Oberösterreich als Vorreiter der modernen Psoriasistherapie

Wien (OTS) - Oberösterreichs Dermatologen planen eine Optimierung der Versorgungssituation für Psoriasis-Patienten durch ein flächendeckendes und vernetztes Angebot von modernen Therapien bei den niedergelassenen Fachärzten in Zusammenarbeit mit den Spezialambulanzen der Krankenhäuser. Erleichterungen zum Zugang zur Biologika-Therapie und ein optimales Schnittstellenmanagement sollen dabei helfen.

Wie viele chronische Erkrankungen bedarf auch Psoriasis (Schuppenflechte) einer komplexen Therapie. Die Hautkrankheit, unter der rund zwei bis 2,5 Prozent der Bevölkerung und somit ca. 200.000 Österreicher und schätzungsweise 34.400 Oberösterreicher leiden, basiert auf entzündlichen Prozessen und geht mit intensiver Schuppenbildung einher. Zehn bis 30 Prozent der Patienten entwickeln zusätzlich eine psoriatische Arthritis(1), eine schmerzhafte und degenerative Entzündung der Gelenke. Im Jahr 2006 gab es 1.581 stationäre Aufenthalte von 1.052 Psoriasis-Patienten in Oberösterreich(2).

Psoriasis: Die unterschätzte Krankheitslast

Dabei ist Psoriasis viel mehr als nur ein kosmetisches Problem:
Die Erkrankung schränkt die Patienten massiv in ihrer Lebensqualität ein. Bei diesen auffälligen körperlichen Merkmalen sind gravierende psychische Probleme eine häufige Begleiterscheinung. Obwohl Schuppenflechte nicht ansteckend ist, sind Stigmatisierung und soziale Ausgrenzung oft die Folge für die Betroffenen. Die psychische und physische Krankheitslast ist mit anderen schwerwiegenden chronischen Krankheiten, wie z.B. Diabetes, COPD oder Rheuma vergleichbar(3). Außerdem treten Komorbiditäten wie metabolisches Syndrom, Adipositas oder Herz-Kreislauferkrankungen bei Psoriasis-Patienten häufiger auf als bei gesunden Menschen(4). Trotz der erwiesenen schweren Krankheitslast wird die Psoriasis leider im Vergleich zu anderen Krankheitsbildern noch immer unterschätzt.

Moderne Therapien: Biologika

Zur Therapie der Psoriasis stehen seit einigen Jahren durch die Erfolge der biomedizinischen Forschung die so genannten Biologika zur Verfügung, die direkt in das Entzündungsgeschehen eingreifen. Auch hartnäckige und schwere Formen der Psoriasis können auf diese neuen Medikamente ansprechen. Biologika bringen entscheidende Vorteile für die Patienten, da sie eine zielgenauere Therapie und eine erhöhte Flexibilität in der Behandlung ermöglichen. Patienten profitieren von der klinischen Wirksamkeit durch eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität und einer Rückkehr in ein "normales" Alltagsleben. Durch eine Verringerung von Krankenständen und Kuraufenthalten stehen die Patienten auch wieder im Arbeitsprozess. Außerdem wird durch manche Biologikatherapien erstmals die Möglichkeit einer Behandlungspause gegeben, was in Anbetracht der langen Erkrankungsdauer von großer Bedeutung ist.

Oberösterreich als Vorreiter der modernen Psoriasistherapie

"Die oberösterreichischen Dermatologen, sowohl aus dem niedergelassenen als auch aus dem Krankenhausbereich, haben mittlerweile jahrelange Expertise im Umgang mit diesen komplexen Therapien gesammelt und wissen aus eigener praktischer Erfahrung, dass die Versorgung der oberösterreichischen Patienten optimiert werden kann", berichtet OA Dr. Werner Saxinger, MSc, Fachgruppen-Stellvertreter der Krankenhaus-Dermatologen und Oberarzt der Dermatologie am Klinikum Kreuzschwestern Wels. Bisher wurde die Biologikatherapie vor allem in den dermatologischen Spezialambulanzen der Krankenhäuser durchgeführt. Patienten, die in größerer Entfernung dazu leben, waren so oftmals beim Zugang zur Therapie benachteiligt.

Nun sollen die bereits bestehenden Kooperationen weiter ausgebaut werden, um so den Zugang zur Biologikatherapie für die schwer betroffenen Patienten in Oberösterreich zu öffnen. Für die Optimierung der Versorgungssituation planen Oberösterreichs Dermatologen unter Berücksichtigung der aktuellen Kostendiskussion und den derzeit geltenden Verordnungsrichtlinien für Biologika entsprechend der Verfahrensordnung zur Herausgabe des Erstattungskodex (VO-EKO) folgendes:

Im Interesse der Patienten: Die Versorgungssituation der oberösterreichischen Psoriasis-Patienten mit modernen Therapien zu optimieren. Jene Patienten, die entsprechend den aktuellen medizinischen und VO-EKO-Richtlinien für die Biologikatherapie in Frage kommen, sollen über diese Therapieoption aktiv und objektiv informiert werden.

Im Interesse des Gesundheitssystems: Das Schnittstellenmanagement - basierend auf der bereits existierenden guten Kooperation zwischen niedergelassenen Fachärzten und Krankenhausambulanzen - noch weiter zu optimieren, z.B. in Form von gemeinsamen Therapieplänen, um die Compliance, die Therapietreue des Patienten, zu stärken. Der niedergelassene Bereich soll eine möglichst breite Versorgung übernehmen, damit den dermatologischen Spezialambulanzen in den Krankenhäusern mehr Ressourcen für die Betreuung der komplexeren Fälle zur Verfügung stehen.

Die Grundlage für eine Optimierung des Psoriasis-Therapiemanagements ist, dass jene Patienten, die entsprechend den Richtlinien mit Biologika behandelt werden sollen, diese auch ohne lange Anfahrtswege und Wartezeiten erhalten. Dr. Johannes Neuhofer, Fachgruppenobmann der niedergelassenen Dermatologen in Oberösterreich, niedergelassener Dermatologe in Linz:
"Ein flächendeckendes und vernetztes Angebot der Biologikatherapie -beim niedergelassenen Facharzt, und bei Bedarf in Zusammenarbeit mit den Spezialambulanzen der Krankenhäuser - ist der erste Schritt in diese Richtung." So kann Psoriasis-Patienten wohnortnahe eine optimale Therapie und eine kontinuierliche Betreuung durch ihren Dermatologen angeboten werden.

Eine Optimierung der Versorgung unter Berücksichtung der gesundheitsökonomischen Aspekte sollte im Interesse der Patienten und des Gesundheitssystems in Kooperation zwischen Ärzten und Sozialversicherung erfolgen.

(1) Hengge, Ulrich u. Ruzicka, Thomas (Hrsg.): Lehrbuch der Dermatologie und Venerologie. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2006.
(2) Quelle: BMGFJ - Diagnosen- und Leistungsdokumentation der Krankenanstalten 2002-2006, GOG/OBIG - eigene Berechnungen.
(3) Rapp SR, et al. J Am Acad Dermatol.1999;41:401-7.
(4) Mrowietz U et al, Arch Dermatol Res 2006;298:309-319.

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