C. J. Raidl mahnt höhere Sorgfalt in der Finanzkomunikation ein

Böhler-Uddeholm-Chef referierte beim IAA Business Communications Lunch

Wien (OTS) - Auf Einladung des Präsidenten der International Advertising Association (IAA), Max Palla, referierte Dkfm. Dr. Claus J. Raidl, Generaldirektor der Böhler Uddeholm AG, am Mittwoch, dem 7. Mai 2008, im Restaurant Vestibül im Burgtheater im Rahmen des Business Communications Lunch über das Thema "Truth well told? -Finanzkommunikation und das 8. Gebot".

Dass es die Werbung mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt, ist eine weit verbreitete Meinung im Land. Gerade die Finanzkommunikation ist im vergangenen Jahr besonders ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Was soll Finanzkommunikation dürfen und was nicht, wenn es um das liebe Geld geht? Dazu referierte der Kapitalmarktkenner und Generaldirektor des börsenotierten Konzerns, Dr. Claus J. Raidl, der mit seinen pointierten Ansichten zu der in Österreich, wie er meint, schwach ausgeprägten Corporate Governance schon mehrfach für Aufsehen gesorgt hat.

An den Beginn seiner Ausführungen stellte Claus J. Raidl die Frage, ob es die Gesellschaft und die Werbebranche im Besonderen mit Aussagen im Bereich der Finanzkommunikation mit der Wahrheit immer so genau nimmt, wie es die Materie erfordert. Oder ob darüber tatsächlich manchmal gerne hinweggesehen wird. Laut Raidl erfordert das Thema "Geld" besondere Behutsamkeit und Sensibilität, weil die Finanzwirtschaft mit ihr anvertrautem Geld arbeite und nicht mit eigenem. "Fehlverhalten führt zu Vertrauensverlust. Das A und O in der Finanzkommunikation sind Glaubwürdigkeit und Authentizität beim Auftritt nach außen. Es dauert oft Jahre, diese aufzubauen, aber nur zehn Sekunden, um diese wieder zu verlieren."

Aus seiner Sicht hatten die Österreicher lange Zeit keinen wirklichen Bezug zur Finanzwirtschaft und keine Tradition in kapitalbezogener Kommunikation. Raidl begründet diesen Umstand mit den historischen Eigentümerstrukturen (Verstaatlichte, Banken und Genossenschaften) und Finanzierungsformen im Land: "Es war früher nicht notwendig, sich mit Finanzkommunikation auseinanderzusetzen. Erst als nach und nach immer mehr große Unternehmen an die Börse gingen, entwickelte sich ein Verständnis dafür. Wir mussten uns erst damit vertraut machen, wie etwa Roadshows ablaufen oder welche Informationen für Fondsmanager und Analysten aufzubereiten sind. Aber ich denke, Österreich hat in den letzten Jahren das nötige Instrumentarium sehr schnell und sehr gut gelernt und muss heute den internationalen Vergleich keinesfalls scheuen."

Die Werbewirtschaft ermunterte Raidl, sich aktiv und verantwortungsbewusst mit der Materie auseinanderzusetzen und die besondere Sensibilität dafür aufzuwenden. "Corporate Governance und eine deutliche Werteorientierung werden im Management einen noch höheren Stellenwert erhalten", prognostizierte der Böhler-Uddeholm-General.

Zur Werbesteuer meinte Raidl, "dass es an der Zeit wäre, alle Bagatellsteuern - und damit auch die Werbesteuer - in Österreich abzuschaffen. Bei der letzten Steuerreform sei das noch nicht geglückt, da die Reduktion der Körperschaftssteuer Vorrang hatte." Er gab der Branche den Ratschlag, intensiver mit den Nutznießern, den Ländern und Gemeinden, darüber zu verhandeln.

Unter den zahlreichen Gästen des Business Communications Lunch befanden sich unter anderem Dr. Alfred Grinschgl (RTR GmbH), Mag. Maurizio Berlini (ZenithOptimedia), Mag. Alexander Frisch und Mag. Hermann Pamminger (Casinos Austria), Oliver Voigt und Dkfm. Helmut Hanusch (Verlagsgruppe NEWS), Mag. Michael Hlava (Austrian Research Centers), Rudi Kobza (DRAFTFCB+Kobza), Sissy Mayerhoffer (ORF), Ralf Kober (Springer & Jacoby), Peter Lammerhuber (mediacom), Dkfm. Alois Schober (Y&R), Rudolf Reisner (Wirz), Dkfm. Erich-Helmut Buxbaum (EHB Consulting) sowie Prof. Dr. Fritz Karmasin (Österreichisches Gallup Institut).

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