Freies Plakat: Noch keine Lösung im Wiener Plakatstreit

Gewista-Angebot politisch und wirtschaftlich unannehmbar

Wien (OTS) - Der Verein "Freies Plakat" drängt weiter auf eine politische Lösung des seit Monaten anhaltenden Streits um Ankündigungsplakate in Wien. Ein letzte Woche unterbreitetes Angebot der Gewista-Tochter Kultur:Plakat lehnt der Verein ab. "Das Angebot ist wirtschaftlich nicht tragbar. Zudem sind unsere Kernforderungen nicht einmal im Ansatz berührt," erläutern Stefan Mathoi und Peter Fuchs, die Sprecher des Vereins, unisono. "Wir wollen einen Runden Tisch mit allen Beteiligten."

Den Runden Tisch fordert übrigens auch die Fachgruppe Werbung in der Wirtschaftskammer, deren Obmann Gewista-Generaldirektor Javurek ist. Trotz mehrfacher Anfragen des Vereins Freies Plakat wurde bisher aber nichts unternommen, die entsprechende Resolution der Fachgruppe vom 26. Februar umzusetzen. Stattdessen lud die Kultur:Plakat zu einem Gespräch in kleinstem Kreis ins Büro des Gewista-Generals. "Selbstverständlich haben wir auch dieses Gesprächsangebot angenommen," so Stefan Mathoi, "denn wir sind von unserer Seite sehr an einer konstruktiven Lösung interessiert. Der Vorschlag war dann aber völlig unzureichend."

Die Gewista hatte angeboten, 4000 Stromkästen in ganz Wien als Subunternehmer der Kultur:Plakat zu bewirtschaften. "Für Auftraggeber zum gleichen Preis wie bei den Halbschalen, also knapp drei Euro. Davon hätten wir als Subauftragnehmer 75 Cent erhalten, der Rest bliebe bei der Gewista. Das alles verbunden mit einer Verpflichtung, die Flächen Montag bis Freitag praktisch rund um die Uhr zu kontrollieren." Schon allein aus kalkulatorischen Gründen sei das Angebot daher nicht akzeptabel.

Den Bedürfnissen von Kunst- und Kulturinitiativen und -veranstaltern mit kleinen Budgets wäre mit dieser Lösung nach wie vor nicht gedient. Völlig offen ist nach wie vor die Frage für gänzlich "freie" Flächen für nichtkommerzielle Nutzung. "Wir wollen eine unabhängige Lösung für einen fairen, transparenten Zugang zum öffentlichen Raum. Eine Gewista-Hegemonie mit ein paar Subunternehmen als Aufputz ist dafür kein Ersatz," fasst Peter Fuchs die zentralen Forderungen zusammen.

Die Mitglieder des Vereins bekräftigen ihre Gesprächsbereitschaft und fordern die Einberufung des Runden Tisches mit allen Betroffenen, damit - wie WKO-Präsident Dr. Christoph Leitl in einem an ein Mitglied des Vereins gerichteten Schreiben betont - dem berechtigten Anliegen einer fairen und transparenten Regelung des Wiener Plakatwerbungsmarktes künftig Rechnung getragen wird.

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