- 13.05.2008, 11:06:18
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OÖGKK schafft neuerlich ausgeglichenes Bilanzergebnis "2007: im Plus"
Linz (OTS) - Die OÖ Gebietskrankenkasse kann auch das
Geschäftsjahr 2007 ausgeglichen und sogar mit einem kleinen
Bilanzgewinn abschließen. Dieser beläuft sich auf knapp 220.000 Euro
- nach einer Zuweisung an die Rücklagen in der Höhe von 7,2 Millionen
Euro. "Unsere Versicherten und Beitragszahler erwarten von uns, dass
wir mit den anvertrauten Beitragsmitteln gut haushalten und dieses
Geld in eine best mögliche, solidarische Gesundheitsversorgung
umsetzen. Das ist unser Ziel, das haben wir 2007 neuerlich erreicht",
freut sich OÖGKK-Obmann Alois Stöger.
Für die 1,16 Millionen OÖGKK-Versicherten und Angehörigen wurden
1.531,7 Millionen Euro an Versicherungsleistungen erbracht. Damit
stiegen die Ausgaben für das breite Leistungsspektrum der OÖGKK um
5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Gesamtaufwendungen der OÖGKK
beliefen sich auf 1.592,5 Millionen Euro (+ 6,1 Prozent). "Unsere
wichtigsten Ziele sind eine optimale Gesundheitsversorgung und eine
hohe Kundenzufriedenheit. Das solide finanzielle Fundament der OÖGKK
dient nur dem Zweck, Leistungen und Versorgungsstruktur für die
Menschen ständig zu verbessern", betont Alois Stöger.
Das erfreuliche Ergebnis 2007 der OÖ Gebietskrankenkasse beruht für
den OÖGKK-Obmann auf drei Säulen:
1. Eine sehr gute Arbeitsmarkt- und Beitragsentwicklung im
Berichtsjahr. "Ein Plus von 4,8 Prozent bei den Beiträgen ist
aber alles andere als selbstverständlich", warnt Alois Stöger
vor voreiligen Schlüssen in Bezug auf die Finanzierung des
Gesundheitswesens.
2. Eine erfolgreiche Steuerungsarbeit der OÖ Gebietskrankenkasse im
oberösterreichischen Gesundheitswesen, die quer durch alle Lager
und Interessengruppen anerkannt wird. "Man muss vor Ort sein,
sich die Probleme genau ansehen und nahe bei den Menschen
entscheiden, wenn man im Gesundheitswesen gut wirtschaften
will", weist Obmann Stöger auf den zentralen Erfolgsfaktor in
der Steuerungsarbeit hin.
3. Der faire Umgang mit den Partnern im Gesundheitswesen. Erst die
offene und konstruktive Zusammenarbeit mit den
oberösterreichischen Ärzten ermöglicht ein solides
Finanzergebnis bei gleichzeitig guter Betreuung der Menschen und
hoher medizinischer Qualität.
Die wichtigsten Entwicklungen auf der EinnahmenseiteDie größte Einnahmenposition, die Beiträge für Erwerbstätige
stiegen von 2006 auf 2007 um 5,3 Prozent und liegen nun bei 977,9
Millionen Euro. Die Zahl der bei der OÖGKK versicherten Arbeiter und
Angestellten stieg im gleichen Zeitraum um knapp 2,4 Prozent auf
529.112 Personen. Diese Steigerungswerte liegen im Vergleich der
letzten Jahre sehr hoch, eine Abschwächung der Konjunktur, mit der in
den kommenden Jahren zu rechnen ist, wird daher erheblichen Druck auf
die Finanzierung der oberösterreichischen Gesundheitsversorgung und
damit auch auf die OÖGKK ausüben.
Auch bei den Pensionisten ist ein deutliches Beitragsplus zu
verzeichnen, hier stiegen die Einnahmen um 5,0 Prozent auf 295,7
Millionen Euro. Die Ersätze für Leistungsaufwendungen umfasst
Zahlungen des Staates an die Krankenkassen zur teilweisen Abdeckung
von Leistungen, die nicht zum eigentlichen Umfang der
Krankenversicherung gehören (Beispiel: Wochengeld). Sie stiegen 2007
minimal um 1,2 Prozent auf 159,5 Millionen Euro. Die Rezeptgebühren
stiegen hingegen um 6,8 Prozent - eine Folge des starken
Medikamentenwachstums.
Gesundheitsleistungen und Service im Wert von 1,6 Milliarden
Gemessen an den Gesamterträgen gehen 95,2 Prozent des
OÖGKK-Budgets direkt als Versicherungsleistungen an die Versicherten
zurück. 2,3 Prozent betragen die Kosten für Kundenservice, Abrechnung
und Steuerung ("Verwaltungs- und Verrechnungs¬aufwand"), der Rest
sind Zahlungen an den Hauptverband und Abschreibungen.
Bei den großen Ausgabenpositionen sticht vor allem die
Medikamentenentwicklung mit einem Plus von 9,4 Prozent auf 312.6
Millionen Euro hervor. Alois Stöger betont, dass sich die
Zusammenarbeit mit den oberösterreichischen Ärzten sehr bewähre: "Wir
haben mit der Ärztekammer gemeinsame Ziele definiert und arbeiten als
Partner sehr intensiv daran, die Medikamentenversorgung nicht auf
Kosten der Gesundheit und der Finanzierbarkeit ausufern zu lassen."
