Wlodkowski: Erhöhung der Milchquote ist falsches Signal zur falschen Zeit

Planungssicherheit: EU-"Health Check" wird keine neuerliche Totalreform

Wien (OTS) - "Der heutige Beschluss der EU-Agrarminister, ab
01.04. die Milchquote um 2% zu erhöhen, ist für uns der falsche Schritt zum falschen Zeitpunkt. Es ist zu befürchten, dass davon ein negatives Preissignal ausgehen wird. Hingegen zeigt die politische Einigung, dass der 'Health Check', der sogenannte Gesundheits-Check der EU-Agrarpolitik, wie von der bäuerlichen Interessenvertretung von Anfang an gefordert, keine neuerliche Totalreform werden wird. Da für die Zeit nach 2013, dem Auslaufen der jetzigen EU-Finanzperiode, die Karten ohnehin völlig neu gemischt werden, hätte eine abermalige Radikalreform ein gesichertes Wirtschaften unmöglich gemacht. So können sich die Bauern nun darauf verlassen, dass in Grundzügen die seit 2007 geltenden Spielregeln auch bis 2013 Gültigkeit haben werden", erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, zum EU-Agrarministerrat.

Milchquoten-Erhöhung gefährdet Bauernmilchpreis

"Die 2%ige Erhöhung der Milchquote wird von den Milchbauern in Österreich nicht verstanden und bringt den Bauernmilchpreis, der sich nach Jahren der Stagnation erstmals ein wenig erholt hat, abermals massiv unter Druck. Denn einerseits haben die Milchbauern in den letzten Wochen und Monaten die Milcherzeugung spürbar erhöht, was ja der Wunsch von Verarbeitern und Konsumenten war. Andererseits gäbe es mit der EU-weiten Quotensaldierung, der deutlichen Reduzierung der Superabgabe und der Fettkorrektur auch eine Reihe alternativer, doch nicht minder wirksamer Instrumente, die flexibel gehandhabt werden können und nicht die Quotenregelung massiv untergraben, wie das eine generelle Erhöhung tut", kritisierte Wlodkowski und verlangte in Richtung Health Check-Umsetzung Ausgleichsmaßnahmen für die Berg- und benachteiligten Gebiete, ein eigens dafür zur Verfügung gestelltes Budget und die abermalige Überprüfung der genannten alternativen Maßnahmen, wie dies Landwirtschaftsminister Josef Pröll schon mehrfach von der Europäischen Kommission gefordert hat.

Obwohl Pröll gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen gegen die Erhöhung der Milchquoten gestimmt hat, wird ab 01.04.2008 die Quote EU-weit um 2% angehoben. Die Mehrproduktion wird auf die 27 Mitgliedstaaten gleichmäßig verteilt werden. Österreichs Milchbauern werden in Zukunft 2,847 Mio. t Tonnen Milch anliefern können, während die derzeitige Quote 2,78 Mio. t vorsieht.

Kein Zwang zum Modellwechsel im Rahmen des Health Checks

"Die Einigung darüber, dass kein Land gezwungen wird, vor 2013 das Modell der Betriebsprämien zu wechseln, ist vernünftig. Denn niemand kann heute sagen, wie die Betriebsprämien-Regelung nach 2013 ausgerichtet sein wird. Außerdem ist noch nicht einmal klar, wie das EU-Budget für den Zeitraum 2014 bis 2020 strukturiert sein wird. Man kann ja den Bauern nicht innerhalb kurzer Zeit zweimal einen grundlegenden Modellwechsel zumuten", begrüßte Wlodkowski die Einigung zum Health Check im Sinne der Planungssicherheit für die Bauern.
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