"Neue Kärntner Tageszeitung" - KOMMENTAR VONCLAUDIA GRABNER: Wir sind wir und seine Tücke

Klagenfurt (OTS) - Es ist nichts Abgründig-Österreichisches an diesem Fall, rückte im Laufe dieser Woche Bundespräsident Heinz Fischer zur rhetorischen Landesverteidigung aus - und er tat gut daran. In der Wortwahl. Im Umfang. Das Maß seines patriotischen Abwehrkampfes war ein angemessenes. Mehr hätte der Unsinn ausländischer Medien in deren Erklärungsversuchen der Inzest-Tragödie von Amstetten nicht vertragen.

Und doch glaubte Tage später der Kanzler, den ferndiagnostischen Klischee-Absurditäten neue - und umfassende - Aufmerksamkeit schenken zu müssen. Sein Versprechen, "wir werden nicht zulassen, dass irgendjemand glaubt, unserer Jugend eine neue Erbsünde andichten zu können", wurde zwar von der Menschenmenge bejubelt.
Enthusiastisch. Wir sind wir - na immerhin. Und dennoch (oder gerade deswegen!) ist Vorsicht geboten. Weil man mit Patriotismus ein leichtes Spiel hat. Das wissen all jene Parteien, die der Heimatsegen groß gemacht hat: Das Wir-Gefühl, wo Fragen dieser Zeit Antworten verlangten ...

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