Semmering: Neue Tunnelträume

Wien (OTS) - Bei der jetzt ins Auge gefassten neuen Tunnelvariante spricht man von einer Verdoppelung der Kosten von 1,3 auf 2,6 Mrd. Euro, gegenüber einer "zuletzt im Jänner 2006 vorgesehenen Strecke". Unter den Tisch fällt dabei, dass bereits 130 Millionen Euro für das alte Projekt verplant und verbaut wurden, die in den neuen Gesamtkosten gar nicht mehr aufscheinen. Leider ebenfalls nicht erwähnt wird die ursprüngliche Kostenschätzung, auf deren Basis das Tunnelprojekt im August 1993 beschlossen wurde: Dies waren 5,7 Mrd. Schilling, umgerechnet somit rund 410 Millionen Euro. Laut den neuen Planungen würde somit der Semmering-Basistunnel mehr als sechs mal soviel kosten wie ursprünglich vorgesehen.

Dies muss jene, die für unser Steuergeld verantwortlich sind, endlich zum Nachdenken zwingen. Bereits zu den seinerzeitigen Kosten war der Tunnel weder volks- noch betriebswirtschaftlich rentabel, was sich auch bei einer Untersuchung im Zusammenhang mit der beabsichtigten privaten Finanzierung herausstellte. ÖBB Generaldirektor Draxler ließ in den 1990er Jahren verlauten, dass sich bereits beim nunmehr überholten Tunnelprojekt unter Berücksichtigung aller Bau- und Finanzierungskosten (ppp-Modell) jede beförderte Tonne um 200 Schilling (knapp 15 Euro) verteuern würde. Umgelegt auf die jetzt genannten Baukosten würde sich eine Verteuerung von fast 1.300 Schilling bzw. von über 90 Euro pro Tonne ergeben. Allein diese Rechnung sollte genügen, um den betriebs- und volkswirtschaftlichen Wahnsinn eines derartigen Projektes zu erkennen. Für die zwangsläufig folgenden Dauerverluste müsste einzig und allein der österreichische Steuerzahler aufkommen.

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