Die Vielfalt der heimischen Landwirtschaft muss sich in universitärem Bildungsangebot widerspiegeln

St. Pölten (OTS) - Die aktuelle Diskussion um die Zusammenlegung von Studienrichtungen an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), konkret die derzeit eigenständigen Bereiche Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturfaser- und Holztechnologie sowie Önologie zu einem gemeinsamen Baccalaureatsstudium zusammen zu legen, stößt beim NÖ Bauernbund auf großes Unverständnis.

"Forschung, Beratung und Lehre in den so unterschiedlichen landwirtschaftlichen Sparten sind zentrale Aufgaben der Absolventen dieser Studienrichtungen. Die Absicht, die qualitätsvolle Ausbildung mit kontraproduktiven Vorstößen des Unisenates herunter zu nivellieren, muss in Zeiten, in denen der landwirtschaftlichen Urproduktion wieder stärkere Bedeutung zukommt, wie aktuelle Diskussionen um Lebensmittel- und Rohstoffpreise zeigen, auf das schärfste zurückgewiesen werden", sagt dazu der Direktor des NÖ Bauernbundes Hans Penz.

Gerade weil die Anforderungen an die Landwirtschaft, Stichwort Naturschutz und Ernährungssicherheit, stetig wachsen, brauchen die Bäuerinnen und Bauern die bestmögliche fachliche Unterstützung durch Experten an den Schlüsselstellen, wie Landwirtschaftskammern, Ministerien, Landesverwaltungen etc. Nur eine differenzierte und produktionsspezifische Ausbildung an der BOKU kann diese garantieren.

"Der Umstieg der erst vor einem halben Jahr bestellten Rektorin Ingela Bruner vom Wissenschaftsbereich der Petrochemie an die "Universität des Lebens" mag kein einfacher gewesen sein", räumt Penz ein: "Dennoch ist Bruner in ihrer neuen Funktion gefordert, sich möglichst rasch mit den spezifischen Anforderungen, die an Absolventen einer Universität mit multifunktionalen Aufgaben gestellt werden, vertraut zu machen." Diese Aufgaben reichen von der Landwirtschaft über Forstwirtschaft bis zu Umweltschutz, Lawinenschutz und Gewässerschutz. "Die BOKU deckt damit die essentiellsten Lebensbereiche für unsere Gesellschaft ab. Vor diesem Hintergrund scheint es verantwortungslos das Studienangebot zu reduzieren", kritisiert Penz, der sich in dieser Frage auch Unterstützung vom zuständigen Wissenschaftsminister Johannes Hahn erwartet.

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