A 10 Tauern Autobahn - Eröffnung 2. Röhre Katschbergtunnel

Vollbetrieb (beide Tunnelröhren): Frühjahr 2009

Wien (OTS) - Nach dreijähriger Bauzeit (Baubeginn: Mai 2005) wird die 2. Röhre des Katschbergtunnels heute, am 4. April 2008, in Betrieb genommen. Parallel dazu beginnen sofort die umfangreichen Sanierungsarbeiten der Bestandsröhre. Diese sollen im Frühjahr nächsten Jahres abgeschlossen sein, sodass ab diesem Zeitpunkt der Katschbergtunnel den Verkehrsteilnehmern als ein voll modernes, zweiröhriges Tunnelsystem zur Verfügung stehen wird. Das Tunnelsicherheitsprogramm auf der A 10 Tauern Autobahn wird damit zügig fortgesetzt und ein weiteres Nadelöhr entschärft. Ein wichtiger Aspekt im Sinne der Erhöhung der Verkehrssicherheit.

ASFINAG Vorstandsdirektor DI Alois Schedl: "Nicht zuletzt aufgrund des verheerenden Unfalls im Tauerntunnel im Mai 1999 wurde der Ausbau der langen, einröhrigen Autobahntunnel im ASFINAG-Netz forciert. Mit dem Spatenstich für die zweite Röhre Katschbergtunnel im Dezember 2004 fiel der Startschuss für ein Gesamtpaket, welches es in dieser Größenordnung in Österreich bisher noch nicht gegeben hat. So werden bis 2013 insgesamt sechs bislang einröhrige Tunnel zu modernen zweiröhrigen Tunnelsystemen ausgebaut und die Bestandsröhren saniert. Die ASFINAG investiert dafür rd. 750 Mio. Euro, knapp 330 Mio. Euro davon entfallen auf den Vollausbau von Katschberg- und Tauerntunnel."

Das Bundesland Kärnten erwartet sich durch den Bau der 2. Tunnelröhren wirtschaftliche Impulse. Landeshauptmann Dr. Jörg Haider: "Der Katschbergtunnel ist eines der wichtigsten Straßenbauprojekte Kärntens. Die zweite Tunnelröhre optimiert eine wichtige Verkehrsverbindung und schafft mehr Sicherheit. Zudem sorgt der Vollausbau für eine bessere Erreichbarkeit Kärntens und damit für eine Aufwertung der Urlaubsdestination und des Wirtschaftsstandortes Kärnten insgesamt. Durch die 2. Tunnelröhre werden Megastaus der Vergangenheit angehören, was zu einer enormen Umweltentlastung beiträgt."

Landesrat Gerhard Dörfler: "Die 2. Röhre des Katschbergtunnels bringt in erster Linie eine wesentliche Erhöhung der Verkehrssicherheit. Gerade in den kritischen, einröhrigen Tunnelbereichen erreichen wir durch den Ausbau zweiter Röhren eine Entspannung der Situation. Frontalzusammenstöße können damit künftig vermieden und Leben gerettet werden. Als Tourismusreferent bin ich erleichtert, dass ab Ostern 2009 das Wort "Blockabfertigung" endlich Geschichte sein wird. Kärnten hatte durch die Megastaus immer wieder große Nachteile im Segment Kurzurlaub in unserem wichtigen Tourismusmarkt in Deutschland."

Auch für Salzburgs Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller ist der Vollausbau des Katschberg- aber auch des Tauerntunnels von großer Bedeutung: "Die beiden zusätzlichen Tunnelröhren werden ein längst unzeitgemäß gewordenes Nadelöhr im hochrangigen europäischen Straßennetz beseitigen. Gleichzeitig erhalten die Anrainer entlang der A 10 größtmöglichen Umweltschutz: Erstmals wird bei einem Autobahnprojekt ebensoviel Geld für Umweltschutz ausgegeben wie für den eigentlichen Straßenbau. Die Verantwortlichen haben erkannt, dass der bestmögliche Schutz der sensiblen Lebensräume entlang der Transitrouten die Voraussetzung für die Mobilität zwischen den europäischen Zentren nördlich und südlich der Alpen auf höchstem technischen Niveau darstellt."

