Wir gratulieren Runde Geburtstage im April

Wien (PK) - Im April feiern folgende (ehemalige) MandatarInnen runde Geburtstage:

der ehemalige Abgeordnete Georg WURMITZER (V) - 65. Geburtstag am 6. April,

der ehemalige Bundesrat Dr. Peter KAPRAL (F) - 75. Geburtstag am 8. April,

der Abgeordnete Univ.-Prof. Dr. Kurt GRÜNEWALD (G) - 60. Geburtstag am 10. April,

der ehemalige Abgeordnete Anton TÜRTSCHER (V) - 75. Geburtstag am 10. April,

der Bundesminister a.D. und ehemalige Abgeordnete Karl BLECHA (S) -75. Geburtstag am 16. April,

der Vizekanzler und Bundesminister a.D. sowie ehemalige Abgeordnete Dkfm. Dr. Hannes ANDROSCH (S) - 70. Geburtstag am 18. April,

der ehemalige Abgeordnete Mag. Helmut PETER (F, dann L) - 60. Geburtstag am 21. April,

der ehemalige Abgeordnete Reg.-Rat Alois REICHT (S) - 80. Geburtstag am 25. April,

die ehemalige Abgeordnete und Bundesrätin Dr. Erika SEDA (S) - 85. Geburtstag am 26. April,

die ehemalige Präsidentin des Bundesrats Uta Barbara PÜHRINGER (V) -65. Geburtstag am 27. April,

der ehemalige Abgeordnete Hermann HESSL (S) - 70. Geburtstag am 30. April.

Karl Blecha 75

Ein ehemaliger sozialistischer Spitzenpolitiker, der vor allem als Parteifunktionär seine Zeit geprägt hat, feiert am 16. April seinen 75. Geburtstag: Karl Blecha. Er wurde 1933 in Wien geboren und begann nach der Matura 1952 mit dem Studium der Soziologie und Psychologie, das er allerdings nicht abschloss. 1954 wurde er Bundesobmann des VSStÖ, von 1955 bis 1959 war er stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen Hochschülerschaft.

Bis 1963 war Blecha in verschiedenen Berufen tätig, so als Werbeleiter der Büchergilde Gutenberg, als Geschäftsführer der Werbeagentur "Echo" und als Journalist bei der Zeitung "Neue Zeit", ehe er von 1963 bis 1975 das Meinungsforschungsinstitut IFES als Direktor leitete. Parallel dazu engagierte sich Blecha in der "Jungen Generation in der SPÖ", deren Vorsitz er bis 1970 innehatte. In diesem Jahr wurde er auch für die SPÖ Abgeordneter zum Nationalrat.

Gemeinsam mit Heinz Fischer, Hannes Androsch und Peter Schieder zählte er zum jungen Team um Bundeskanzler Bruno Kreisky, das die Modernisierung Österreichs einleiten sollte. Seine Erfahrungen in der Parteiarbeit führten dazu, dass Blecha 1975 Zentralsekretär der SPÖ wurde. Von 1977 bis 1989 wirkte er auch als Vorsitzender des Bundesbildungsreferats der SPÖ, und 1981 wurde Blecha als erster stellvertretender Parteivorsitzender hauptamtlich mit der Leitung der Parteigeschäfte betraut.

Nach der Wahlniederlage der SPÖ im April 1983 folgte Blecha im Kabinett Sinowatz Erwin Lanc als Innenminister nach, eine Funktion, die er auch in den Regierungen Vranitzky I und II innehatte. Ende 1988 jedoch sah sich Blecha zunehmend Kritik wegen der Affären Lucona und Noricum ausgesetzt, sodass er im Februar 1989 als Innenminister zurücktrat und im Laufe des Jahres auch alle Parteifunktionen zurücklegte. Im April 1989 schied Blecha aus dem Nationalrat aus, ohne sich allerdings auch aus der Politik insgesamt zurück zu ziehen:
Als Chef des Pensionistenverbands seiner Partei hat Blecha über die Grenzen seiner Partei hinaus bis heute Gewicht.

Hannes Androsch 70

Am 18. April feiert der ehemalige Vizekanzler und Finanzminister Dkfm. Dr. Hannes Androsch seinen 70. Geburtstag. Der gebürtige Wiener schloss sich schon während seiner Schulzeit der Sozialdemokratie an und wurde alsbald Funktionär des Verbandes Sozialistischer Mittelschüler. 1956 maturierte er am Bundesgymnasium Wien XXI und begann an der Hochschule für Welthandel zu studieren, wo er 1959 sein Diplom, 1968 seinen Doktortitel erwarb. Dabei qualifizierte er sich auch als beeideter Buchprüfer und Steuerberater.

1960, mittlerweile im Verband Sozialistischer Studenten aktiv, wurde Androsch Wiener VSStÖ-Obmann, 1962 übernahm er den Bundesvorsitz dieser Organisation. Ein Jahr später trat er als Sekretär in den SPÖ-Parlamentsklub ein, in welcher Funktion er bis zu seiner Wahl als Abgeordneter zum Nationalrat im Oktober 1967 verblieb. Im Hohen Haus machte er sich schnell einen Namen als Finanzexperte, sodass er trotz seiner Jugend im April 1970 von Bundeskanzler Bruno Kreisky mit dem Finanzressort betraut wurde. In der Folge war Androsch maßgeblich an der Umsetzung des Reformschubs in der ersten Hälfte der 70er Jahre beteiligt und schuf mit der Methode des "Deficit spending" die Grundlage für den "Austrokeynesianismus", der Österreich nicht nur in den Worten Papst Pauls VI. zur "Insel der Seligen" machte.

Seinen politischen Höhepunkt erlebte Androsch am 1. Oktober 1976, als er im Kabinett Kreisky III zum Vizekanzler ernannt wurde. Spätestens ab diesem Zeitpunkt galt er als Kreiskys "Kronprinz", wurde doch allgemein damit gerechnet, dass der nächste Kanzler Androsch heißen würde. Und doch kam es zur Jahreswende 1979/80 zu einer zunehmenden Entfremdung zwischen Kreisky und Androsch. Hatte der Kanzler das Gefühl, sein Vize wolle ihn "vor der Zeit" beerben, so geriet dieser wegen seiner Steuerberatungskanzlei "Consultatio" ins Kreuzfeuer oppositioneller Kritik. Als in der zweiten Jahreshälfte 1980 weitere Vorwürfe gegen den Finanzminister erhoben wurden, sah sich dieser gezwungen, Anfang Januar 1981 aus der Politik auszuscheiden.

Bis 1988 leitete Androsch sodann als Generaldirektor die Geschicke der Creditanstalt, ehe er sich dem Aufbau seines eigenen Unternehmens widmete. Politisch beschränkte er sich auf die Funktion des stellvertretenden Bezirksvorsitzenden der SPÖ Floridsdorf, wenn sein Name auch immer wieder mit einem Comeback in der "großen Politik" in Verbindung gebracht wurde. Dass es nicht dazu kam, mag langjährigen Gerichtsverfahren geschuldet sein. Als Unternehmer, aber auch als Publizist und Kommentator der Wirtschafts- und Innenpolitik, sorgt Androsch immer noch für Schlagzeilen. (Schluss)

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