• 08.05.2008, 12:16:07
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C. J. Raidl mahnt höhere Sorgfalt in der Finanzkomunikation ein

Böhler-Uddeholm-Chef referierte beim IAA Business Communications Lunch

Wien (OTS) - Auf Einladung des Präsidenten der International
Advertising Association (IAA), Max Palla, referierte Dkfm. Dr. Claus
J. Raidl, Generaldirektor der Böhler Uddeholm AG, am Mittwoch, dem 7.
Mai 2008, im Restaurant Vestibül im Burgtheater im Rahmen des
Business Communications Lunch über das Thema "Truth well told? -
Finanzkommunikation und das 8. Gebot".

Dass es die Werbung mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt, ist
eine weit verbreitete Meinung im Land. Gerade die Finanzkommunikation
ist im vergangenen Jahr besonders ins Kreuzfeuer der Kritik geraten.
Was soll Finanzkommunikation dürfen und was nicht, wenn es um das
liebe Geld geht? Dazu referierte der Kapitalmarktkenner und
Generaldirektor des börsenotierten Konzerns, Dr. Claus J. Raidl, der
mit seinen pointierten Ansichten zu der in Österreich, wie er meint,
schwach ausgeprägten Corporate Governance schon mehrfach für Aufsehen
gesorgt hat.

An den Beginn seiner Ausführungen stellte Claus J. Raidl die Frage,
ob es die Gesellschaft und die Werbebranche im Besonderen mit
Aussagen im Bereich der Finanzkommunikation mit der Wahrheit immer so
genau nimmt, wie es die Materie erfordert. Oder ob darüber
tatsächlich manchmal gerne hinweggesehen wird. Laut Raidl erfordert
das Thema "Geld" besondere Behutsamkeit und Sensibilität, weil die
Finanzwirtschaft mit ihr anvertrautem Geld arbeite und nicht mit
eigenem. "Fehlverhalten führt zu Vertrauensverlust. Das A und O in
der Finanzkommunikation sind Glaubwürdigkeit und Authentizität beim
Auftritt nach außen. Es dauert oft Jahre, diese aufzubauen, aber nur
zehn Sekunden, um diese wieder zu verlieren."

Aus seiner Sicht hatten die Österreicher lange Zeit keinen wirklichen
Bezug zur Finanzwirtschaft und keine Tradition in kapitalbezogener
Kommunikation. Raidl begründet diesen Umstand mit den historischen
Eigentümerstrukturen (Verstaatlichte, Banken und Genossenschaften)
und Finanzierungsformen im Land: "Es war früher nicht notwendig, sich
mit Finanzkommunikation auseinanderzusetzen. Erst als nach und nach
immer mehr große Unternehmen an die Börse gingen, entwickelte sich
ein Verständnis dafür. Wir mussten uns erst damit vertraut machen,
wie etwa Roadshows ablaufen oder welche Informationen für
Fondsmanager und Analysten aufzubereiten sind. Aber ich denke,
Österreich hat in den letzten Jahren das nötige Instrumentarium sehr
schnell und sehr gut gelernt und muss heute den internationalen
Vergleich keinesfalls scheuen."

Die Werbewirtschaft ermunterte Raidl, sich aktiv und
verantwortungsbewusst mit der Materie auseinanderzusetzen und die
besondere Sensibilität dafür aufzuwenden. "Corporate Governance und
eine deutliche Werteorientierung werden im Management einen noch
höheren Stellenwert erhalten", prognostizierte der
Böhler-Uddeholm-General.

Zur Werbesteuer meinte Raidl, "dass es an der Zeit wäre, alle
Bagatellsteuern - und damit auch die Werbesteuer - in Österreich
abzuschaffen. Bei der letzten Steuerreform sei das noch nicht
geglückt, da die Reduktion der Körperschaftssteuer Vorrang hatte." Er
gab der Branche den Ratschlag, intensiver mit den Nutznießern, den
Ländern und Gemeinden, darüber zu verhandeln.

Unter den zahlreichen Gästen des Business Communications Lunch
befanden sich unter anderem Dr. Alfred Grinschgl (RTR GmbH), Mag.
Maurizio Berlini (ZenithOptimedia), Mag. Alexander Frisch und Mag.
Hermann Pamminger (Casinos Austria), Oliver Voigt und Dkfm. Helmut
Hanusch (Verlagsgruppe NEWS), Mag. Michael Hlava (Austrian Research
Centers), Rudi Kobza (DRAFTFCB+Kobza), Sissy Mayerhoffer (ORF), Ralf
Kober (Springer & Jacoby), Peter Lammerhuber (mediacom), Dkfm. Alois
Schober (Y&R), Rudolf Reisner (Wirz), Dkfm. Erich-Helmut Buxbaum (EHB
Consulting) sowie Prof. Dr. Fritz Karmasin (Österreichisches Gallup
Institut).

Rückfragehinweis:
IAA-Presse
Manuel Steidte
(01) 87878 - DW 13142
http://www.iaaat.org
manuel.steidte@orf.at

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