- 15.05.2008, 15:35:15
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Oberösterreich als Vorreiter der modernen Psoriasistherapie
Wien (OTS) - Oberösterreichs Dermatologen planen eine Optimierung
der Versorgungssituation für Psoriasis-Patienten durch ein
flächendeckendes und vernetztes Angebot von modernen Therapien bei
den niedergelassenen Fachärzten in Zusammenarbeit mit den
Spezialambulanzen der Krankenhäuser. Erleichterungen zum Zugang zur
Biologika-Therapie und ein optimales Schnittstellenmanagement sollen
dabei helfen.
Wie viele chronische Erkrankungen bedarf auch Psoriasis
(Schuppenflechte) einer komplexen Therapie. Die Hautkrankheit, unter
der rund zwei bis 2,5 Prozent der Bevölkerung und somit ca. 200.000
Österreicher und schätzungsweise 34.400 Oberösterreicher leiden,
basiert auf entzündlichen Prozessen und geht mit intensiver
Schuppenbildung einher. Zehn bis 30 Prozent der Patienten entwickeln
zusätzlich eine psoriatische Arthritis(1), eine schmerzhafte und
degenerative Entzündung der Gelenke. Im Jahr 2006 gab es 1.581
stationäre Aufenthalte von 1.052 Psoriasis-Patienten in
Oberösterreich(2).
Psoriasis: Die unterschätzte Krankheitslast
Dabei ist Psoriasis viel mehr als nur ein kosmetisches Problem:
Die Erkrankung schränkt die Patienten massiv in ihrer Lebensqualität
ein. Bei diesen auffälligen körperlichen Merkmalen sind gravierende
psychische Probleme eine häufige Begleiterscheinung. Obwohl
Schuppenflechte nicht ansteckend ist, sind Stigmatisierung und
soziale Ausgrenzung oft die Folge für die Betroffenen. Die
psychische und physische Krankheitslast ist mit anderen
schwerwiegenden chronischen Krankheiten, wie z.B. Diabetes, COPD oder
Rheuma vergleichbar(3). Außerdem treten Komorbiditäten wie
metabolisches Syndrom, Adipositas oder Herz-Kreislauferkrankungen bei
Psoriasis-Patienten häufiger auf als bei gesunden Menschen(4). Trotz
der erwiesenen schweren Krankheitslast wird die Psoriasis leider im
Vergleich zu anderen Krankheitsbildern noch immer unterschätzt.
Moderne Therapien: Biologika
Zur Therapie der Psoriasis stehen seit einigen Jahren durch die
Erfolge der biomedizinischen Forschung die so genannten Biologika zur
Verfügung, die direkt in das Entzündungsgeschehen eingreifen. Auch
hartnäckige und schwere Formen der Psoriasis können auf diese neuen
Medikamente ansprechen. Biologika bringen entscheidende Vorteile für
die Patienten, da sie eine zielgenauere Therapie und eine erhöhte
Flexibilität in der Behandlung ermöglichen. Patienten profitieren von
der klinischen Wirksamkeit durch eine deutliche Verbesserung der
Lebensqualität und einer Rückkehr in ein "normales" Alltagsleben.
Durch eine Verringerung von Krankenständen und Kuraufenthalten stehen
die Patienten auch wieder im Arbeitsprozess. Außerdem wird durch
manche Biologikatherapien erstmals die Möglichkeit einer
Behandlungspause gegeben, was in Anbetracht der langen
Erkrankungsdauer von großer Bedeutung ist.
