Causa Kampusch: Schwere Vertuschungsvorwürfe gegen Polizei.

Hundeführer der Hinweis auf Priklopil wurde zum Schweigen verdonnert: "Bitte sag nichts, sonst können wir zusperren."

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe den Faktenkreis "Causa Kampusch" aus dem Erhebungsbericht der Soko Marent, die im Innenministeriumsskandal ermittelt.

Im Faktenkreis 9 "Causa Kampusch" haben die Ermittler jetzt auch untersucht, ob nach der Selbstbefreiung von Natascha Kampusch versucht wurde, zu vertuschen, dass bereits im Jahr 1998 ein Diensthundeführer der Polizei einen Hinweis auf den Entführer Wolfgang Priklopil gab. Dazu wurde jetzt der Hundeführer und auch dessen Frau befragt.

Hundeführer Christian P. gab dabei zu Protokoll, dass wenige Tage nach Kampuschs Flucht - und wenige Wochen vor der Nationalratswahl 2006 - zwei Ermittler der Soko Kampusch bei ihm zu Hause aufgetaucht wären. Diese hätten ihn allerdings nicht befragt, sondern um Stillschweigen gebeten: "Bitte sag nichts, zu keinem was. Sonst können wir zusperren."

Diensthundeführer P. betrachtete dieses Ersuchen "ganz klar als Weisung".

Die Frau von Hundeführer P., selbst Polizistin, gab zu Protokoll, dass die Beamten gesagt hätten, dass "wir uns keinen Polizeiskandal leisten können."

Zitat: "Sie und ihr Mann hätten sofort gewusst, was dieser Beamte gemeint habe, Wahlen seien ja vor der Tür gestanden."

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