Umweltsteuerexperte in die Steuerreform-Kommission

Franz Fischler fordert "Parteienstellung für den Klimaschutz" in der Steuerreformkommission und steuerliche Anreize zum Energiesparen

Wien (OTS) - Klimaschutz müsse bei allen politischen Maßnahmen, Gesetzen und Fördermöglichkeiten mitgedacht werden, forderte Franz Fischler beim Auftakt zu der neuen Veranstaltungsreihe "Klimaschutz konkret" des Ökosozialen Forums gestern abend in Wien. "Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass ein Umweltsteuerexperte als Mitglied in die neue Steuerreform-Kommission aufgenommen wird - also 'Klimaschutz eine Parteienstellung' in dieser Kommission bekommt. Ein eigener Umweltsteuerexperte kann anwaltschaftlich und überparteilich die Anliegen des Klimaschutzes bei der Steuerreform vertreten", betonte Franz Fischler, der Präsident des Ökosozialen Forums. "Die nächste Steuerreform ist eine Chance für den Klimaschutz, die die Regierung nicht versäumen darf. Das Steuersystem muss umfassend verändert und auf ökosoziale Beine gestellt werden, d. h. eine Entlastung des Faktors Arbeit und eine stärkere Besteuerung von fossilen Energieträgern beinhalten. Gleichzeitig muss es im Sinne der Kostenwahrheit steuerliche Anreize für Energiesparmaßnahmen oder energieeffiziente Gebäudesanierung geben. Klimaschutz muss sich für die Menschen in mehrerer Hinsicht lohnen."

Die Möglichkeiten und Grenzen des Klimaschutzes im Büro- und Gewerbebau standen im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung einer neuen Veranstaltungsreihe des Ökosozialen Forums. Unter dem Titel "Klimaschutz konkret" bietet das Ökosoziale Forum heuer mit Unterstützung verschiedener Partner konkrete Informationen für Interessierte und zeigt mit Experten Möglichkeiten für aktiven Klimaschutz auf. Auf der Homepage des Ökosozialen Forums www.oesfo.at gibt es zudem interessante Links zum jeweiligen Thema. In weiteren Veranstaltungen wird u. a. Klimaschutz beim Verkehr und bei Lebensmitteln im Mittelpunkt stehen.

"Klimaschutz ist eine weltweite Aufgabe, aber jedes Land, jedes Unternehmen und jede Einzelperson muss einen Beitrag dazu leisten. Die neue Veranstaltungsreihe 'Klimaschutz konkret' soll aufzeigen, wie aktiver Klimaschutz konkret in der Praxis möglich ist und so Bewusstsein für dieses wichtige Themen schaffen", sagte Franz Fischler, der Präsident des Ökosozialen Forums und Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Klimaschutz-Initiative beim Auftakt zur Veranstaltungsreihe im UNIQA Tower in Wien. "Angesichts von immer häufigeren Wetterextremen und dem rapiden Schmelzen der Gletscher braucht Österreich ein abgestimmtes und strategisch ausgerichtetes Bündel an konkreten Maßnahmen für den Klimaschutz. Auch die Klima-Vorgaben der EU machen rasches Handeln erforderlich."

Energieverbrauch bei Büro- und Gewerbegebäuden

Etwa 14 % aller Gebäude sind Nicht-Wohngebäude, also Büro- und Gewerbegebäude, Hotels oder Gebäude für Kultur, Bildung und Freizeit. Sie sind aber für rund 30 % des Gesamtenergieverbrauchs für Heizen und Kühlen verantwortlich (Q: Statistik Austria, TU). In diesem Bereich ist außerdem der Einsatz von fossilen Energieträgern, insbesondere von Heizöl, auffallend hoch. Franz Fischler: "Es gibt also dringenden Handlungsbedarf. Solange keine gemeinsame österreichische Bauordnung vorhanden ist, müssen die Länder so schnell wie möglich ihre Bauvorschriften und Wohnbauförderungen auf die Notwendigkeit des nachhaltigen Bauens abstimmen. Wir brauchen angesichts der Gefahr des Klimawandels gemeinsame ambitionierte Kennzahlen und Standards in der Bauordnung und bei Förderungen." Laut Rechnungshof hinken die Länder auch bei der Sanierung von Altbauten stark hinten nach. Nur 10 % aller Wohnbauförderungsmittel fließen in die Sanierung, 90 % werden für Neubauten vergeben.

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Ökosoziales Forum, Martina Baumeister
Tel. +43/1/533 07 97 - 22, E-Mail: baumeister@oesfo.at

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