Häufigkeit und Intensität von Winterstürmen im Alpenraum nehmen zu

Zukünftig noch stärkere Beteiligung Österreichs an Klimafolgenforschung

Wien (OTS) - Der österreichische Alpenraum ist von den Folgen des Klimawandels mehr als jede andere Region in Europa betroffen. So nimmt zum Beispiel die Häufigkeit und Intensität von katastrophalen Winterstürmen im Alpenraum signifikant zu. Das geht aus den Ergebnissen des EU-Projektes ClimChAlp - "Climate Change in the Alpine Space" - hervor. Diese dramatische Zunahme von Stürmen, die wir bereits mit Kyrill, Paula und Emma beobachten konnten, hat auch schwerwiegende Auswirkungen auf die heimische Forstwirtschaft. Aus österreichischer Sicht ist daher die im Rahmen von ClimChAlp begonnene Arbeit zum Aufbau eines Netzwerkes zur besseren Vorbereitung des Alpenraums auf den Klimawandel nicht hoch genug einzuschätzen", so Gerhard Mannsberger, Leiter der Sektion Forst im Lebensministerium, heute anlässlich der Abschlusskonferenz des Projektes "Klimawandel - Auswirkungen und Anpassungsstrategien im Alpenraum".

Neben Österreich waren auch die Länder Slowenien, Italien, Schweiz, Liechtenstein, Frankreich sowie Deutschland an dem von der EU im Rahmen des INTERREG-IIIB-Alpenraumprogrammes geförderten Projekt ClimChAlp beteiligt. Ziel war die Untersuchung des Klimawandels in den Alpen mit seinen Auswirkungen auf Naturgefahren, Raumplanung und Wirtschaft sowie die Erarbeitung von Anpassungsstrategien. Obwohl aus den Ergebnissen keine allgemein gültigen Trends für den gesamten Alpenraum hervorgehen, lassen sich für Österreich doch einige Entwicklungen für das Gefahrenpotenzial durch Naturgefahren ableiten.

Neben häufigeren orkanartigen Stürmen werden zukünftig auch Hochwasserereignisse vermehrt auftreten. Insbesondere wird vermehrt mit katastrophalen Winterhochwässern zu rechnen sein, da der Anstieg der Schneefallgrenze mehr Regen in Hochlagen bewirken wird. Der Anstieg der Permafrostgrenze führt weiters zu einer zunehmenden Gefahr von Bergstürzen in alpinen Regionen. Darüber hinaus bewirkt der Rückgang der Gletscher einen Verlust natürlicher Wasserspeicher.

"In Zukunft müssen wir uns daher noch intensiver an neue Anpassungsstrategien arbeiten", so Mannsberger weiter, "in Österreich wurden im Bereich der Naturgefahrenprävention jedoch bereits viele strategische Maßnamen eingeleitet. So wird zum Beispiel mit Gefahrenzonenplänen oder Informationssystemen wie HORA eine flächendeckende Information über Naturgefahren bereitgestellt".

Österreich wird sich auch zukünftig intensiv an Klimafolgen-Forschungsprojekten beteiligen. "Konkret beteiligen wir uns als ersten Schritt an AdaptAlp - dem Folgeprojekt von ClimChAlp. Dieses Projekt hat zum Ziel, unser hohes Niveau des Schutzes vor Naturgefahren auch unter den Bedingungen des Klimawandels zu garantieren", so Mannsberger abschließend.

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