CC, Mini Cooper und Citroen Pluriel. Mit folgendem
Ergebnis:

Frontsitze - "ausreichend" für Peugeot und Mini, "mangelhaft" für
Citroen
Rücksitze - "gut" für Peugeot, "befriedigend" für Mini, "mangelhaft"
für Citroen

Fazit: In Relation schneidet der Peugeot im Überschlagstest am besten
ab, gefolgt vom Mini mit schwacher Performance und dem Citroen, der
beim Test glatt durchfällt.

Insassensicherheit - bitte warten

Die Testergebnisse zeigen, dass es seit dem letzten
ÖAMTC-Überschlagstest für Cabrios im Jahr 2003 keine wesentlichen
Verbesserungen bei der Insassen-Sicherheit gab: Bei allen drei
getesteten Modellen sind die Windschutzscheiben-Rahmen ("A-Säule") zu
instabil. Die Folge ist, dass bei einem Überschlag besonders die
vorderen Insassen von Cabriolets schlecht geschützt sind. Durch die
Deformierung kommt es leichter zu Kopfkontakt mit der Fahrbahn und
damit zu gefährlichen bis tödlichen Verletzungen. Personen, die
größer als 1,75 Meter sind, überragen zudem die
Überrollschutz-Systeme - ein weiteres Verletzungsrisiko. Es zeigte
sich außerdem, dass - wie in diesem Fall bei Citroen und Mini - immer
noch Fahrzeuge ohne geeigneten Überschlagschutz auf dem Markt
angeboten werden. Kerbl: "Das kann im Jahr 2008 aus
sicherheitstechnischer Sicht nicht akzeptiert werden." Außerdem
beanstandet der ÖAMTC-Techniker, dass in keinem der drei getesteten
Fahrzeuge die Gurten in der Höhe verstellbar sind. "Das kann bei
einem Überschlag dazu führen, dass der Oberkörper aus dem Gurt
rutscht und in Folge der Kopf ungeschützt auf die Fahrbahn trifft",
beschreibt Kerbl das vermeidbare Gefahrenmoment.

Test-Ergebnisse im Detail

Der Peugeot 207 CC verfügt als einziges der getesteten Fahrzeuge
serienmäßig über eine Sensorik, die einen Überschlag erkennt und
damit gezielt seine Schutzsysteme - Überrollbügel und automatische
Gurtstraffer - zündet. Da ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm)
serienmäßig eingebaut wird, ist das Überschlagsrisiko eher gering.
Außerdem lobenswert: Die umfangreiche serienmäßige
Sicherheitsausstattung stimmt in Bezug auf das
Preis-Leistungs-Verhältnis. Größte Schwachpunkte sind die instabile
A-Säule und die fehlende Gurthöhenverstellung.

Der Mini Cooper ist zwar serienmäßig mit einem starren
Überrollschutz ausgestattet, die Gurtstraffer werden aber nicht durch
eine Überschlagssensorik ausgelöst. Positiv im Vergleich ist beim
Mini die stabilere A-Säule. "Das gute Ergebnis wird allerdings
dadurch geschmälert, dass der Beifahrer durch die fehlende
Gurtführung beim Überschlag hart auf die Fahrbahn schlägt und kaum
eine Überlebenschance hat", sagt der ÖAMTC-Techniker. ESP oder
Gurtwarner gibt es beim Mini nur gegen Aufpreis.

Der Citroen Pluriel bildet auf Grund eines fehlenden adäquaten
Überrollschutzes das Schlusslicht im ÖAMTC-Test. "Die A-Säule wurde
im Test so weit nach unten gedrückt, dass die Köpfe aller vier
Crashtest-Dummies Straßenkontakt hatten", beschreibt Kerbl. Bemängelt
wird in der Testauswertung weiters die fehlende Sensorik zur
Erfassung der Überschlagssituation. Die serienmäßige
Sicherheitsausstattung des Pluriel ist im Verhältnis zu seinem Preis
nur durchschnittlich. Sie beinhaltet lediglich serienmäßige Front-,
Seiten-, und Kopfairbags und Gurtwarner nur für die vorderen
Sitzplätze. Die Ausführung "Senso Drive 1,6 l" verfügt immerhin auch
über ESP.

ÖAMTC-Tipps für den Cabrio-Kauf und Forderung an die
Auto-Hersteller

Ein Überschlag im Cabriolet passiert zwar selten, die Folgen sind
aber besonders dramatisch. Daher sollte man beim Kauf eines Cabrios
einige Dinge berücksichtigen. "Als erstes ist abzuklären, ob das Auto
über ein geeignetes Überrollschutz-System verfügt und wie dieses
funktioniert", sagt der ÖAMTC-Techniker. Weiters ist zu beachten,
dass die Personengröße nie über den Kopfschutz hinausragt.
Unverzichtbar für die Sicherheit sind jedenfalls höhenverstellbare
Gurte.

"Die gravierenden Mängel wurden durch den Test wieder offensichtlich.
Jetzt sind die Autohersteller gefordert, Verbesserungen an den
Cabrios vorzunehmen. Ein serienmäßiger Überschlagschutz ist das
Mindestmaß an geforderter Sicherheit in einem Cabrio", so der
ÖAMTC-Techniker abschließend.

Aviso an die Redaktionen: Eine Grafik und Bildmaterial zu dieser
Aussendung sind im ÖAMTC-Fotoservice unter www.oeamtc.at/presse
abrufbar.

Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Eva Käßmayer
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at

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