• 27.03.2008, 12:03:45
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FORMAT: Gusenbauer: "Nach dem Neoliberalismus kommt die solidarische Hochleistungsgesellschaft"

"Mehr Regulierung auf den Finanzmärkten"

Wien (OTS) - SPÖ-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hält die
intellektuelle Vorherrschaft des Neoliberalismus für beendet. Im
Interview mit dem Wirtschaftsmagazin FORMAT (Freitag-Ausgabe) sagt
Gusenbauer, dass sich die Welt bereits in einer
Post-Neoliberalen-Phase befindet. Mit dieser Ansicht sei er nicht
allein: "Die Frage einer gerechteren Verteilung von Gütern in der
Wirtschaft und Gesellschaft ist bei weitem nicht mehr eine
Angelegenheit der politischen Linken, sondern eine
gesamtgesellschaftliche Herausforderung."

Allerdings würde es der Kanzler für einen Fehler halten, das Rad der
Geschichte zurück zu drehen. Angesichts der Krise auf den
Finanzmärkten spricht sich Gusenbauer für mehr Regulierung von
Hedgefonds und Transparenzkriterien für Bankprodukte aus. Gusenbauer:
"Es ist eine Rückkehr der öffentlichen Sache nach der Zeit des
Turbokapitalismus, aber es ist nicht die Rückkehr zu alten
Konzepten." Auf die Frage, welche Antworten die moderne
Sozialdemokratie in der Post-Neoliberalismus-Phase zu bieten hat,
sagt Gusenbauer: "Heute würde man sagen, nach dem Neoliberalismus
kommt die solidarische Hochleistungsgesellschaft."

Von der geplanten Vermögenszuwachssteuer in Österreich erwartet sich
Gusenbauer Steuereinnahmen in der Höhe von 400 bis 800 Millionen Euro
pro Jahr. Allerdings hänge das noch von der genauen Ausgestaltung der
Steuer ab. Gusenbauer: "Das ist jetzt eine Sache der Experten."

Rückfragehinweis:
Format
Tel.: (01) 217 55//4177

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