Nach der nunmehrigen Inbetriebnahme der neuen Talröhre wird die Bestandsröhre des Katschbergtunnels vom Gegenverkehrsbetrieb auf Richtungsverkehr umgebaut und sicherheitstechnisch der neuen Röhre entsprechend aufgerüstet. Dies erfordert umfangreiche Maßnahmen, so unter anderem

  • Durchschlag und Einbindung von 20 Querschlägen (14 begehbar und 6 für Einsatzfahrzeuge)
  • Herstellung zusätzlicher Feuerlöschnischen in den sechs Abstellnischen
  • Erneuerung der Betondecke
  • Erneuerung der Gehwege und Kabelkanäle
  • Erneuerung des Entwässerungssystems
  • Erneuerung der Löschwasserleitung und Hydranten
  • Diverse kleinflächige Betoninstandsetzungen
  • Verlängerung und Sanierung der Tunnelgalerien an den Portalen
  • Sanierung des Tunnelanstriches
  • Neuinstallation der elektromaschinellen Einrichtungen gemäß der aktuellen Sicherheitsbestimmungen
  • Sanierung und Adaptierung der Lüftungsanlage

Diese Arbeiten erfordern eine Vollsperre der Bestandsröhre und werden rd. ein Jahr in Anspruch nehmen.

Geplante Verkehrsfreigabe im Vollbetrieb (beide Tunnelröhren):
Frühjahr 2009.Kosten: netto rd. Euro 112 Mio. (inkl. Adaptierung der bestehenden Tunnelröhre)

Die Finanzierung erfolgt aus den Einnahmen der ASFINAG aus Maut, Vignette und Lkw Road Pricing.

Tunnelsicherheit

Der seit Dezember 1974 unter Verkehr stehende einröhrige Katschbergtunnel wird derzeit im Gegenverkehr betrieben. Dies bedeutet bei der vor allem in Reisezeiten starken Verkehrsbelastung eine Gefährdung des Verkehrsflusses. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit ist daher der Ausbau des Katschberg- aber auch des Tauerntunnels zu modernen, zweiröhrigen Tunnelsystemen unabdingbar.

Die neue Talröhre des Katschbergtunnels ist dem modernsten Stand der Technik und den aktuellen RVS (Richtlinien für Verkehr und Straßenbau) entsprechend ausgerüstet.

Die wichtigsten sicherheitstechnischen Einrichtungen:

  • Richtungsverkehr mit je einer Tunnelröhre pro Richtungsfahrbahn sechs Abstellnischen im Abstand von rd. 850 m (gefordert nach RVS max. 1.000 m)
  • 14 begehbare Querschläge, 6 mit Einsatzfahrzeugen befahrbare und 2 mit EU-LKW befahrbare Querschläge (damit ist eine max. Fluchtweglänge zwischen den Querschlägen von 170 m - 288 m gegeben - gefordert gemäß RVS max. 500 m)
  • 39 Notrufnischen
  • 39 Feuerlöschnischen
  • 6 Feuerlöschnischen mit Schlauchhaspel in den Abstellnischen
  • Betonfahrbahndecke
  • Vollquerlüftung (2 Lüftungsabschnitte)
  • Notruf- und Fluchtwegkennzeichnung
  • helle, freundliche, reflektierende Tunnelwand-Beschichtung (bis zu 4,5 m Höhe)
  • Einfahrts-, Durchfahrts- und Notbeleuchtung
  • LED-Beleuchtung der Bordsteinkanten (beidseits der Fahrbahn)
  • zentrale Videoüberwachung des Tunnels
  • Tunnelfunkanlage für Einsatzkräfte und für den Betrieb
  • Verkehrsfunkanlage
  • Linienbrandmelder
  • Trübsicht- und CO-Messung

Die Überwachung und Steuerung des Katschbergtunnels erfolgt durch die Tunnelüberwachungszentrale in der Autobahnmeisterei St. Michael/Lg.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Anita Oberholzer
Pressesprecherin ASFINAG
Mobil: +43 (0) 664 60108 15933
anita.oberholzer@asfinag.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ASF0001