Wiener Gemeinderat (3)

Aktuelle Stunde zum Thema "Retter den 21er: Massiver Ausbau des Öffentlichen Verkehrs statt Einstellung von Straßenbahnen"

Wien (OTS) - GR Karlheinz Hora (SPÖ) versicherte, dass neben der
U2 genügend andere Linien für einen flächendeckenden Transport zur Verfügung stehen würden. Der N-Wagen etwa würde weiterhin bestehen. Die Aufregung der Grünen könne er nicht verstehen, durch zusätzliche Haltestellen in der Freudenau sei das Verkehrsnetz sogar dichter als die derzeitige Linie 21.

GR Dr. Herbert Madejski (FPÖ) warf seinem Vorredner vor, ihn nicht ausreichend überzeugt zu haben. Wien sei für sein ausgezeichnetes Straßenbahnnetz bekannt gewesen, seit den 70er Jahren aber habe man angefangen umfassende öffentliche Verkehrsstränge einzustellen. Die Menschen, die den 21er bisher als Nahversorgungsmittel benutzt hätten, seien an der Argumentation der Wiener SPÖ ebenso wenig interessiert.

GRin Ingrid Puller (Grüne) sah in ihrer Wortmeldung in der Einstellung des 21ers große Verschlechterungen u.a. für ältere Menschen und Mütter mit Kindern. Um die Vorwürfe seitens der Wiener Grünen zu untermauern, wies sie erneut darauf hin, dass nur mit Straßenbahn und U-Bahn gemeinsam eine sinnvolle Verkehrspolitik gemacht werden könne.

GR Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP) kritisierte, dass ein laut Masterplan vorgesehener Ausbau einiger Straßenbahnlinien bis heute nicht stattgefunden hätte. Des weiteren warf er der Wiener Stadtregierung vor, kein einsetzbares Verkehrskonzept für die EURO 2008 zu haben. Insbesondere den Einsatz von Bussen, die mit fossiler Energie betrieben würden, betrachtete er als fragwürdig.

GR Franz Ekkamp (SPÖ) betonte, dass das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien europaweit im Spitzenfeld liege. Die Zahlen würden für sich sprechen: 2007 konnte gegenüber dem Vorjahr eine 13prozentige Steigerung von Fahrgästen verzeichnet werden. Die Debatte über die Linie 21 bezeichnete er als "Inszenierte Aufregung".

Debatte zu Gewalt

GR DDr. Eduard Schock (FPÖ) sagte in der Debatte, die sich zum Tagesordnungspunkt "Wiener Frauenhäuser" entwickelte, dass angesichts des jüngsten Vorfalls mit dem Währinger Bezirksrat Natschläger eine Debatte zum Thema Jugendgewalt unumgänglich sei. Die Wiener FPÖ verlange die Verschärfung des Strafrechtskatalogs und weitere Maßnahmen wie etwa ein Messerverbot, einen Führerschein-Entzug sowie "Strafcamps" für Wiederholungstäter.

GR Mag. Maria Vassilakou (Grüne) widersprach ihrem Vorredner. Sie könne die FPÖ-Forderung nach drakonischen Strafen nicht unterstützen. Ebenso wenig zielführend sei die von der ÖVP geforderte Stadtwache. Die Wiener Grünen würden sich für eine bessere Präventionsmaßnahme einsetzen: Dies bedeute Jugend-Betreuungseinrichtungen zu unterstützen sowie Jugend- und Schulsozialarbeit auszubauen. (Forts.) rav/gse

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