FORMAT: Rohstahlproduktion bei Voest könnte auf unter vier Millionen sinken

Konzernchef Eder droht mit Abwanderung

Wien (OTS) - Voestalpine könnte schon bald statt sechs nur mehr weniger als vier Millionen Tonnen Rohstahl pro Jahr produzieren. Das sagte Vorstandschef Wolfgang Eder in der aktuellen Ausgabe von FORMAT. "Die Kokerei und zwei Hochöfen kommmen an das Ende ihres Lebenszyklus. Da können wir nicht bis 2011 auf eine Entscheidung der EU zum CO2-Regime warten", sagt Eder. "Wenn wir hier nicht nachrüsten, wird die Produktion von bald sechs Millionen Tonnen Rohstahl auf unter vier Millionen sinken".

Wenn aus Brüssel nicht bald klare Signale über das künftige CO2-Regime kämen, würden die Investitionsentscheidungen nicht nur am Standort Linz, sondern auch für das geplante neue Werk am Schwarzen Meer gegen einen Standort innerhalb der EU getroffen werden. Das Werk am Schwarzen Meer müsse
2013 fertig sein, also müsse man noch heuer entscheiden.

"Wenn eine Voestalpine Linz oder Österreich verlässt, hätte das für die Volkswirtschaft erhebliche Konsequenzen", sagt Eder. "Wenn wir hier nicht mehr konkurrenzfähig erzeugen können, gehen nicht nur direkt 20.000 Arbeitsplätze verloren" und damit eine Milliarde Euro an Löhnen und Gehältern, die diese Mitarbeiter beziehen. Es fielen auch im Jahr 750 Millionen Euro an Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträge, sowie
weitere 850 Millionen Euro Zahlungen and Zulieferer für den Ausbau, an Banken und Notare etc. weg.

Die etwa 320 Millionen Euro, die jährlich an die Aktionäre als Dividende ausgeschüttet werden, machen "nur einen Bruchteil dieser Beträge" aus, "um die ständig diskutierten Relationen einmal zurechtzurücken."

Das neue Werk werde auf fünf bis sieben Millionen Tonnen Rohstahl ausgerichtet sein. "Diesen Spielraum brauchen wir, um Linz gegebenenfalls vom Vormaterial her absichern zu können. Im Idealfall würden damit längerfristig bis zu sieben Millionen Tonnen Fertigprodukte in Linz möglich, dies wäre eine neue Dimension", verdeutlicht Eder. Das wären um eine Million
Tonnen mehr an Fertigprodukten als dort an Rohstahl erzeugt werden kann.

Forschung und Entwicklung, sowie die Vermarktung und die Führung würden auch für das neue Werk von Linz aus gemacht werden.

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