- 31.03.2008, 12:59:41
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BM Schmied: "Investitionen in den Lebensraum Schule sind Investitionen in die Zukunft"
Großes Schulentwicklungsprogramm wird bis September fixiert. Schulgipfel "Lebensraum Schule - Arbeitsplatz Schule" mit Schulpartnern, Sozialpartnern, Politik und Bildungsexperten.
Wien (OTS) - "Der heutige Schulgipfel ist ein innovativer Weg des
Dialogs zwischen allen Bildungspartnern dieses Landes. Wir müssen die
großen Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam lösen. Alle sind
aufgefordert ihren Beitrag zu leisten. Die Schule als Arbeitsplatz
von Schülern und Lehrern muss die infrastrukturellen Erfordernisse
erfüllen", so Bildungsministerin Claudia Schmied bei einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Moderator des Schulgipfels,
Wilfried Schley. "Der Lebensraum Schule ist für das Gelingen von
Bildung von zentraler Bedeutung. Nur wo das Zusammenleben
funktioniert, kann für das Leben gelernt werden. Wir brauchen Platz
für Kultur- und Sozial-Aktivitäten sowie Sport. Bereits vor dem
Gipfel möchte ich klarstellen: Der Lebensraum Schule braucht
Investitionen in die Infrastruktur. Für kleinere Klassen, mehr
Freiraum und ein funktionierendes Miteinander brauchen wir
Investitionen in die Zukunft. Seit April des vergangenen Jahres
bereitet mein Ministerium in enger Kooperation mit den Bundesländern
ein großes Schulentwicklungsprogramm vor. Investitionen in
Klassenräume und Schulstandorte sind der Kern dieses Programms. Wir
bewegen uns voll im Zeitplan: Bis September soll dieses Programm, das
auf rund 10 Jahre angelegt ist beschlussreif sein. Die Investitionen
werde ein Volumen von mindestens einer Milliarden Euro haben", so
Schmied.
Beim heutigen Schulgipfel diskutieren Vertreter der, Schulpartner,
der Sozialpartner, der Politik und Bildungsexperten gemeinsam mit
Bundesministerin Claudia Schmied über das Generalthema "Lebensraum
Schule - Arbeitsplatz Schule". Vier Themenblöcken werden in
Kleingruppen mit einleitenden Referaten von Experten diskutiert:
"Schule als sozialer Raum"
Im Zentrum dieses Themenblocks steht die Präsentation der
Gesamtstrategie gegen Gewalt des Bildungsministeriums durch Prof.
Christiane Spiel (Universität Wien). Bundesministerin Claudia Schmied
hat mit der Präsentation der Initiative "Weiße Feder" einen ersten
großen Schritt zur Umsetzung dieser Strategie gesetzt. "Wir brauchen
ein klares Bekenntnis aller Bildungspartner, dass Gewalt an den
Schulen keinen Platz hat. Ich freue mich über die große Bereitschaft
der Schulpartner aktiv mitzuarbeiten und gemeinsame Schritte zu
setzen. Ein Schlüssel gegen Gewalt sind klare Spielregeln an allen
Schulstandorten. Ich möchte, dass alle Schulen in Österreich
schulpartnerschaftliche Verhaltensvereinbarungen abschließen. Dazu
hat mein Ministerium einen Leitfaden für erfolgreiche
Verhaltensvereinbarungen erarbeitet. Ich werde vor allem mit den
Vertretern der Schulpartnerschaft diskutieren, wie wir es schaffen,
dass alle Schulpartner an allen Schulen diesen Weg gemeinsam gehen",
so Schmied.
"Lernort Schule: Der Raum als 3. Pädagoge"
Prof. Hans Gangoly (Instituts für Gebäudelehre der TU Graz) und Prof.
Christian Kühn (Abteilung für Gebäudelehre des Instituts für
Architektur und Entwerfen der TU Wien) werden sich in ihren
Impulsreferat mit der räumlichen Situation an österreichischen
Schulen beschäftigen und die Bedeutung des Raumes im Schulalltag
beschreiben. "Neben der pädagogischen Weiterentwicklung unseres
Bildungssystems müssen wir auch die Entwicklung der räumlichen
Bedingungen mitdenken. Investitionen in diesem Bereich ermöglichen
besseren Lernerfolg und vor allem ein friedlicheres Miteinander. Das
Schulentwicklungsprogramm soll diesen Gedanken auch Rechnung tragen",
so Schmied.
"Der Arbeitsplatz Schule"
Zu diesem Thema wurde eine Blitz-Umfrage durch das
Consulting-Unternehmen "Deloitte" bei Lehrern durchgeführt. Sie wird
von Mag. Monika Reichmann (Deloitte) präsentiert. Eine der
Kernbotschaften: Die Lehrer sehen ebenfalls Verbesserungsbedarf bei
der Infrastruktur an Schulen (51,4 Prozent sind mit den
Räumlichkeiten an Schulen "eher unzufrieden" oder "sehr
unzufrieden"). "Diese Zahlen zeigen ebenfalls Handlungsbedarf auf.
Schule und Bildung braucht Raum", so Bildungsministerin Schmied.
Außerdem wird der deutsche Universitäts-Professor Udo Rauin (Johann
Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt) mit einem Impulsreferat
Verbesserungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die gesamte
Arbeitssituation der Lehrer skizzieren. Ein weiteres Aufgabenfeld
ist das Bedürfnis der Lehrer nach mehr öffentlicher Anerkennung. 87,4
% der Lehrer sind eher oder sehr unzufrieden mit ihrem Image. "Ich
sage klar: Ich stehe voll hinter den innovativen Lehrerinnen und
Lehrern, die es in Österreich in einer Vielzahl gibt, und unterstütze
sie bei allen Bemühungen und Projekten", so Schmied.
"Innenansicht von Schule: Souveränität und Verantwortung"
Mag. Heidi Schrodt und Dr. Karin Grinner werden über das innovative
Potential von Schulstandorten und die Notwendigkeit von Souveränität
und Verantwortung an Schulstandorten referieren. "Innovation kann
nicht von oben verordnet werden. Sie muss an den Schulstandorten
entstehen. Ich sehe es als meine Aufgabe, Innovationsprojekte an
Schulen zu ermöglichen, zu unterstützen und voranzutreiben. Ich
möchte daher alle innovativen Schulen in Österreich bestmöglich
unterstützen, am 11. April werde ich hierzu strukturelle Schritte
präsentieren. Weitere wichtige Anliegen sind mir in diesem
Zusammenhang die Personalhoheit für Direktoren - die ich für
unverzichtbar halte, um Qualität am Standort zu sichern", so Schmied.
Weiters nahm die Ministerin auch zu notwendigen Verwaltungsreformen
im Bildungsbereich Stellung. "Wir brauchen Klarheit in der
Verwaltung. Ich möchte eine einheitliche Zuständigkeit des Bundes für
alle Lehrer. Auch in der Verwaltung der Schulgebäude brauchen wir
eine einheitliche Zuständigkeit. Zentral erscheint mir auch eine
österreichische Qualitätsagentur um bundesweit einheitliche Qualität
im Bildungsbereich zu gewährleisten", so Schmied zu diesem
Themenbereich.
"Gemeinsam müssen wir Maßnahmen für die Weiterentwicklung des
Lebensraums Schule setzen. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit
diesem Schulgipfel wichtige Schritte setzen werden", so Schmied
abschließend.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Nikolaus Pelinka
Tel.: (++43-1) 53 120-5030
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