- 17.04.2008, 13:15:15
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Wlodkowski zum Klimagipfel: Gerechte Verteilung der Lasten notwendig
Land- und Forstwirtschaft hat als einziger Sektor das Kyoto-Ziel erreicht
Wien (OTS) - "Die Land- und Forstwirtschaft ist der von der
Klimaänderung am stärksten betroffene Wirtschaftsbereich und hat
daher ein massives Interesse an effizienten Klimaschutzmaßnahmen. Mit
der Schaffung eines Bundesklimagesetzes könnte die Verantwortung beim
Klimaschutz künftig auf alle Bereiche besser verteilt und mit
verbindlichen Zielen festgelegt werden. Österreichs Landwirtschaft
hat beim Klimaschutz bereits einen beachtlichen Beitrag geleistet,
die klimaschädigenden Treibhausgase im Ausmaß von rund 14%
reduziert und somit als einziger Sektor das Kyoto-Ziel erreicht",
stellte heute Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer
Österreich, anlässlich des Klimagipfels der Bundesregierung fest.
Lebensmittelerzeugung und Energieproduktion schließen einander nicht
aus
"Hinzu kommt, dass die heimischen Landwirte auch in anderen
Bereichen den CO2-Ausstoß spürbar reduzieren können, indem sie
verstärkt Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen, Ökostrom und
Biotreibstoffe liefern. Die Frage Lebensmittelerzeugung oder
Energieproduktion stellt sich in Österreich und Europa in nächster
Zeit sicher nicht, denn in der EU-27 werden nur 1,5% der
Getreideernte für die Erzeugung von Biotreibstoff verwendet. Das ist
nur ein kleiner Teil der klimabedingten Ernteschwankungen", gab
der Präsident zu bedenken.
Einschneidende Maßnahmen bei Straßenverkehr und Raumwärme notwendig
Straßenverkehr und Raumwärme seien vom nationalen Kyoto-Ziel noch
weit entfernt. Hier wären einschneidende Maßnahmen unumgänglich: "Die
Länder haben bei der Wohnbauförderung die Möglichkeit, rasch klare
klimafreundliche Vorgaben festzulegen. Die Land- und Forstwirtschaft
kann für die Biotreibstoff-Beimischung die notwendigen Rohstoffe
liefern, ohne dass damit Flächen für die Lebens- und
Futtermittelproduktion verloren gehen", so Wlodkowski.
"Hinzu komme, dass Biotreibstoffe im Vergleich zu konventionellen
Treibstoffen ein enormes Einsparungspotenzial an
Treibhausgas-Emissionen haben. In der europäischen und somit
nachhaltigen Produktion liegen die typischen
Treibhausgas-Einsparungen bei biogenen Treibstoffen der 1. Generation
- Bioethanol und Biodiesel - in der Größenordnung von 50 bis 55%.
Darüber hinaus fällt bei der Erzeugung von biogenen Treibstoffen als
Nebenprodukt auch hochwertiges Eiweißfuttermittel an. Darauf wird bei
Flächen- beziehungsweise Energiebilanzen häufig vergessen",
unterstrich der LK-Präsident.
Landwirte setzen auf Nahrungsmittel und Nachhaltigkeit bei
Biotreibstoffen
Die Landwirtschaftskammer Österreich tritt massiv für die
Zertifizierung von Biotreibstoffen ein und begrüßt die Entwicklung
von Nachhaltigkeitskriterien einschließlich sozialer Aspekte. "Neben
der kritischen Versorgungssicherheit bei fossilen Treibstoffen in
Europa, die großteils aus Krisenregionen kommen, ist die Erhöhung der
regionalen Wertschöpfung bei biogenen Treibstoffen besonders
hervorzuheben. Damit wir das in der Klimastrategie und im
Regierungsprogramm genannte Ziel von 10% an alternativen Kraftstoffen
bis 2010 erreichen, muss die nationale Biokraftstoff-Strategie unter
Einbindung der Rohstofflieferanten, der Verarbeitungsindustrie und
der Mineralölwirtschaft umgesetzt werden", forderte Wlodkowski.
Rahmenbedingungen im Ökostromgesetz verbessern
Der Schwerpunkt von Klimaschutzmaßnahmen sei prioritär bei
Maßnahmen im Inland zu setzen, da sie längerfristiger und vor allem
nachhaltiger als der Zukauf von Emissionsrechten aus dem Ausland
wirkten. Der Steigerung der Energieeffizienz komme dabei eine
besondere Bedeutung zu. Mit einem neuen Ökostromgesetz könnte auch
der seit einiger Zeit feststellbare Stillstand bei der Errichtung
neuer Ökostromanlagen beseitigt werden. "Die Rahmenbedingungen im
Ökostromgesetz sind zu verbessern, um den Anlagenbestand abzusichern.
Weiters fordern wir eine Tarifanpassung an die geänderte
Marktsituation für alle Technologien. Schließlich können wir die
EU-Klimaziele nur dann erreichen, wenn wir den Ökostrom-Ausbau zügig
vorantreiben", betonte Wlodkowski.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Schauflergasse 6, 1014 Wien
Tel.: 01/53441-0, Fax: 01/53441-8509
mailto: [email protected]
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