- 01.05.2008, 11:54:50
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Tumpel zur Arbeitslosigkeit: Jetzt nicht die Hände in den Schoß legen
AK Präsident verlangt Umsetzung des Sozialpartnerpakets für mehr Beschäftigung und spürbare Entlastung durch eine Steuersenkung
Wien (OTS) - Der Rückgang der Arbeitslosigkeit hat sich im
Vergleich zu März verlangsamt. Es darf auch nicht vergessen werden,
dass die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen für
die Wirtschaftsentwicklung massiv zurückgenommen haben und bereits
wieder vor steigender Arbeitlosigkeit warnen. "Wir müssen aufpassen
und gegensteuern", fordert AK Präsident Herbert Tumpel.
Inklusive SchulungsteilnehmerInnen waren im April 259.538 Menschen
auf Arbeitssuche, um 18.512 oder 6,7 Prozent weniger als vor einem
Jahr. Damit hat sich der Rückgang der Zahl der Arbeit Suchenden im
Vergleich zum März (minus 10,3 Prozent) verlangsamt. Besorgnis
erregend ist auch, dass die Zahl der Älteren steigt, die arbeitslos
gemeldet sind.
"Jetzt dürfen wir nicht die Hände in den Schoß legen", sagt Tumpel.
Denn auch die Preise steigen, der Konjunkturmotor stottert. "Es muss
gegengesteuert werden." Der AK Präsident verlangt einerseits die
Umsetzung des Sozialpartnerpakets für mehr Beschäftigung und
andererseits eine spürbare Entlastung durch eine Steuersenkung. "Nur
so kann man die Kaufkraft der Menschen wieder stärken, um die
Konjunktur am Laufen zu halten. Die Lohnsteuer muss gesenkt werden,
damit die Nettolöhne steigen."
In den letzten Monaten ist alles drastisch teurer geworden, besonders
jene Bereiche, an denen niemand vorbei kommt: Lebensmittel,
Wohnungkosten und Treibstoffe. Am Monatsende bleibt den Menschen
immer weniger übrig. Die Teuerungen treffen vor allem Menschen mit
wenig und mittlerem Einkommen am härtesten. "Deshalb muss jetzt etwas
getan werden, damit die Menschen wieder mehr übrig haben", fordert
Tumpel.
Bei der letzten Steuerreform der schwarz-blauen Bundesregierung haben
vor allem die Unternehmen profitiert. Insgesamt haben die Unternehmen
über zwei Milliarden Euro bekommen. Ein durchschnittlicher
Arbeitnehmer wurde um nicht einmal 20 Euro im Monat entlastet. "Das
Steuersystem muss gerechter werden, damit sich die Arbeit auch für
die ArbeitnehmerInnen wieder lohnt", so Tumpel.
Alle müssten entlastet werden, so Tumpel weiter. Nach dem Steuerpaket
von AK und ÖGB soll es für Menschen mit ganz kleinen Einkommen und
Pensionen einen Steuerbonus von bis zu 450 Euro geben. Alle
Lohnsteuer zahlenden ArbeitnehmerInnen (ab 1.138 Euro Monatsbrutto)
hätten mehr netto. 1,8 Mio ArbeitnehmerInnen, die zwischen 1.200 und
1.800 Euro brutto verdienen, haben eine Entlastung um mindestens 3
Prozent. Die größte Entlastung (3,7 bis 3,9 Prozent) gibt es bei
Einkommen zwischen 2.000 und 2.800 Euro brutto monatlich. Die
Entlastung in Euro steigt bis zum Einkommen von 4.000 Euro brutto
monatlich an. Über 4.000 Euro brutto verdienen rund 7 Prozent. Auch
sie werden entlastet. Mehr im Börsel hätten auch alle PensionistInnen
und Selbständigen im gleichen Ausmaß bei gleichen Einkommensgrenzen.
Von der letzten Steuerreform 2005 haben in erster Linie die
Unternehmen profitiert. Jetzt müssen die ArbeitnehmerInnen entlastet
werden: um 3,5 Milliarden Euro, plus je 250 Millionen Euro für
Familien und PendlerInnen.
Weiters fordern AK und ÖGB:
+ Damit die ArbeitnehmerInnen nicht der "kalten Progression"
hinterher laufen müssen, muss der Steuertarif jährlich an dieTeuerung
angepasst werden.
+ Ein Kinderbetreuungsbonus von jährlich 600 Euro für mehr
Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
+ Damit die Fahrt zur Arbeit bezahlbar bleibt, muss das
Pendlerpauschale erhöht und in einen Absetzbetrag umgewandelt werden.
Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, soll begünstig werden und
den großen Pendlerabsetzbetrag bekommen.
SERVICE: Mehr zu den Vorschlägen von AK und ÖGB für die Steuerreform
finden Sie auf http://wien.arbeiterkammer.at
Rückfragehinweis:
Peter Mitterhuber
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2347
0664 235 30 11
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.atOTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW






