• 16.04.2008, 11:46:03
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ÖAAB-Wien: Verpflichtender Ethikunterricht unabdingbar

Wien (OTS) - Großer Ansturm herrschte gestern bei der
Podiumsdiskussion "Wo bleiben die Werte? - Ethikunterricht an den
Schulen" in den Räumen der ÖBV, bei der mehr als 150 Personen
anwesend waren. Der Moderator der spannenden und vom hohen
Wissensniveau getragenen Veranstaltung, Landtagsabgeordneter GR DI
Roman Stiftner, konnte Vertreter der islamischen und katholischen
Glaubensgemeinschaften Prof. Anas Shakfeh und Mag. Andrea Pinz ebenso
begrüßen, wie den Vizepräsidenten des Wiener Stadtschulrates, Prof.
Strobl und den Wiener Schuldirektor Dr. Dieter Braunstein sowie den
Obmann der Wiener Schülerunion Philipp Braza.

Utl.: Tschirf: Eine Gesellschaft muss Werte tragen
"Wir wollen nicht in einer Gesellschaft leben, in der Werte, Religion
und Moral nicht mehr vorzufinden sind, denn ohne einer
weltanschaulichen Fundierung können wir nicht geordnet zusammen
leben", betonte ÖAAB-Landesobmann Dr. Matthias Tschirf in seinem
Impulsreferat. Und weiter: "Nur eine Gesellschaft die Werte trägt
kann menschlich sein. Als christlich-soziale Partei haben wir es uns
zum Ziel gesetzt, offensiv an dieses Thema heranzugehen, nicht
zurückzuweichen und uns der gesellschaftspolitischen Verpflichtung zu
stellen."

Der Vizepräsident des Wiener Stadtschulrates Prof Walter Strobl
forderte die Verpflichtung jener Schüler zum Ethikunterricht die sich
vom konfessionellen Religionsunterricht abmelden bzw. ohne Bekenntnis
sind. "Die Schule hat einen gesellschaftspolitischen Auftrag zu
erfüllen und könnte dies auf diesem Wege erledigen", so Strobl. Ob
man den Ethikunterricht dem Religionsunterricht gleichsetzen kann,
beantwortete die Fachinspektorin für kath. Religion Andrea Pinz so:
"Der konfessionelle Religionsunterricht ist unverzichtbar und würde
keine Konkurrenz zum Ethikunterricht bilden."

Utl.: Integration und Gewaltprävention durch Ethikunterricht
vorantreiben
Ähnliche Worte fand auch der Präsident der Islamischen
Glaubensgemeinschaft Prof. Anas Shakfeh, der den Ethikunterricht nur
als Alternative zum Religionsunterricht sieht: "Unsere Werte stammen
nicht von der Aufklärung ab, sondern haben einen altreligiösen
Ursprung", Dass der Ethikunterricht in Österreich nicht erst seit
einigen Jahren im Gespräch ist, verdeutlichte der Direktor des BG
Alterlaa Dr. Dieter Braunstein: "Seit 13 Jahren bieten wir in unserer
Schule den Ethikunterricht an, der letztendlich sogar dazu geführt
hat, dass die Abmeldungen vom Religionsunterricht zurückgegangen
sind."

"Die Wertevermittlung werde derzeit in unserer Gesellschaft von den
Eltern auf die Schule abgewälzt", betonte Philipp Braza von der
Wiener Schülerunion und ist davon überzeugt, dass die Einführung des
Ethikunterrichts, Integration und Gewaltprävention vorantreiben
würde.

Als wesentliche Hürde sehen die Bildungsexperten die Finanzierung.
Derzeit muss der Ethikunterricht von der Schule selbst bezahlt
werden, was zwangsläufig zu Minderausgaben in anderen Schulbereichen
führt. "Für die Finanzierung des neuen Unterrichtsfachs benötigen wir
einer politische Lösung, denn langfristig kommt eine Gesellschaft
ohne ethische Werte teurer als der Ethikunterricht", so Braunsteiner
und Strobl unisono. Einig war man sich auch bei der Ausbildung der
Ethikunterrichtlehrer: "Unterrichten können sollen alle
Lehrberechtigten, die eine entsprechende Zusatzausbildung
absolvieren", waren sich die Diskussionsteilnehmer abschließend
einig.

Rückfragehinweis:
ÖAAB-Landessekretariat
Tel.: 40143/275, Fax: 40143/351
mailto:[email protected], http://www.oeaab-wien.at

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