• 26.03.2008, 12:21:49
  • /
  • OTS0168 OTW0168

Kommender Samstag: Allergie- und Asthma-Tag im Wiener Rathaus

Wehsely: Erkrankungen der Atemwege sind Volkskrankheiten - Stadt Wien setzt auf Information

Wien (OTS) - "Erkrankungen der Atemwege sind zu Volkskrankheiten
geworden", erklärte Wiens Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a
Sonja Wehsely Mittwoch im Rahmen eines Mediengesprächs anlässlich des
Allergie und Asthma-Tages 2008. So nimmt Lungenkrebs bei Männern den
ersten Platz unter den Krebserkrankungen ein, bei Frauen ist das
Lungenkarzinom die zweithäufigste Krebserkrankung. An COPD, der
"Raucherlunge", leiden heute weltweit rund 600 Millionen Menschen.
"Nach Schätzungen wird COPD 2020 die dritthäufigste Todesursache
sein, mit etwa 6 Millionen Todesfällen pro Jahr in Europa", so
Wehsely. In Österreich leiden etwa 25 Prozent der Menschen an einer
Allergie, 20 Prozent der Volksschul-Schulkinder haben allergischen
Schnupfen, 6 bis 10 Prozent der Bevölkerung sind
AsthmatikerInnen.****

Dass die Wiener Gesundheitspolitik auf die Herausforderung der
Atemwegserkrankungen reagiert hat, zeigt die gute Ausstattung mit
entsprechenden gesundheitlichen Einrichtungen. Jüngstes Beispiel: Das
neu gestaltete Atemphysiologielabor des Otto Wagner-Spitals ist
derzeit das größte und modernste kardio-pulmonale Funktionslabor in
Österreich.

Für die Stadt Wien haben aber auch Aufklärung und Information,
frühzeitige Diagnose und kompetente Behandlung eine zentrale
Bedeutung, um Schädigungen vorzubeugen. "Die Stadt unterstützt daher
den 'Allergie- und Asthma-Tag 2008' der Österreichischen Lungenunion,
der am kommenden Samstag von 13 bis 18 Uhr im Wiener Rathaus allen
BesucherInnen bei freiem Eintritt offen steht", so Wehsely. "Es
werden kostenlose Allergietests, Lungenfunktions-Messungen,
Ernährungsberatung, individuelle Gespräche mit SpezialistInnen,
Vorträge anerkannter ExpertInnen, Informationen an den einzelnen
Ständen und vieles mehr", angeboten. Vera Russwurm wird die
Veranstaltung moderieren.

Neue Asthma-Studie der Österreichischen Lungenunion (ÖLU)

Die ÖLU hat bei GfK Austria die "Asthma-Studie Österreich" in
Auftrag gegeben. 209 Personen mit schwerem Asthma wurden befragt.
"Dabei wurde deutlich, dass Betroffene Asthma als belastende und die
Lebensqualität stark reduzierende Krankheit mit weitreichenden
gesundheitlichen und psychosozialen Folgen sehen", sagt ÖLU-Sprecher
Otto Spranger:

o 76 Prozent der Befragten beschrieben ihr Asthma als "belastend",
  58 Prozent als "lästig", 44 Prozent als "beängstigend" und 39   
  Prozent als "Angst hervorrufend".                               
o 58 Prozent meinten, dass "körperliche Aktivitäten mit           
  FreundInnen und Familie" in Folge ihres Asthmas "zu kurz        
  kommen", 58 Prozent gaben dies im Hinblick auf Sport an, und    
  immerhin 23 Prozent bei "mit FreundInnen ausgehen".             
o 39 Prozent sind durch Asthma zumindest "manchmal" in ihrem      
  "sexuellen Verhalten und Erleben" eingeschränkt.                
o 40 Prozent stimmen "voll und ganz" bzw. "eher" der Aussage zu,  
  "ich habe Angst, aufgrund meines Asthmas zu ersticken".         
o Etwa jeder 4. gab an, in den vergangenen 12 Monaten             
  Krankenstandtage auf Grund von Asthma gehabt zu haben.          
o 37 Prozent hatten in den vergangenen 12 Monaten zumindest einen 
  Notfallbesuch beim Arzt, 17 Prozent waren zumindest einen Tag   
  Asthma-bedingt stationär im Krankenhaus.

"Ein Maßstab für eine angemessene Asthma-Therapie sind die
GINA-Richtlinien, die davon ausgehen, dass ein Patient nur dann gut
eingestellt ist, wenn er in der Nacht nicht öfter als einmal pro
Monat Asthma-bedingt aufwacht", sagt Spranger. "Dies ist jedoch nur
bei etwa jedem 5. der Fall." Behandelt wird Asthma in Österreich bei
75 Prozent der Befragten von einem Lungenfacharzt, in 52 Prozent von
praktischen Ärzten (Mehrfachantworten möglich). "Allerdings wird die
Kompetenz des Allgemeinmediziners im Zusammenhang mit Asthma von
vielen Patienten nicht sehr hoch eingeschätzt", berichtet Spranger.
Der Feststellung "Mein Arzt weiß sehr viel über Asthma" konnten nur
29 Prozent der PatientInnen, die einen Hausarzt besucht haben, "voll
und ganz" zustimmen, hingegen 74 Prozent der PatientInnen von
LungenfachärztInnen. Nur 40 Prozent sind dann auch mit ihrer
derzeitigen medikamentösen Behandlung "sehr zufrieden".
"Aus all dem ergibt sich auch sehr klar die Notwendigkeit zu einer
besseren Schulung von AllgemeinmedizinerInnen", folgert Spranger.
Allerdings wünschen sich auch die Asthmapatienten zu 83 Prozent
"sehr" bzw. "eher" eine "bessere Verfügbarkeit eines
AsthmaspezialistInnen, wenn ich einen brauche", und insgesamt 74
Prozent "sehr" oder "eher" eine "Schulung, um besser Bescheid zu
wissen und sich richtig verhalten zu können".

