- 06.05.2008, 10:00:00
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Geschäftsergebnisse der österreichischen Versicherungswirtschaft 2007: Wachstum verbunden mit hohen Zahlungen
Wien (OTS) - Auch 2007 verzeichnete die heimische
Versicherungswirtschaft wieder gestiegene Prämieneinnahmen, dafür
flossen aber auch fast 11 Milliarden Euro an Zahlungen an die
versicherten Kundinnen und Kunden.
Die österreichische Versicherungsbranche setzte ihren
Wachstumskurs im Jahr 2007 erneut fort: Insgesamt legten die
Prämieneinnahmen der privaten Versicherungswirtschaft um 1,8 Prozent
auf 15,874 Milliarden Euro zu. Die Branchenergebnisse lagen in den
letzten Jahren konstant über der Entwicklung der Gesamtwirtschaft,
sie wurden allerdings auch 2007 durch den spürbaren Rückgang der
Einmalerläge in der Lebensversicherung gebremst.
Die Steigerung von 11,3 Prozent auf 10,759 Milliarden Euro bei den
Versicherungsleistungen ist auf die hohen Zahlungen aus planmäßig
abreifenden Lebensversicherungen sowie auf das wiederum sehr hohe
Niveau der Versicherungsleistungen in der Schaden-/Unfallversicherung
zurückzuführen.
Für das Jahr 2008 erwartet die österreichische
Versicherungsbranche ersten Prognosen zufolge wieder einen weiteren
Zuwachs beim Gesamtprämienaufkommen von etwa 1,9 Prozent.
Alters- und Gesundheitsvorsorge
Mit einem Plus von 0,3 Prozent kletterte das Prämienvolumen der
Sparte Lebensversicherung auf 7,206 Milliarden Euro. Während ein
Rückgang von 6,8 Prozent bei den Einmalerlägen verzeichnet wurde,
erreichte das laufende Geschäft in der Lebensversicherung einen
Zuwachs von 2,9 Prozent.
Besonders gut liefen auch 2007 die fondsgebundene
Lebensversicherung und die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge.
Letztere hat sich mit einer Erhöhung des Prämienvolumens von rund 620
Millionen Euro auf rund 725 Millionen Euro auch 2007 als einer der
Bestseller der Lebensversicherung erwiesen. Seit ihrer Einführung
Anfang 2003 wurden bereits rund 1,12 Millionen Verträge
unterzeichnet. In der Variante "Fondsgebundene" wurde per 31.12.2007
ein Prämienvolumen von über 2,5 Milliarden Euro verwaltet - das
ergibt ein Plus von fast 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Dem gestiegenen Prämienvolumen stehen hohe Leistungen aus abreifenden
Verträgen, ausgelöst durch die Einführung des Einmalerlages mit
10-jähriger Laufzeit im Jahr 1997, gegenüber. Insgesamt wurden 4,931
Milliarden Euro, das entspricht einer Steigerung von 24,2 Prozent, an
die Kundinnen und Kunden der Lebensversicherung ausbezahlt.
Für 2008 sehen Prognosen ein Wachstum der Lebensversicherung von
etwa 0,9 Prozent vor, das Geschäft aus laufenden Prämien sollte um
etwa 4,5 Prozent zunehmen.
Die private Krankenversicherung tritt in Österreich als
komplementärer Partner der gesetzlichen Krankenversicherung auf. Im
Jahr 2007 erreichte sie ein Prämienplus von 3,2 Prozent auf 1,483
Milliarden Euro und hat damit ihr solides Wachstum fortgesetzt. Im
selben Jahr wurden 1,024 Milliarden Euro an Leistungen, das ist ein
Plus von 2,7 Prozent, an die Krankenversicherten ausbezahlt.
Die Prognosen für 2008 sehen für die private Krankenversicherung
ein Prämienplus von 3,0 Prozent vor.
Schaden-/Unfallversicherung
Das Prämienaufkommen der Sparte Schaden-/Unfallversicherung
(inklusive Kfz-Haftpflichtversicherung) erzielte ein Plus von 3,1
Prozent und stieg auf 7,184 Milliarden Euro. Das durch die Zunahme
an Naturgefahren bereits hohe Niveau der Versicherungsleistungen in
der Schaden-/Unfallversicherung erfuhr 2007 wieder eine Steigerung um
2,1 Prozent auf 4,803 Milliarden Euro.
Für 2008 wird ein Prämienwachstum der Schaden-/Unfallversicherung
um etwa 2,7 Prozent prognostiziert.
Die Kfz-Haftpflichtversicherung erreichte 2007 ein Prämienvolumen
von 1,793 Milliarden Euro (- 0,8 Prozent), die Kfz-Kaskoversicherung
stieg um 1,4 Prozent auf rund 1,037 Milliarden Euro.
Für den Bereich Kfz-Haftpflichtversicherung wird 2008 ein
Prämienrückgang von etwa 1,01 Prozent erwartet.
Kapitalanlagen - sichere Versicherungen
Per Ende 2007 hielten Österreichs Versicherungsunternehmen
Kapitalanlagen in Höhe von 71,175 Milliarden Euro. Diese setzten sich
zu fast 90 Prozent aus Schuldverschreibungen, Fonds, Liegenschaften,
Darlehen und Guthaben zusammen, unter zehn Prozent waren in Aktien
veranlagt. Von der "Subprime"-Krise, die seit Sommer 2007 die Welt in
Atem hält, sind österreichische Versicherungen kaum
betroffen. Offen ist aber, wie sehr die Probleme der internationalen
Kapitalmärkte auch die Realwirtschaft in Europa beeinflussen.
Heimische Lebensversicherer haben jedenfalls ein dichtes
Sicherheitsnetz, das sie und ihre Kunden vor solchen Krisen bewahrt -
auch die lange Laufzeit der Produkte wirkt ausgleichend.
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