Oberösterreich als Vorreiter der modernen Psoriasistherapie
"Die oberösterreichischen Dermatologen, sowohl aus dem
niedergelassenen als auch aus dem Krankenhausbereich, haben
mittlerweile jahrelange Expertise im Umgang mit diesen komplexen
Therapien gesammelt und wissen aus eigener praktischer Erfahrung,
dass die Versorgung der oberösterreichischen Patienten optimiert
werden kann", berichtet OA Dr. Werner Saxinger, MSc,
Fachgruppen-Stellvertreter der Krankenhaus-Dermatologen und Oberarzt
der Dermatologie am Klinikum Kreuzschwestern Wels. Bisher wurde die
Biologikatherapie vor allem in den dermatologischen Spezialambulanzen
der Krankenhäuser durchgeführt. Patienten, die in größerer Entfernung
dazu leben, waren so oftmals beim Zugang zur Therapie benachteiligt.
Nun sollen die bereits bestehenden Kooperationen weiter ausgebaut
werden, um so den Zugang zur Biologikatherapie für die schwer
betroffenen Patienten in Oberösterreich zu öffnen. Für die
Optimierung der Versorgungssituation planen Oberösterreichs
Dermatologen unter Berücksichtigung der aktuellen Kostendiskussion
und den derzeit geltenden Verordnungsrichtlinien für Biologika
entsprechend der Verfahrensordnung zur Herausgabe des
Erstattungskodex (VO-EKO) folgendes:
Im Interesse der Patienten: Die Versorgungssituation der
oberösterreichischen Psoriasis-Patienten mit modernen Therapien zu
optimieren. Jene Patienten, die entsprechend den aktuellen
medizinischen und VO-EKO-Richtlinien für die Biologikatherapie in
Frage kommen, sollen über diese Therapieoption aktiv und objektiv
informiert werden.
Im Interesse des Gesundheitssystems: Das Schnittstellenmanagement
- basierend auf der bereits existierenden guten Kooperation zwischen
niedergelassenen Fachärzten und Krankenhausambulanzen - noch weiter
zu optimieren, z.B. in Form von gemeinsamen Therapieplänen, um die
Compliance, die Therapietreue des Patienten, zu stärken. Der
niedergelassene Bereich soll eine möglichst breite Versorgung
übernehmen, damit den dermatologischen Spezialambulanzen in den
Krankenhäusern mehr Ressourcen für die Betreuung der komplexeren
Fälle zur Verfügung stehen.
Die Grundlage für eine Optimierung des
Psoriasis-Therapiemanagements ist, dass jene Patienten, die
entsprechend den Richtlinien mit Biologika behandelt werden sollen,
diese auch ohne lange Anfahrtswege und Wartezeiten erhalten. Dr.
Johannes Neuhofer, Fachgruppenobmann der niedergelassenen
Dermatologen in Oberösterreich, niedergelassener Dermatologe in Linz:
"Ein flächendeckendes und vernetztes Angebot der Biologikatherapie -
beim niedergelassenen Facharzt, und bei Bedarf in Zusammenarbeit mit
den Spezialambulanzen der Krankenhäuser - ist der erste Schritt in
diese Richtung." So kann Psoriasis-Patienten wohnortnahe eine
optimale Therapie und eine kontinuierliche Betreuung durch ihren
Dermatologen angeboten werden.
Eine Optimierung der Versorgung unter Berücksichtung der
gesundheitsökonomischen Aspekte sollte im Interesse der Patienten und
des Gesundheitssystems in Kooperation zwischen Ärzten und
Sozialversicherung erfolgen.
(1) Hengge, Ulrich u. Ruzicka, Thomas (Hrsg.): Lehrbuch der
Dermatologie und Venerologie. Stuttgart: Wissenschaftliche
Verlagsgesellschaft mbH, 2006.
(2) Quelle: BMGFJ - Diagnosen- und Leistungsdokumentation der
Krankenanstalten 2002-2006, GOG/OBIG - eigene Berechnungen.
(3) Rapp SR, et al. J Am Acad Dermatol.1999;41:401-7.
(4) Mrowietz U et al, Arch Dermatol Res 2006;298:309-319.
Die vollständige Pressemappe sowie Pressefotos finden Sie unter
http://www.publichealth.at/p-31441.html
AUT-ENB03-0508
Rückfragehinweis:
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