OÖGKK schafft neuerlich ausgeglichenes Bilanzergebnis "2007: im Plus"

Linz (OTS) - Die OÖ Gebietskrankenkasse kann auch das Geschäftsjahr 2007 ausgeglichen und sogar mit einem kleinen Bilanzgewinn abschließen. Dieser beläuft sich auf knapp 220.000 Euro - nach einer Zuweisung an die Rücklagen in der Höhe von 7,2 Millionen Euro. "Unsere Versicherten und Beitragszahler erwarten von uns, dass wir mit den anvertrauten Beitragsmitteln gut haushalten und dieses Geld in eine best mögliche, solidarische Gesundheitsversorgung umsetzen. Das ist unser Ziel, das haben wir 2007 neuerlich erreicht", freut sich OÖGKK-Obmann Alois Stöger.

Für die 1,16 Millionen OÖGKK-Versicherten und Angehörigen wurden 1.531,7 Millionen Euro an Versicherungsleistungen erbracht. Damit stiegen die Ausgaben für das breite Leistungsspektrum der OÖGKK um 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Gesamtaufwendungen der OÖGKK beliefen sich auf 1.592,5 Millionen Euro (+ 6,1 Prozent). "Unsere wichtigsten Ziele sind eine optimale Gesundheitsversorgung und eine hohe Kundenzufriedenheit. Das solide finanzielle Fundament der OÖGKK dient nur dem Zweck, Leistungen und Versorgungsstruktur für die Menschen ständig zu verbessern", betont Alois Stöger.

Das erfreuliche Ergebnis 2007 der OÖ Gebietskrankenkasse beruht für den OÖGKK-Obmann auf drei Säulen:

1. Eine sehr gute Arbeitsmarkt- und Beitragsentwicklung im Berichtsjahr. "Ein Plus von 4,8 Prozent bei den Beiträgen ist aber alles andere als selbstverständlich", warnt Alois Stöger vor voreiligen Schlüssen in Bezug auf die Finanzierung des Gesundheitswesens. 2. Eine erfolgreiche Steuerungsarbeit der OÖ Gebietskrankenkasse im oberösterreichischen Gesundheitswesen, die quer durch alle Lager und Interessengruppen anerkannt wird. "Man muss vor Ort sein, sich die Probleme genau ansehen und nahe bei den Menschen entscheiden, wenn man im Gesundheitswesen gut wirtschaften will", weist Obmann Stöger auf den zentralen Erfolgsfaktor in der Steuerungsarbeit hin. 3. Der faire Umgang mit den Partnern im Gesundheitswesen. Erst die offene und konstruktive Zusammenarbeit mit den oberösterreichischen Ärzten ermöglicht ein solides Finanzergebnis bei gleichzeitig guter Betreuung der Menschen und hoher medizinischer Qualität. Die wichtigsten Entwicklungen auf der Einnahmenseite

Die größte Einnahmenposition, die Beiträge für Erwerbstätige stiegen von 2006 auf 2007 um 5,3 Prozent und liegen nun bei 977,9 Millionen Euro. Die Zahl der bei der OÖGKK versicherten Arbeiter und Angestellten stieg im gleichen Zeitraum um knapp 2,4 Prozent auf 529.112 Personen. Diese Steigerungswerte liegen im Vergleich der letzten Jahre sehr hoch, eine Abschwächung der Konjunktur, mit der in den kommenden Jahren zu rechnen ist, wird daher erheblichen Druck auf die Finanzierung der oberösterreichischen Gesundheitsversorgung und damit auch auf die OÖGKK ausüben.

Auch bei den Pensionisten ist ein deutliches Beitragsplus zu verzeichnen, hier stiegen die Einnahmen um 5,0 Prozent auf 295,7 Millionen Euro. Die Ersätze für Leistungsaufwendungen umfasst Zahlungen des Staates an die Krankenkassen zur teilweisen Abdeckung von Leistungen, die nicht zum eigentlichen Umfang der Krankenversicherung gehören (Beispiel: Wochengeld). Sie stiegen 2007 minimal um 1,2 Prozent auf 159,5 Millionen Euro. Die Rezeptgebühren stiegen hingegen um 6,8 Prozent - eine Folge des starken Medikamentenwachstums.

Gesundheitsleistungen und Service im Wert von 1,6 Milliarden

Gemessen an den Gesamterträgen gehen 95,2 Prozent des OÖGKK-Budgets direkt als Versicherungsleistungen an die Versicherten zurück. 2,3 Prozent betragen die Kosten für Kundenservice, Abrechnung und Steuerung ("Verwaltungs- und Verrechnungs¬aufwand"), der Rest sind Zahlungen an den Hauptverband und Abschreibungen.

