- 27.03.2008, 09:10:01
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Katholische Aktion gegen Verbot des Bettelns mit Kindern
Mythenpapier soll falsche Gerüchte richtig stellen
Wien (OTS) - "Die morgen im Wiener Landtag zu beschließende
Änderung des Wiener Landessicherheitsgesetzes ist eine falsche
Maßnahme", sagt Christa Buzzi, Präsidentin der Katholischen Aktion
der Erzdiözese Wien. "Es gibt weder einen sozialen noch einen
psychischen Grund, Menschen zu verbieten, ihre Kinder zum Betteln
mitzunehmen. Die Argumentation, dass dieses Verbot dem Kindeswohl
diene, ist leider nur vorgeschoben und nicht begründbar. Sie beruht
auf der falschen Annahme, dass Kinder, die bei ihren bettelnden
Müttern sitzen, einen nachhaltigen Schaden davon tragen würden. Dies
ist wissenschaftlich aber vollkommen unhaltbar, betont die
KA-Präsidentin.
Wenn ruhiges Sitzen schädlich wäre, müssten Millionen Schulkinder
bereits geschädigt sein, die andauernd ruhig sitzen müssen bzw.
mussten. Christa Buzzi verweist in diesem Zusammenhang auch auf die
Stellungnahme des Innenministeriums zur Gesetzesänderung, die
ebenfalls klar stellt, dass das Mitnehmen der Kinder alleine keine
Schädigung des Kindeswohls sei.
Irritierend ist es, dass eine Mutter mit ihrem Kind stundenlang
auf einer Parkbank sitzen kann, ohne irgendwelche Probleme zu
bekommen. Wenn sie aber einen Becher daneben stellt, wird sie für
eine Woche mit ihrem Kind ins Gefängnis kommen (weil klar ist, dass
diese Menschen die im Gesetz festgelegte Strafe von 700 Euro nicht
zahlen können). Dass dies auch beabsichtigt ist, zeigen
Medienberichte über neue spezielle Gefängniszellen für Mütter mit
Kindern. "Es ist erschütternd, dass die Stadt Wien hier unter dem
Vorwand des Kindeswohls Mütter und Kinder ins Gefängnis stecken
lässt", sagt Christa Buzzi. Dadurch wird nur - wie auch durch die
Verhängung von Geldstrafen - die soziale Misslage von Bettlerfamilien
weiter verstärkt, anstatt den Kindern geholfen.
Als äußerst beunruhigend sieht es die KA-Präsidentin, dass dies
eine weitere Maßnahme ist, die im Rahmen der EURO 08 in Kraft tritt:
"Anscheinend ist die Fußball-Europameisterschaft ein willkommener
Anlass, um in Wien Maßnahmen durchzusetzen, die Stadt unsozialer und
auch unchristlicher machen. Dazu gehört unter anderem auch die
geplante Sonntagsöffnung, die auf den Rücken tausender Erwachsener
und Kinder ausgetragen wird.
An die Christen und Christinnen in Wien appelliert Christa Buzzi,
sich nicht von zeitgeistigen Schönheitsidealen des Stadtbildes
irritieren zu lassen: "Für uns sind BettlerInnen nicht störende
Fehler im Stadtbild, sondern Menschen, die etwas von uns brauchen.
Wir sind daher aufgefordert, ihnen Almosen zu geben und sie zu
unterstützen. Wegschauen und Schimpfen sind keine für Christen
akzeptablen Handlungen. Es liegt nicht nur an der Stadtregierung,
sondern auch an uns, dass wir diese Stadt menschlich und christlich
prägen, ist eine zentrale Forderung der KA-Präsidentin.
Leider sind gerade in Bezug auf die Wiener Bettlerinnenszene viele
falsche und teilweise auch rufschädigende Gerüchte im Umlauf. Die
Katholische Aktion der Erzdiözese Wien hat daher versucht, in einem
"Mythenpapier" viele dieser Halbwahrheiten aufzuklären und richtig zu
stellen. Das Papier kann auf der Homepage der KA Wien abgerufen
werden: http://www.ka-wien.at/betteln/
Rückfragehinweis:
Marcel Kneuer
Katholische Aktion Erzdiözese Wien
mailto:[email protected]
Tel.: 0660 3762716
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