• 03.04.2008, 10:03:23
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AK Test Wohnkredite: Billig wird oft teuer 1

Bausparkassen werben häufig mit niedrigen Zinsen, die Kreditrate ist aber dann tatsächlich teurer - Vergleichen bei Bankkrediten bringt bis zu 10.000 Euro

Wien (OTS) - Wer einen Kredit aufnehmen möchte, sollte die
Angebote genau unter die Lupe nehmen. Denn immerhin 10.000 Euro
Ersparnis bei Zinsen und Spesen sind für einen Kreditnehmer bei einem
73.000 Euro Kredit mit 20 Jahre Laufzeit drinnen. Das zeigt ein
aktueller AK Test über Wohnkredite bei sechs Banken und vier
Bausparkassen. Bei Bauspardarlehen sollten KreditnehmerInnen
beachten, dass der Einstiegszinssatz derzeit für eineinhalb Jahre fix
ist und dann variabel und teurer wird. Kritik übt AK
Konsumentenschützer Christian Prantner, "dass bei den Bankofferten
die Spesenangebote oft unvollständig sind und Bausparkassen mit
niedrigen Zinsen werben, die tatsächliche Belastung aber dann oft
viel höher wird".

Der Zinsunterschied für die Bankangebote beträgt 5,25 (BA CA) bis
6,25 Prozent (BAWAG-PSK). Der erhobene variable Zinsstz beträgt im
Schnitt 5,625 Prozent. Die einmalige Bearbeitungsgebühr kostet ein
(Erste, Raiffeisenbank, Volksbank) bis zwei Prozent (BAWAG-PSK). Auch
die Gebühren bei der Kontoführung pro Quartal liegen weit
auseinander: 5,25 (Erste Bank) bis 13,98 Euro (BA CA). Für einen
73.000 Euro Kredit über 20 Jahre hinweg ist das ein schöner
Unterschied bei allen Spesen und Zinsen: Immerhin liegen rund 10.000
Euro zwischen billigstem und teuerstem Angebot.

Nur zwei von sechs Banken gaben die freiwilligen Musterofferte des
EU-Verhaltenskodex für Wohnkredite her, in dem Zinsen, Spesen und
Bedingungen aufgelistet sind. "Außerdem sind auch die Informationen
in den Angeboten mangelhaft, etwa unvollständig angegebene Spesen."
Bei Nebenkosten lässt sich Geld sparen, insbesondere sind verlangte
Schätzkosten der Immobilie (laut AK Test von null bis 478 Euro)
verhandelbar.

Bei den Bauspardarlehen der Bausparkassen gibt es fixe
Einstiegszinsen auf zumeist 18 Monate von 3,2 (Raiffeisen) bis 3,75
Prozent (ABV). "Aber Vorsicht", so Prantner, "danach wird der
Zinssatz variabel und höher." Verlangt werden derzeit 5,5 (S
Bausparkasse) bis sechs Prozent (ABV, Wüstenrot). Die Spesen sind
vielfältig, zB je nach Bausparkasse Eigenmittelbeschaffungs-,
Bearbeitungs- oder Darlehensbereitstellungsgebühr.

Positiv: Alle verwenden das EU-Standardoffert. Negativ: Die
Angebote basieren meist auf unrealistischen Zinsannahmen: Drei von
vier verwenden die Zinsuntergrenze, um Raten zu berechnen: ABV,
Wüstenrot, S-Bausparkasse. "Die Raten mit den günstigen
Einstiegszinsen durchzurechnen, bringt letztendlich eine teure
Überraschung für die Kunden und das ist unfair", kritisiert Prantner.
Mit niedrigen Zinsen wird auch geworben.

Die AK hat beim Mystery Shopping Anbote für einen 73.000 Euro
Hypothekarkredit mit 20 Jahren Laufzeit bei BA CA, BAWAG-PSK, Erste
Bank, Hypo NÖ, Volksbank Wien, Raiffeisenlandesbank NÖ Wien
eingeholt. Außerdem holten sie auch Angebote für Sofortdarlehen ein,
also Bauspardarlehen ohne vorhandenen Bausparvertrag bei Wüstenrot
Bausparkasse, S-Bausparkasse über Erste Bank, ABV-Bausparkasse über
Volksbank Wien, Raiffeisen Bausparkasse über Raiffeisenlandesbank NÖ
Wien.

(Forts.)

Rückfragehinweis:

Doris Strecker
   AK Wien Kommunikation
   tel.: (+43-1) 501 65-2677
   tel.: (+43)664 845 41 52
   mailto:[email protected] 
   wien.arbeiterkammer.at

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