Landesrätin Stöger will Wartezeiten bei Gelenksoperationen weiter deutlich verkürzen

Linz (OTS) - Die Anzahl der Hüft- und Knieendoprothesen in Oberösterreichs Spitälern ist von 5.462 Operationen im Jahr 2004 um 12,5 % auf 6.144 im Jahr 2007 angestiegen. Das ergab eine im Auftrag von Gesundheits-Landesrätin Dr.in Silvia Stöger erstellte aktuelle Erhebung des Oö. Gesundheitsfonds über die Knie- und Hüftendoprothetik in Oberösterreichs Spitälern. "Der Bedarf wird weiter ansteigen. Daher brauchen wir ein verbessertes und erweitertes Versorgungsangebot für alle Patientinnen und Patienten. Dann kann auch eine weitere Verkürzung von Wartezeiten bei diesen künstlichen Gelenksersätzen erreicht werden", fordert Stöger.

Die größten Zuwächse bei künstlichen Knie- und Hüftersätzen verzeichneten die Unfallchirurgien der Krankenhäuser Grieskirchen mit plus 113,3 % (Knie: + 149 %!, Hüfte: + 87 %), Rohrbach mit plus 53,1 % (Knie: + 77,6 %, Hüfte: +35,0 %) und Bad Ischl mit plus 29,3 % (Knie: + 17,5 %, Hüfte: + 39,4 %). Bei den Spitälern mit orthopädischen Abteilungen gab es die höchste Steigerung beim Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz mit plus 35,2 % (Knie: + 58,0 %, Hüfte: + 13,9 %). Insgesamt war die Zunahme bei den Knieendoprothesen mit plus 22,9 % fünfmal höher als bei den Hüftendoprothesen mit plus 4,3 %.

Insgesamt zwei Drittel der Endoprothetik wurden auf orthopädischen Abteilungen vorgenommen, ein Drittel auf Unfallchirurgien. Die Unfallchirurgien spielen also für diese Operationen in unserem Bundesland eine sehr wichtige Rolle. Unverständlicherweise wollte die sogenannte Pühringer-Spitalsreformkommission dennoch im Jahr 2005 die Unfallchirurgien in den Regionalkrankenhäusern Freistadt, Gmunden, Grieskirchen und Schärding auf reine Notfallambulanzen reduzieren. "Das hätte bedeutet, dass dort nur noch ein sehr eingeschränktes Leistungsspektrum hätte abgedeckt werden können (keine Endoprothetik, keine bettenführende Stationen). Die Folge wäre gewesen, dass in den anderen oö. Spitälern die Wartezeiten auf diese Operationen deutlich gestiegen wären", hatte Stöger protestiert. Durch ihren massiven Widerstand wurden diese Zusperrpläne schließlich verhindert. Und ein Jahr später wurden auf ihren Antrag hin die Departments für Unfallchirurgie in den Mühlviertler Landeskrankenhäusern Freistadt und Rohrbach sogar zu Vollabteilungen aufgewertet.

"Die nun vorliegenden Zahlen unterstreichen ganz deutlich, dass dieser Weg absolut richtig und notwendig war. Die steigende Lebenserwartung und die medizinischen Fortschritte bei der Operationstechnik werden künftig den Bedarf an solchen Operationen weiter steigen lassen. Darauf muss mit einer Verbesserung des Angebots reagiert werden, sonst werden die ohnehin schon vorhandenen Wartezeiten bei planbaren Knie- und Hüftoperationen sogar noch unzumutbar verlängert. Mein Ziel hingegen ist es, diese Wartezeiten deutlich zu verringern", betont Stöger. Da aber bislang dafür eine fundierte Basis - nämlich objektive Daten zu den Wartezeiten - fehlt, läuft derzeit im Auftrag der Landesrätin eine entsprechende Erhebung durch die Gesundheitsabteilung des Landes. In diesem Zusammenhang wird auch die Anwendbarkeit der in der Steiermark und Wien eingeführten Modelle zum Wartezeitenmanagement bei geplanten Operationen geprüft.

"Durch den Ausbau all jener Versorgungsbereiche, in denen es noch Defizite gibt (wie z.B. längere Operations-Wartezeiten, sogenannte Gangbetten, unterdurchschnittliche Anzahl an Herz-Angiografien oder MR-Untersuchungen usw.), ist den Tendenzen einer Zwei-Klassen-Medizin entgegenzuwirken", fordert Stöger.

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