LR Stöger: "Ausbau der Altersmedizin muss Schwerpunkt der Gesundheitsreform sein"

Oberösterreich geht mit dezentralen Versorgungsangeboten richtigen Weg

Linz (OTS) - "Der starke Anstieg der älteren Bevölkerung stellt unser Gesundheitswesen vor sich rasch ändernde Herausforderungen. Ältere Menschen brauchen mehr sowie spezielle Betreuungs- und Behandlungsangebote. Der Ausbau der Altersmedizin muss daher ein Schwerpunkt der Gesundheitsreform sein", fordert Gesundheits-Landesrätin Dr.in Silvia Stöger. "Auch dabei gilt: Auf Grund der starken regionalen Unterschiede sind dezentrale Versorgungsstrukturen der richtige und auch effizienteste Weg."

Sind derzeit 20 Prozent der Bevölkerung älter als 60 Jahre, so wird im Jahr 2025 bereits jeder Dritte über dieser Altersgrenze liegen. Stöger nennt ein wichtiges Beispiel für die medizinischen Folgen dieser demografischen Entwicklung: "Es wird in den nächsten Jahrzehnten die Zahl Demenzerkrankter in Österreich um das 2,5-fache ansteigen, bis zum Jahr 2050 auf rund eine Viertelmillion Menschen. Neue spezifische Strukturen zur Betreuung dieser Personen und ihrer Angehörigen werden dringend benötigt."

Den größten Teil der rund 70 verschiedenen Formen von Demenzerkrankungen macht die Alzheimer-Krankheit aus. In Oberösterreich wird daher seit Jahren das spezielle Alzheimer-Projekt "Gesund Länger Leben" auf- und ausgebaut. Es wird getragen vom Verein M.A.S. und finanziert aus Krankenhausentlastenden Strukturmitteln des regionalen Oö. Gesundheitsfonds sowie Förderungen des Fonds Gesundes Österreich.

M.A.S bietet derzeit in drei regionalen Demenz-Servicestellen für die Betroffenen Beratungen, Demenz-Testungen und qualifizierte Trainings-und Förderprogramme. Den Angehörigen steht ein breites Informations-und Unterstützungsangebot zur Verfügung. Eine aktuelle Evaluierung dieses Projekts durch die Abteilung Gesundheitssystemforschung der Kepler-Uni Linz hat nun erwiesen, dass mit dieser gut funktionierenden Betreuungsstruktur eine Stabilisierung der Erkrankten und damit eine höhere Lebensqualität, Selbständigkeit und Unabhängigkeit besser möglich ist und diese länger zuhause in ihrem gewohnten Umfeld leben können.
"Dies hat neben den Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen auch ökonomische Vorteile", verweist Stöger darauf, dass hohe Kosten für die Betreuung in Spitälern bzw. Pflegeheimen erspart werden. "Alle Maßnahmen, die dazu führen, dass Personen auch nur einige Monate länger zu Hause betreut werden können, wirken sich markant positiv auf die Kosten des Gesundheitswesens aus." Das dezentrale, wohnortnahe Angebot fördert die Früherkennung und ermöglicht eine flexible und an den Bedürfnissen der Familien orientierte Betreuung (dadurch Einsparung der Fahrtkosten und teurer stationärer Leistungen)

In Oberösterreich gibt es derzeit rund 17.000 Demenzerkrankte, wovon rund 80 Prozent zu Hause gepflegt werden. Mit den vorhandenen M.A.S.-Servicestellen in Bad Ischl, Regau und Ottensheim kann aber nur die Betreuung von etwa einem Fünftel der Betroffenen abgedeckt werden. Die Evaluierung und Berechnungen von M.A.S. haben ergeben, dass die Anzahl der Servicestellen in Oberösterreich um mindestens vier bis sechs erweitert werden müsste. "Ich trete für einen flächendeckenden Ausbau dieses Angebots ein, als nächstes sollen möglichst rasch in Ried, Kirchdorf und Freistadt drei weitere Servicestellen aufgebaut werden. Die Förderungszusage durch den Fonds Gesundes Österreich liegt bereits vor, der Strukturmittelantrag ist gestellt.

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