Dominique Meyers Pläne für die Staatsoper - brisante Umfrage bei den Philharmonikern.

Wien (OTS) - Die im September 2010 an der Wiener Staatsoper beginnende Ära Dominique Meyer nimmt Gestalt an. Wie NEWS in seiner morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, wird Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst als Eröffnungspremiere Paul Hindemiths Künstleroper "Cardillac" dirigieren. Welser-Möst bringt in der ersten Saison auch Leos Janaceks "Katja Kabanova" heraus. Weitere Premieren laut NEWS-Information: Donizettis "Anna Bolena" mit Anna Netrebko und Händels "Alcina", nunmehr definitiv nicht mit den Philharmonikern, sondern mit einem Barock-Ensemble. Dazu Meyer: "Es wird Barockpremieren mit Spezialistenensembles geben, das steht mittlerweile fest. Es geht um je eine Aufführungsserie pro Spielzeit. Sollte sich später, so wie in Zürich vorgezeigt, innerhalb der Philharmoniker eine Gruppe finden, die sich für Barockopern begeistern lässt, dann sieht es anders aus. Andererseits wäre in diesem Fall immer dieselbe Orchesterbesetzung nötig, was sich auf die Reisetätigkeit der Philharmoniker auswirken würde."

Weder Meyer noch Welser-Möst kommentierten die NEWS-Informationen im einzelnen. Meyer gibt allerdings bekannt, dass er einen Janacek-Zyklus plant, der unter anderem "Das schlaue Füchslein" und "Aus einem Totenhaus" (falls verfügbar in der gerühmten Chéreau-Inszenierung) umfassen soll. Dem Opernregisseur Otto Schenk steht ein umfangreiches Comeback bevor: Er soll "Rosenkavalier", "Meistersinger" und "Fledermaus" in seinen bewährten Inszenierungen neu einstudieren. Auch Zeffirellis "Bohème" und Wallmanns "Tosca" bleiben im Einsatz.

Dass man für das Staatsopernorchester seitens der öffentlichen Hand mehr Geld braucht, steht für Meyer außer Frage: "Sicher ist, dass wir an der Staatsoper besser vorbereitete Abende und damit mehr Proben brauchen. Auch viele Dirigenten fordern das. Das bedeutet nicht zwingend, dass die Philharmoniker weniger Konzerte spielen sollten. Aber die ständige Doppelbelastung ist für viele Musiker sehr anstrengend. Wenn wir da etwas tun wollen, brauchen wir mehr Geld."

Brisante Philharmoniker-Umfrage

Brisanz verspricht eine interne Umfrage, die soeben von der Führung der Wiener Philharmoniker unter den Orchestermitgliedern durchgeführt wird. Wie NEWS berichtet, bezieht sie sich zwar offiziell auf das Jahr 2020, soll aber wohl Munition für die laufenden Tarifverhandlungen generieren. Über Fragebogen, die an jedes Orchestermitglied geschickt wurden, soll die Zukunft der Philharmoniker skizziert werden: Soll man mehr oder weniger Konzerte, mehr oder weniger Tourneen spielen? Vor allem aber: Soll man das Staatsopernorchester bleiben, und wenn ja: an 300 Abenden im Jahr oder wesentlich eingeschränkt?

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