ÖAMTC: Vorsicht bei Reisen während der Schwangerschaft

Der Wissenschaftliche Beirat der ÖAMTC-Schutzbriefdienste erläutert mögliche Risken und prinzipielle Vorkehrungen

Wien (OTS) - "Bei Reisen sollten werdende Mütter bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachten und grundsätzliche Vorkehrungen treffen", sagte Universitätsprofessor Christian Dadak bei seinem Gastreferat im Rahmen der 26. Sitzung des Wissenschaftlichen Beirats der ÖAMTC-Schutzbriefdienste, am Dienstag, den 29. April 2008, in Wien.

Normalerweise ist Reisen in der Schwangerschaft unproblematisch. Während einer gesunden Schwangerschaft kann kein zusätzliches Risiko durch eine Reise entstehen. Allerdings sollten Schwangere vor Antritt einer Reise einige Punkte besonders beherzigen. So ist vor der Abreise ein Gesundheitscheck unbedingt notwendig, um Komplikationen weitestgehend ausschließen zu können. "Als grundsätzliche Maßnahme empfiehlt es sich auch, bei Flugreisen und längeren Bahn- Bus- oder Autoreisen immer Stützstrümpfe zu tragen und eine Thromboseprophylaxe zu wählen", so Dadak in seinem Vortrag. Bei Fernreisen wiederum sollten insbesondere die Impfbestimmungen auf die Vereinbarkeit mit der Schwangerschaft überprüft werden. Vorsicht ist auch bei zu großer Höhe, über 2.500 Metern, geboten. Dies betrifft nicht nur Bergtouren, sondern auch Flüge mit Sportmaschinen ohne Druckausgleich, die vermieden werden sollten.

Die beste Reisezeit für Kind und Mutter ist das zweite Trimenon (15. bis 28. Schwangerschaftswoche). Im letzten Drittel der Schwangerschaft besteht gerade bei Flugreisen immer wieder die Gefahr einer Frühgeburt. Nach der 36. Schwangerschaftswoche ist es ratsam ohne zwingenden Grund überhaupt keine Flugreise mehr anzutreten. Bei einer Risikoschwangerschaft sollte während der kompletten Dauer auf Reisen, mit welchem Verkehrsmittel auch immer, verzichtet werden.

"Bei Stürzen oder Unfällen ist auf jeden Fall immer ärztliche Hilfe in einem Spital in Anspruch zu nehmen, weil die Gefahr einer vorzeitigen Plazentalösung (Lösung des Mutterkuchens von der Gebärmutter mit starken Blutungen) gegeben ist", sagt der Wiener Gynäkologe abschließend.

Wissenschaftlicher Beirat steht ÖAMTC in medizinischen Fragen zur Seite

Der Wissenschaftliche Beirat der ÖAMTC-Schutzbriefdienste besteht seit 1982 und ist das Rückgrat der medizinischen Hilfeleistungen des Clubs.

45 Ärzte gehören diesem ehrenamtlichen Gremium an. Einbezogen sind auch leitende Notärzte des Christophorus Flugrettungsvereines, die z.B. über die medizinische Ausstattung der Notarzthubschrauber und allgemeine Fragen der Notfallmedizin beraten. In Zusammenarbeit mit der ÖAMTC-Schutzbrief-Nothilfe wird von einem Ärzteteam der Rückholdienst durchgeführt. Das Team trifft dabei auch die Entscheidung über das jeweils adäquate Transportmittel.

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