"KURIER"-Kommentar von Bernhard Gaul: "Betteln für die Ärmsten"

Die Kosten für die Pflege werden stark ansteigen. Die Politik weiß keinen Rat.

Wien (OTS) - Das Ergebnis der WIFO-Studie zur Pflege war
erwartbar: Die Pflegekosten werden in den kommenden Jahren explodieren. Bis zum Jahr 2030 dürften sich die Kosten verdreifachen.

Alarmierend ist aber, dass die Prognose in Wahrheit nur eine untere Grenze aufzeigt. Es wird noch wesentlich teurer, weil Sozialminister Buchinger bis Herbst das Pflegegeld deutlich erhöhen und mehr Menschen eine Förderung ermöglichen will. Das ist dringend notwendig. Erstens weil das Pflegegeld seit der Einführung Anfang der 90er-Jahre rund 17 Prozent an Wert verloren hat. Und zweitens, um endlich die Ungerechtigkeiten zu beseitigen, die eine zu niedrige Einstufung von Demenz-Kranken oder Behinderten verursacht.

Aber selbst wenn die angestrebte Erhöhung im Herbst klaglos über die Bühne geht: Gelöst wäre damit noch nichts. Dazu müssten umfassende Lösungen auf den Tisch: Ein Ausbau der Pflege-Infrastruktur, wesentlich mehr Präventivmaßnahmen und vor allem eine gesicherte Finanzierung für die kommenden Jahrzehnte, in der die Alterspyramide oben weiterwächst.

Es ist für einen reichen Staat wie Österreich unwürdig, dass die Sozialminister jedes Jahr aufs Neue beim Finanzminister um mehr Pflegegeld betteln müssen. Der große, langfristige Wurf ist aber nicht in Sicht.

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