Bei den großen Ausgabenpositionen sticht vor allem die Medikamentenentwicklung mit einem Plus von 9,4 Prozent auf 312.6 Millionen Euro hervor. Alois Stöger betont, dass sich die Zusammenarbeit mit den oberösterreichischen Ärzten sehr bewähre: "Wir haben mit der Ärztekammer gemeinsame Ziele definiert und arbeiten als Partner sehr intensiv daran, die Medikamentenversorgung nicht auf Kosten der Gesundheit und der Finanzierbarkeit ausufern zu lassen." Steigende Ausgaben seien aus Sicht einer Krankenkasse ja nicht automatisch schlecht - vor allem wenn die Mehrausgaben bei den Patienten wirklichen Nutzen bewirken. Bei den Medikamenten muss man nach Ansicht der OÖGKK-Führung hingegen kritisch hinterfragen, ob nicht schon in vielen Fällen eine Übermedikation zu Schäden führe, und ob wirklich jedes angeblich neue Medikament den Preis wert sei, der verlangt wird.

Auch der gesetzlich vorgegebene Beitrag zur Spitalsfinanzierung -die größte Ausgabenposition der OÖGKK - weist ein sattes Plus von 5,5 Prozent aus. Alleine für die stationäre Behandlung der OÖGKK-Versicherten war 2007 eine Pauschale von 477,4 Millionen Euro zu überweisen. Hinzu kommen Zahlungen für Spitalsambulanzen (rund 75 Mio. Euro) und Geburtshilfe (rund 20 Mio. Euro) die in anderen Bilanzpositionen enthalten sind. Damit ist die OÖGKK die mit Abstand größte Zahlerin im oberösterreichischen Spitalswesen.

Bessere Ärzteversorgung und Therapieangebote

Auch die Position "Ärztliche Hilfe und gleichgestellte Leistungen" wuchs 2007 kräftig, konkret um 5,7 Prozent auf 347,4 Millionen Euro. "Hier spiegelt sich der Ausbau der fachärztlichen Versorgungsstruktur vor allem am Land wider, hier wird die Ausweitung des physiotherapeutischen und psychotherapeutischen Angebots sichtbar und hier schlagen natürlich auch die Spitalsambulanzen zu Buche", berichtet Hans Popper. Der Aufwand für Krankengeld stieg 2007 um 7,1 Prozent auf 64,6 Millionen Euro.

Investiert wurde 2007 auch in die Gesundheitsförderung, die ein Plus von 7,1 Prozent auf 4,0 Millionen ausweist. "Es passiert deutlich mehr als dieser Wert erahnen lässt. Nicht alles, was wir an Präventions- und Gesundheitsförderungsleistungen anbieten, ist in dieser Zahl enthalten - und Gesundheitsförderung kommt eben auch deutlich günstiger als kurative Medizin" betont der OÖGKK-Obmann.

Dauerbrenner Ausgleichsfonds

Jede Gebietskrankenkasse muss - unabhängig ob sie Gewinn oder Defizit schreibt - zwei Prozent ihrer Beitragseinnahmen in einen Solidartopf einzahlen, und das schon seit vielen Jahren. "Unser Problem ist die Art wie dieses Geld verteilt wird. Hier werden nicht Unterschiede zwischen den Risikostrukturen und Einnahmensituationen der Bundesländer ausgeglichen - das wäre solidarisch und fair und dazu stehen wir auch. Stattdessen werden damit Finanzlöcher gestopft, die teils ganz andere Ursachen haben. Und darüber sind die Oberösterreicher sauer, " betont OÖGKK-Obmann Alois Stöger. Die OÖGKK zahlt 26,6 Millionen Euro (+ 4,8 Prozent) an den Fonds und bekommt nur 3,4 Millionen (- 16,9 Prozent) davon zurück. Die OÖGKK leistet demnach 23,2 Millionen Euro Nettozahlung, und das obwohl sie - vom Rechungshof bestätigt - keineswegs nur Strukturvorteile hat.

Forderung: Budget-Belastungen von Krankenkassen und Beitragszahlern beseitigen!

Seit Jahren weist die OÖGKK nun schon auf die finanziellen Belastungen hin, die der Gesetzgeber in den vergangenen Jahren bei den Gebietskrankenkassen und auch bei der OÖGKK hinterlassen hat. Bereits zum zweiten Mal bestätigte nun der Rechnungshof im kürzlich vorgestellten GKK-Vergleich diese Aussage. Unter dem Titel "Effekte gesetzlicher Maßnahmen" schreibt der Rechnungshof: "In den letzten Jahren wurden zahlreiche gesetzliche Änderungen wirksam, die teils zu einer Entlastung, teils aber auch zu höheren Belastungen der KV-Träger führten." Obmann Alois Stöger meint dazu: "Der Rechnungshof bestätigt, dass sich der Bund auf unsere Kosten und auf Kosten der Beitragszahler saniert hat. Diese Politik muss ein Ende haben, dieses Geld muss zurück nach Oberösterreich."

Eine Grafik mit den wichtigsten Leistungspositionen der OÖGKK 2007 ist im Internet abrufbar: www.ooegkk.at

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