Steigende Ausgaben seien aus Sicht einer Krankenkasse ja nicht
automatisch schlecht - vor allem wenn die Mehrausgaben bei den
Patienten wirklichen Nutzen bewirken. Bei den Medikamenten muss man
nach Ansicht der OÖGKK-Führung hingegen kritisch hinterfragen, ob
nicht schon in vielen Fällen eine Übermedikation zu Schäden führe,
und ob wirklich jedes angeblich neue Medikament den Preis wert sei,
der verlangt wird.
Auch der gesetzlich vorgegebene Beitrag zur Spitalsfinanzierung -
die größte Ausgabenposition der OÖGKK - weist ein sattes Plus von 5,5
Prozent aus. Alleine für die stationäre Behandlung der
OÖGKK-Versicherten war 2007 eine Pauschale von 477,4 Millionen Euro
zu überweisen. Hinzu kommen Zahlungen für Spitalsambulanzen (rund 75
Mio. Euro) und Geburtshilfe (rund 20 Mio. Euro) die in anderen
Bilanzpositionen enthalten sind. Damit ist die OÖGKK die mit Abstand
größte Zahlerin im oberösterreichischen Spitalswesen.
Bessere Ärzteversorgung und Therapieangebote
Auch die Position "Ärztliche Hilfe und gleichgestellte Leistungen"
wuchs 2007 kräftig, konkret um 5,7 Prozent auf 347,4 Millionen Euro.
"Hier spiegelt sich der Ausbau der fachärztlichen Versorgungsstruktur
vor allem am Land wider, hier wird die Ausweitung des
physiotherapeutischen und psychotherapeutischen Angebots sichtbar und
hier schlagen natürlich auch die Spitalsambulanzen zu Buche",
berichtet Hans Popper. Der Aufwand für Krankengeld stieg 2007 um 7,1
Prozent auf 64,6 Millionen Euro.
Investiert wurde 2007 auch in die Gesundheitsförderung, die ein
Plus von 7,1 Prozent auf 4,0 Millionen ausweist. "Es passiert
deutlich mehr als dieser Wert erahnen lässt. Nicht alles, was wir an
Präventions- und Gesundheitsförderungsleistungen anbieten, ist in
dieser Zahl enthalten - und Gesundheitsförderung kommt eben auch
deutlich günstiger als kurative Medizin" betont der OÖGKK-Obmann.
Dauerbrenner Ausgleichsfonds
Jede Gebietskrankenkasse muss - unabhängig ob sie Gewinn oder
Defizit schreibt - zwei Prozent ihrer Beitragseinnahmen in einen
Solidartopf einzahlen, und das schon seit vielen Jahren. "Unser
Problem ist die Art wie dieses Geld verteilt wird. Hier werden nicht
Unterschiede zwischen den Risikostrukturen und Einnahmensituationen
der Bundesländer ausgeglichen - das wäre solidarisch und fair und
dazu stehen wir auch. Stattdessen werden damit Finanzlöcher gestopft,
die teils ganz andere Ursachen haben. Und darüber sind die
Oberösterreicher sauer, " betont OÖGKK-Obmann Alois Stöger. Die OÖGKK
zahlt 26,6 Millionen Euro (+ 4,8 Prozent) an den Fonds und bekommt
nur 3,4 Millionen (- 16,9 Prozent) davon zurück. Die OÖGKK leistet
demnach 23,2 Millionen Euro Nettozahlung, und das obwohl sie - vom
Rechungshof bestätigt - keineswegs nur Strukturvorteile hat.
Forderung: Budget-Belastungen von Krankenkassen und Beitragszahlern
beseitigen!
Seit Jahren weist die OÖGKK nun schon auf die finanziellen
Belastungen hin, die der Gesetzgeber in den vergangenen Jahren bei
den Gebietskrankenkassen und auch bei der OÖGKK hinterlassen hat.
Bereits zum zweiten Mal bestätigte nun der Rechnungshof im kürzlich
vorgestellten GKK-Vergleich diese Aussage. Unter dem Titel "Effekte
gesetzlicher Maßnahmen" schreibt der Rechnungshof: "In den letzten
Jahren wurden zahlreiche gesetzliche Änderungen wirksam, die teils zu
einer Entlastung, teils aber auch zu höheren Belastungen der
KV-Träger führten." Obmann Alois Stöger meint dazu: "Der Rechnungshof
bestätigt, dass sich der Bund auf unsere Kosten und auf Kosten der
Beitragszahler saniert hat. Diese Politik muss ein Ende haben, dieses
Geld muss zurück nach Oberösterreich."
Eine Grafik mit den wichtigsten Leistungspositionen der OÖGKK 2007
ist im Internet abrufbar: www.ooegkk.at
Rückfragehinweis:
OÖ Gebietskrankenkasse
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Harald Schmadlbauer
Tel.: 05 78 07 - 10 22 01
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