• 15.04.2008, 15:48:35
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Plassnik: "Der Nahe Osten braucht stete Mahner und Motoren"

Außenministerin im Gespräch mit langjährigem Knesset-Abgeordneten Yossi Beilin

Wien (OTS) - "Israelis wie Palästinenser wollen einen verhandelten
Frieden. Fortschritte in den politischen Gesprächen zwischen Israel
und den Palästinensern, Verbesserungen der Lebensbedingungen der
palästinensischen Bevölkerung, ein Ende der Terrorbedrohung gegenüber
Israel. Das bleiben die essentiellen Voraussetzungen für das Gelingen
des Annapolis-Prozesses", so Außenministerin Ursula Plassnik heute
anlässlich ihres Gesprächs mit dem langjährigen Mitglied der Knesset
und ehemaligen israelischen Außen- und Justizminister Yossi Beilin.

Yossi Beilin hat sich über die Jahre beispielhaft für eine Lösung
des Nahost-Konflikts eingesetzt und war einer der Hauptinitiatoren
der sogenannten "Genfer Initiative" im Jahr 2003. In deren Rahmen
wurde erstmals gemeinsam von israelischen und palästinensischen
Persönlichkeiten der Entwurf eines umfassenden Friedensabkommens
vorgelegt. "Die Genfer Initiative war ein wichtiger Ermutigungsimpuls
und ein kräftiges Lebenszeichen der Zivilgesellschaft auf beiden
Seiten. Österreich hat diese Initiative immer unterstützt. Sie hat
eine realistische Sicht auf das Mögliche und das Machbare eröffnet",
unterstrich Plassnik.

Plassnik: "Auch heute braucht es stetige Mahner und Motoren wie
Yossi Beilin, um den Versöhnungsprozess nicht nur auf politischer,
sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene voranzutreiben. Frieden im
Nahen Osten ist ein Ziel, dessen Bedeutung weit über die Region
hinaus weist. Österreich ist bereit, sowohl bilateral als auch
gemeinsam mit seinen Partnern in der Europäischen Union diesen
Prozess nach Kräften zu unterstützen".

Die klassische Politik und Diplomatie würden aber nicht
ausreichen, um eine nachhaltige Verständigung zwischen Israelis und
Palästinenser herbeizuführen, betonte die Ministerin. "Dafür braucht
es die aktive Einbeziehung aller Kräfte der Gesellschaft - Männer wie
Frauen. Mit der Nahost-Frauenkonferenz im Mai 2007 in Wien hat
Österreich dazu einen international vielbeachteten Beitrag geleistet,
der Beispielswirkung zeigt. Die Folgekonferenz Anfang Juni in Athen
wird das gezielte Netzwerken von Frauen in einflussreichen Positionen
quer über die Grenzen von Politik und Religion hinweg fortsetzen.
Auch im Nahen Osten gilt: 50 Prozent des Gesamtpotentials seiner
Gesellschaften besteht aus der Kreativität, dem Talent und dem
Einsatz von Frauen. Dieses Potential nicht ausreichend zu nützen,
bedeutet für jede Gesellschaft einen Entwicklungsverzicht."

Zentrales Thema des Gesprächs waren die tagesaktuellen
Herausforderungen für den in Annapolis im Herbst 2007 erneut in Gang
gesetzten Verhandlungsprozess. Dabei kamen auch konkrete Themen wie
etwa die Wasserversorgung Jerusalems oder das Problem der Rückkehr
von Flüchtlingen zur Sprache.

Rückfragehinweis:

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   und internationale Angelegenheiten
   Presseabteilung
   Tel.: ++43 (0) 50 1150-3262, 4549, 4550
   Fax: ++43 (0) 50 1159-213 
   mailto:[email protected]
   http://www.aussenministerium.at
   http://www.bmeia.gv.at

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