• 25.04.2008, 12:42:40
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LR Stöger: "Ausbau der Altersmedizin muss Schwerpunkt der Gesundheitsreform sein"

Oberösterreich geht mit dezentralen Versorgungsangeboten richtigen Weg

Linz (OTS) - "Der starke Anstieg der älteren Bevölkerung stellt
unser Gesundheitswesen vor sich rasch ändernde Herausforderungen.
Ältere Menschen brauchen mehr sowie spezielle Betreuungs- und
Behandlungsangebote. Der Ausbau der Altersmedizin muss daher ein
Schwerpunkt der Gesundheitsreform sein", fordert
Gesundheits-Landesrätin Dr.in Silvia Stöger. "Auch dabei gilt: Auf
Grund der starken regionalen Unterschiede sind dezentrale
Versorgungsstrukturen der richtige und auch effizienteste Weg."

Sind derzeit 20 Prozent der Bevölkerung älter als 60 Jahre, so wird
im Jahr 2025 bereits jeder Dritte über dieser Altersgrenze liegen.
Stöger nennt ein wichtiges Beispiel für die medizinischen Folgen
dieser demografischen Entwicklung: "Es wird in den nächsten
Jahrzehnten die Zahl Demenzerkrankter in Österreich um das 2,5-fache
ansteigen, bis zum Jahr 2050 auf rund eine Viertelmillion Menschen.
Neue spezifische Strukturen zur Betreuung dieser Personen und ihrer
Angehörigen werden dringend benötigt."

Den größten Teil der rund 70 verschiedenen Formen von
Demenzerkrankungen macht die Alzheimer-Krankheit aus. In
Oberösterreich wird daher seit Jahren das spezielle Alzheimer-Projekt
"Gesund Länger Leben" auf- und ausgebaut. Es wird getragen vom Verein
M.A.S. und finanziert aus Krankenhausentlastenden Strukturmitteln des
regionalen Oö. Gesundheitsfonds sowie Förderungen des Fonds Gesundes
Österreich.

M.A.S bietet derzeit in drei regionalen Demenz-Servicestellen für die
Betroffenen Beratungen, Demenz-Testungen und qualifizierte Trainings-
und Förderprogramme. Den Angehörigen steht ein breites Informations-
und Unterstützungsangebot zur Verfügung. Eine aktuelle Evaluierung
dieses Projekts durch die Abteilung Gesundheitssystemforschung der
Kepler-Uni Linz hat nun erwiesen, dass mit dieser gut
funktionierenden Betreuungsstruktur eine Stabilisierung der
Erkrankten und damit eine höhere Lebensqualität, Selbständigkeit und
Unabhängigkeit besser möglich ist und diese länger zuhause in ihrem
gewohnten Umfeld leben können.
"Dies hat neben den Auswirkungen auf die Lebensqualität der
Betroffenen auch ökonomische Vorteile", verweist Stöger darauf, dass
hohe Kosten für die Betreuung in Spitälern bzw. Pflegeheimen erspart
werden. "Alle Maßnahmen, die dazu führen, dass Personen auch nur
einige Monate länger zu Hause betreut werden können, wirken sich
markant positiv auf die Kosten des Gesundheitswesens aus." Das
dezentrale, wohnortnahe Angebot fördert die Früherkennung und
ermöglicht eine flexible und an den Bedürfnissen der Familien
orientierte Betreuung (dadurch Einsparung der Fahrtkosten und teurer
stationärer Leistungen)

In Oberösterreich gibt es derzeit rund 17.000 Demenzerkrankte, wovon
rund 80 Prozent zu Hause gepflegt werden. Mit den vorhandenen
M.A.S.-Servicestellen in Bad Ischl, Regau und Ottensheim kann aber
nur die Betreuung von etwa einem Fünftel der Betroffenen abgedeckt
werden. Die Evaluierung und Berechnungen von M.A.S. haben ergeben,
dass die Anzahl der Servicestellen in Oberösterreich um mindestens
vier bis sechs erweitert werden müsste. "Ich trete für einen
flächendeckenden Ausbau dieses Angebots ein, als nächstes sollen
möglichst rasch in Ried, Kirchdorf und Freistadt drei weitere
Servicestellen aufgebaut werden. Die Förderungszusage durch den Fonds
Gesundes Österreich liegt bereits vor, der Strukturmittelantrag ist
gestellt.

Rückfragehinweis:
SPÖ Oberösterreich
Medienservice
Gerald Höchtler
Tel.: (0732) 772611-22
mailto:[email protected]

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