COPD: die unterschätzte "Raucherlunge"

"Das Bewusstsein für Lungenkrebs ist heute in der Öffentlichkeit
viel besser verankert als für COPD (Chronic Obstructive Pulmonary
Disease)", konstatiert Prim. Dr. Norbert Vetter (Pulmologisches
Zentrum, Baumgartner Höhe, Otto Wagner Spital). "Bei COPD, der
'Raucherlunge', kommt es zu Atembehinderungen und dadurch zu
allgemeiner körperlicher Leistungseinschränkung und stark reduzierter
Lebensqualität. Die Schädigung der Lunge beginnt schleichend. Ohne
rechtzeitiges Erkennen der Krankheit und frühzeitiger Behandlung
führt COPD zu schwerer Invalidität und in vielen Fällen zum
vorzeitigen Tod.

Passivrauchen erhöht COPD-Risiko maßgeblich

Neben dem Rauchen sind Luftverschmutzung und Hausbrand
Risikofaktoren für COPD. Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis,
dass Personen, die oft passiv rauchten - etwa 40 Stunden pro Woche
während mehr als 5 Jahren - ein um 48 Prozent erhöhtes Risiko auf
eine COPD haben (Lancet 2007; 370: 751-757). Prim. Vetter: "Eine
Konsequenz daraus ist eine konsequente Früherkennung der COPD mittels
Lungenfunktionsmessung bei jeder möglichen Gelegenheit, also bei
Vorsorgeuntersuchung, beim Allgemeinmediziner etc. Allerdings muss
diese ärztliche Leistung auch bezahlt werden." Es gebe hervorragende
medikamentöse Therapien zur Behandlung der COPD, wenn rechtzeitig
damit begonnen werde, so Vetter.

Vetter: "Das Wichtigste: PatientInnen müssen über ihre
Erkrankung ausreichend informiert sein und darüber hinaus Beratung
zum Management ihrer Krankheit erhalten. Diese Beratung schließt auch
den richtigen Umgang mit inhalativen Medikamenten ein, insbesondere
weil durch die neuen Generika völlig unterschiedliche
Inhalationsgeräte zur Verfügung stehen."

COPD kann sich aber auch aus einem Asthma heraus entwickeln.
Heute sind sechs bis zehn Prozent der Bevölkerung AsthmatikerInnen,
größtenteils AllergikerInnen. Rund 30 Prozent aller AllergikerInnen
leiden an Asthma. "Es gilt daher der Grundsatz: Kein Allergiker ohne
Lungenfunktionstest - kein Asthmatiker ohne Allergietest", fordert
der Pulmologe.

Neue Therapien gegen Allergien

"Allergien sind derzeit (noch) nicht heilbar, doch mit modernen
Medikamenten und Therapien gut in den Griff zubekommen", so Dozent
Dr. Felix Wantke, Pulmologe am Wilhelminenspital und Floridsdorfer
Allergie Zentrum. "Eine völlige Heilung der Allergie zu versprechen
wäre unseriös."

Die symptomatische Therapie ist medikamentös und wird in
verschiedenen Formen angewandt. Klassisch ist die antiallergische
Tablette, aber seit einigen Jahren auch als Augentropfen und
Nasenspray, sowie als Gel bei Insektenstichen.

Charity-Projekt: "Atme durch - mit den Wiener
RauchfangkehrerInnen!"

Die Wiener RauchfangkehrerInnen laden bedürftige, asthmakranke
Kinder zu einem Erholungsurlaub in ein Asthmacamp ein. "Alle Wiener
Rauchfangkehrerbetriebe haben sich mit einer Spende an dieser
karitativen Initiative beteiligt", berichtet Kommerzialrat Josef
Rejmar, Innungsmeister der Wiener Rauchfangkehrer. "Ziel ist es, den
Kindern neben einem schönen, spannenden Ferienaufenthalt in
spielerisch therapeutischer Form einen besseren Umgang mit ihrer
Krankheit zu vermitteln und somit nachhaltig zur Verbesserung ihres
Krankheitsbildes beizutragen. Der Welt-Allergie und Asthma-Tag im
Wiener Rathaus bietet den idealen Rahmen, um das Projekt vorzustellen
und die Spendensumme an die Österreichische Lungenunion zu
übergeben."

Die Kinder werden von der ÖLU gemeinsam mit FachärztInnen und
Spezialambulanzen ausgewählt und eingeladen. Die Asthmacamps finden
in den Sommerferien voraussichtlich im Ferienlager "Splash-Camp
Krimml" in der Nationalparkgemeinde Krimml im Oberpinzgau statt. Das
Splash-Camp wird von einem erfahrenen Team betreut, die weltberühmten
Krimmler Wasserfälle sorgen für eine reine, pollenarme
Wasserfall-Luft zum Durchatmen, mit positiven Nachwirkungen für
Asthmatiker noch lange nach den Ferien.
Die Wiener RauchfangkehrerInnen informieren am Weltasthmatag über das
Berufsbild des Rauchfangkehrers und ihren Beitrag für gesunde Luft
und die Verminderung der Emissionswerte. (Schluss) lac

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
B&K Bettschart&Kofler Medien- und Kommunikationsberatung
Mag. Daniela Pedross
Tel. (01) 319 43 78-11
E-Mail: pedross@bkkommunikation.com
www.bkkommunikation.com/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel