• 18.03.2008, 09:46:46
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Wlodkowski: Erhöhung der Milchquote ist falsches Signal zur falschen Zeit

Planungssicherheit: EU-"Health Check" wird keine neuerliche Totalreform

Wien (OTS) - "Der heutige Beschluss der EU-Agrarminister, ab
01.04. die Milchquote um 2% zu erhöhen, ist für uns der falsche
Schritt zum falschen Zeitpunkt. Es ist zu befürchten, dass davon ein
negatives Preissignal ausgehen wird. Hingegen zeigt die politische
Einigung, dass der 'Health Check', der sogenannte Gesundheits-Check
der EU-Agrarpolitik, wie von der bäuerlichen Interessenvertretung von
Anfang an gefordert, keine neuerliche Totalreform werden wird. Da für
die Zeit nach 2013, dem Auslaufen der jetzigen EU-Finanzperiode, die
Karten ohnehin völlig neu gemischt werden, hätte eine abermalige
Radikalreform ein gesichertes Wirtschaften unmöglich gemacht. So
können sich die Bauern nun darauf verlassen, dass in Grundzügen die
seit 2007 geltenden Spielregeln auch bis 2013 Gültigkeit haben
werden", erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich,
zum EU-Agrarministerrat.

Milchquoten-Erhöhung gefährdet Bauernmilchpreis

"Die 2%ige Erhöhung der Milchquote wird von den Milchbauern in
Österreich nicht verstanden und bringt den Bauernmilchpreis, der sich
nach Jahren der Stagnation erstmals ein wenig erholt hat, abermals
massiv unter Druck. Denn einerseits haben die Milchbauern in den
letzten Wochen und Monaten die Milcherzeugung spürbar erhöht, was ja
der Wunsch von Verarbeitern und Konsumenten war. Andererseits gäbe es
mit der EU-weiten Quotensaldierung, der deutlichen Reduzierung der
Superabgabe und der Fettkorrektur auch eine Reihe alternativer, doch
nicht minder wirksamer Instrumente, die flexibel gehandhabt werden
können und nicht die Quotenregelung massiv untergraben, wie das eine
generelle Erhöhung tut", kritisierte Wlodkowski und verlangte in
Richtung Health Check-Umsetzung Ausgleichsmaßnahmen für die Berg- und
benachteiligten Gebiete, ein eigens dafür zur Verfügung gestelltes
Budget und die abermalige Überprüfung der genannten alternativen
Maßnahmen, wie dies Landwirtschaftsminister Josef Pröll schon
mehrfach von der Europäischen Kommission gefordert hat.

Obwohl Pröll gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen gegen die
Erhöhung der Milchquoten gestimmt hat, wird ab 01.04.2008 die Quote
EU-weit um 2% angehoben. Die Mehrproduktion wird auf die 27
Mitgliedstaaten gleichmäßig verteilt werden. Österreichs Milchbauern
werden in Zukunft 2,847 Mio. t Tonnen Milch anliefern können, während
die derzeitige Quote 2,78 Mio. t vorsieht.

Kein Zwang zum Modellwechsel im Rahmen des Health Checks

"Die Einigung darüber, dass kein Land gezwungen wird, vor 2013 das
Modell der Betriebsprämien zu wechseln, ist vernünftig. Denn niemand
kann heute sagen, wie die Betriebsprämien-Regelung nach 2013
ausgerichtet sein wird. Außerdem ist noch nicht einmal klar, wie das
EU-Budget für den Zeitraum 2014 bis 2020 strukturiert sein wird. Man
kann ja den Bauern nicht innerhalb kurzer Zeit zweimal einen
grundlegenden Modellwechsel zumuten", begrüßte Wlodkowski die
Einigung zum Health Check im Sinne der Planungssicherheit für die
Bauern.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Schauflergasse 6, 1014 Wien
Tel.: 01/53441-0, Fax: 01/53441-8509
mailto: [email protected]
http://www.agrarnet.info

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