Gutes Malz für gutes Bier

Wien (OTS) - Über 90 Prozent des Malzbedarfs der österreichischen Brauereien werden von der Stadlauer Malzfabrik gedeckt. Für den Verband der Brauereien Österreichs öffnete das Familienunternehmen mit über 120-jähriger Tradition seine Pforten.

1884 gegründet, verarbeitet die STAMAG Stadlauer Malzfabrik GesmbH rund 200.000 Tonnen Braugerste jährlich. In den Produktionsstätten in Graz und Wien entsteht erstklassiges Braumalz für hunderte österreichische Biersorten.

Die Seele des Bieres

"Die STAMAG Stadlauer Malzfabrik GesmbH ist ein Urgestein der Branche mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Kunst des Mälzens", erzählt der Direktor der STAMAG, DI Ingomar Aichholzer, bei einer Führung durch den Wiener Betrieb, zu der er gemeinsam mit dem Verband der Brauereien Österreichs und dessen Obmann DI Dr. Markus Liebl lud. "Gutes Malz für gutes Bier lautet seit je her der Leitsatz der STAMAG - schließlich bestimmt Malz fast alle Eigenschaften des Bieres." Das Mälzen sei untrennbar mit dem Brauen verbunden, denn Farbe, Kraft und Geschmack des Bieres würden vor allem vom Malz bestimmt, erklärt Aichholzer die Bedeutung des Naturprodukts. "Deshalb wird Malz auch als Seele des Bieres bezeichnet", ergänzt Markus Liebl.

Weichen, keimen, darren

Das Malz für die heimische Bierbranche wächst nicht auf den Feldern, sondern wird in einem speziellen Verfahren der Mälzereien aus Gerste hergestellt. Basis ist die gereinigte, von Grannen befreite Gerste, die weichen, keimen und darren muss, damit das Malz für die Biererzeugung verwendet werden kann. Nach dem Wässern der Gerste in Weichbottichen kommt das Korn in Keimkammern. Beim Keimen wird die im Gerstenkorn enthaltene Stärke so gelöst, dass sie für die ebenfalls während der Keimung gebildeten stärkeabbauenden Enzyme zugänglich wird. Dieser Vorgang des Abbaues der Stärke zu Malzzucker findet dann später in der Brauerei im Laufe des Sudprozesses statt. Den Abschluss der Mälzerei bildet das Darren in der Malztenne, bei dem der Keimprozess bei 80 bis 85Grad Celsius gestoppt und das Malz getrocknet wird. Insgesamt stellt das Mälzen einen aufwendigen Prozess dar, doch nur so kann der wichtigste Grundstoff für unser Bier hergestellt werden. Und der Bedarf an gutem Braumalz ist groß, denn für jeden Hektoliter Bier werden immerhin ca. 17 kg Malz benötigt und allein letztes Jahr verkauften die österreichischen Brauereien 9 Mio. Hektoliter Bier.

Partner der Landwirtschaft

Die STAMAG Stadlauer Malzfabrik GesmbH ist wichtiger Partner der heimischen Landwirtschaft, denn die Voraussetzung für die Produktion - tausende Tonnen Braugerste - liefern die österreichischen Landwirtschaftsbetriebe. Mehr als 6.000 Landwirte bestellen dafür 142.000 Hektar Ackerland mit Sommergerste. Gerste zählt dadurch zu den wichtigsten Getreidearten auf Österreichs Äckern. Mehr gesät wird nur noch Weizen und Mais.
"Im Gerstenkorn sind zahlreiche Nährstoffe, Kohlehydrate, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine enthalten, die das Bier -in Maßen getrunken - zu einem gesunden Genuss machen", betont Liebl.

Versorgungssicherheit durch Vorverträge

Braumalz ist aufgrund von steigenden Rohstoffpreisen infolge von Ernteausfällen bei Braugerste sowie knappen Mälzungskapazitäten, steigender Nachfrage und steigender Produktionskosten sowie steigendem Rohstoffbedarf für die Bioenergieerzeugung extremen Preissteigerungen unterworfen. Vorrangiges Ziel der Brauwirtschaft sei es daher, Versorgungssicherheit zu beidseitig vertretbaren Preisen zu erreichen, betont Liebl. Es sei generell davon auszugehen, dass die Beschaffung in den kommenden Jahren nicht mehr so problemlos wie in der Vergangenheit möglich sein werde. Die Brauereien stehen mit Vertretern der Landwirtschaft, des Getreidehandels sowie der STAMAG in konstruktiven Gesprächen über Vereinbarungen, die a priori Abnahmeregelungen und Vorvertragspreise langfristig regeln.

STAMAG Stadlauer Malzfabrik GesmbH

Die STAMAG Stadlauer Malzfabrik GesmbH ist der größte und -abgesehen von der Mälzerei Plohberger, die im Vergleich ein Zwanzigstel an Braugerste verarbeitet - einzige Verarbeitungsbetrieb von Braugerste in Österreich. Die jährliche Wertschöpfung beträgt ca. 50 Millionen Euro. Insgesamt sind in den österreichischen Produktionsstätten Wien und Graz derzeit 180 Angestellte und Arbeiter beschäftigt. In den letzten Jahren wurden rund 12,5 Mio. Euro in technische Anlagen investiert. Seit 1973 ist die STAMAG Stadlauer Malzfabrik GesmbH Tochterunternehmen der IREKS GmbH, einem Privatunternehmen mit Sitz in Kulmbach (Deutschland). IREKS zählt zu den international führenden Herstellern von Backmittel und Backmischungen und beschäftigt weltweit mehr als 1.800 Mitarbeiter.

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