"profil": Neue Details über geheimes Firmennetzwerk rund um Eurofighter-Gegengeschäfte

Über britischen Briefkastengesellschaften flossen mehr als sieben Millionen Euro an Wiener Waffenhändler

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, existiert rund um die offiziellen Eurofighter-Gegengeschäfte ein bislang verborgen gebliebenes Netzwerk aus britischen Briefkastenfirmen, über das in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro an das Unternehmen eines Wiener Waffenhändlers geflossen sind.

Zentrum des Netzwerks ist die in London angesiedelte Vector Aerospace LLP, die als Geschäftszweck "die Entwicklung, Präsentation und Verhandlung von Gegengeschäften mit der österreichischen Regierung" angibt und für die Jahre 2004 bis 2006 einen Umsatz von insgesamt 40 Millionen Euro ausweist - allerdings über keinen einzigen bezahlten Angestellten verfügt. Vector hat nach Recherchen von profil in den vergangenen Jahren 7,6 Millionen Euro an ein britisches Unternehmen bezahlt, dessen Mehrheitseigentümer der Wiener Waffenhändler Walter Schön ist.

Das für die Gegengeschäfte zuständige Wirtschaftsministerium hat eigenen Angaben zufolge von diesen Vorgängen keine Kenntnis. Es betrachtet als Ansprechpartner die Wiener Business Development GmbH (EBD), die von einem ehemaligen Manager des Eurofighter-Konsortiums geführt wird. Jetzt stellt sich allerdings heraus, dass EBD über eine diskreten Treuhandkonstruktion zur Hälfte im Eigentum von Waffenhändler Schön steht.

Der Grüne Abgeordnete Peter Pilz zieht daraus in einer aktuellen parlamentarischen Anfrage den Schluss, dass die Gelder über Scheinfirmen und Strohmänner "für nicht im Vertrag vorgesehene und nicht durch den Vertrag erlaubte Tätigkeiten verwendet wurden" und durch die "wechselseitige Verschachtelung der eigentliche Zweck der verschiedenen Zahlungsflüsse von Anfang an verschleiert werden sollte".

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